mini|rechts|Stammwappen derer von Bosse mit 3 goldenen Muscheln (Wappen-Sammlung in Buntdruck) Bosse ist der Name eines in Preußen, dann in Sachsen und Schlesien blühenden Adelsgeschlechts.
Die Familie ist von mehreren gleichnamigen jedoch wappenverschiedenen Geschlechtern, bspw. den sächsisch-russisch-preußischen Bosse, als nicht stammverwandt zu unterscheiden.
Geschichte Der Leipziger Ratsherr Johann Ernst Bosse wurde in Wien am 10. Dezember 1659 von Kaiser Leopold I. in den Adelsstand erhoben.J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2: Blühender Adel deutscher Landschaften, 3. Abt.: Der Adel des Königreichs Sachsen, Nürnberg 1857, S. 22; Tfl. 22. Dessen Namensform war eigentlich Bose, und das ihm verliehene Wappen, das späterhin der in Leipzig geborene Botaniker und Mediziner Ernst Gottlob Bose (1723–1788) führte,Ex Libris, Wappen des Ernst Gottlob Bose in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. war ein ganz anderes, als das später von den Nachkommen des untenstehenden Nikolaus Bosse (1640–1695) geführte.Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 41.17 Bose, Johann Ernst, Mitglied des Innern Rates zu Leipzig, rittermäßiger Adelsstand, 1659.12.10.
Die Söhne dieses herzoglich braunschweigischen Ingenieurleutnants Nikolaus Bosse (* 21. Februar 1640 in Eisleben, † 1695),GHdA, Adelslexikon Band II, Band 58 der Gesamtreihe, Limburg an der Lahn 1974, S. 29–30. Heinrich Günther von Bosse (1680–1755) und Hans Martin von Bosse, sollen in Preußen (um 1750?) ihren Adel anerkannt bekommen haben. Zumindest bedienten sich die Nachkommen des Nikolaus Bosse des Adelsprädikats, was im Königreich Preußen nicht beanstandet wurde. Ersterer, der in Clausthal geboren ist, wo um 1690 ein weiterer Bosse Schulleiter warFriedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftsteller Geschichte seit der Reformation bis auf gegenwärtige Zeiten, Band 9, 1794, S. 165., wurde Stammvater zweier Linien, je in Sachsen und Schlesien, wo sie mit Langendorf, bei Polnisch Wartenberg ihr Stammgut hatten.
Generalleutnant Karl von Bosse wurde in seiner Sterbeurkunde als Freiherr tituliert.Stadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden I, Sterberegister Dezember 1880–Dezember 1881, Nr. 1187. Auch die zeitgenössischen Presse schloss sich dem an.Leipziger Tageblatt vom 15. September 1881, S. 9.
Im Österreichischen Staatsarchiv ist ein Gesuch von 1909 des königlich preußischen Generalmajors außer Dienst von BosseOffenbar Georg von Bosse (1838–1920), preußischer Generalmajor. um Auskünfte zum Adelsdiplom seiner Familie vom 10. Dezember 1659 und von 1913 das Gesuch der königlich sächsischen Gesandtschaft um Abschrift eines Adelsdiploms Bosse erhalten.Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 97.8 Bosse, Familie, Gesuche um Abschriften und Auskünfte, 1909–1913.
Bedeutende Angehörige Heinrich Günther Gottfried von Bosse (1680–1755), preußischer Generalleutnant Friedrich Leopold von Bosse (1719–1802), preußischer Generalleutnant Carl Christian von Bosse (1725–1763), preußischer Kriegs- und Domänenrat Wilhelm Ferdinand von Bosse (1758–1829), preußischer OberstFriedrich August Schmidt (Hrsg.): Neuer Nekrolog der Deutschen, 7. Jg. 1829, 1. Theil, Bernhard Friedrich Voigt, Ilmenau 1831, S. 78–80. Friedrich Leopold von Bosse (1765–1839), LandratLeopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 1, Leipzig 1836, S. 291. Georg von Bosse (1767–1822), preußischer Landrat im Kreis Groß Wartenberg Karl von Bosse (1797–1881), preußischer Generalleutnant Viktor Julius von Bosse (1825–1895), sächsischer Generalleutnant Georg von Bosse (1838–1920), preußischer Generalmajor
Wappen rahmenlos|rechts|Stammwappen derer von Bosse mit 3 silbernen Muscheln
Das Wappen zeigt in von Silber über schwarz geteiltem Schild ein mit vier (drei) goldenen (silbernen) Muscheln belegter roter Schrägrechtsbalken, auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken zwei silberne (silbern-schwarz geteilte oder übereck-geteilte) Büffelhörner.
Betrachtet man den mit Muscheln belegten Schrägbalken als Beizeichen, ähnelt der Wappenschild dem Stammwappen des namensähnlichen, sächsischen Uradelsgeschlechts von Bose, das späterhin mit rotem Schildbord als Beizeichen dargestellt wurde.
Ebenso ähnelt das Muschelschrägbalken-Wappen aber auch dem Wappen des Adelsgeschlechts Bos(s)e, das 1399 der münsterschen Ritterschaft zugehörig war, 1627 im Lippeschen und 1662 noch bei Paderborn begütert war und danach ausgestorben sein soll: deren Wappen war von Gold über Blau quergeteilt, das Ganze belegt mit einem roten Schrägbalken, darin drei goldene Eicheln.Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 1, 1859, S. 592.
Literatur Genealogisches Handbuch des Adels, Briefadelige Häuser, Band 17 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1958, S. 49 ff. Erich Kramer: Die Bosse. Beitrag zur Geschichte eines Mansfelder Rittergeschlechts und seines Sippenkreises, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1952 Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 1, Friedrich Voigt, Leipzig 1859, S. 592–593.
Einzelnachweise
Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht Kategorie:Sächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Schlesisches Adelsgeschlecht