mini|Katholische Pfarrkirche hl. Virgilius in Virgen mini|Langhaus, Blick zum Chor

Die römisch-katholische Pfarrkirche Virgen steht im Zentrum von Virgen-Ort in der Gemeinde Virgen im Bezirk Lienz im Bundesland Tirol. Die Pfarrkirche gehört zum Dekanat Matrei in Osttirol in der Diözese Innsbruck und ist den Patrozinien des hl. Virgil von Salzburg und des hl. Vigilius von Trient unterstellt. Die Kirche steht unter Denkmalschutz ().

Geschichte Eine Kirche mit pfarrkirchlichen Funktionen wird mit Sigemarus plebanus de Virgen (Pfarrer Sigemar von Virgen) ersturkundlich in den Jahren 1185–1189 in einer Traditionsnotiz des Klosters Admont erwähnt, als Graf Heinrich (IV.) von Frontenhausen die Zensualin Gerbirg und ihre Nachkommenschaft von Admont nach Virgen übertrug. Als Patrozinium erschien zunächst jenes des Hl. Vigilius von Trient.

Über einem älteren Bauteil im Südosten wurde ein spätgotischer Kirchenbau erbaut und 1516 geweiht.

Im 17. Jahrhundert wurde erstmals der Hl. Virgil von Salzburg als Kirchenpatron genannt; zu den Gründen des Patroziniumswechsels liegen keine Quellen vor.

1784/85 wurde die Kirche durch Architekt Jakob Hatzer erweitert.

Seit 2025 ist die Kirche sowohl dem Hl. Virgil als auch dem Hl. Vigil geweiht.

Architektur Der gotische und barockisierte Kirchenbau, von einem ummauerten Friedhof umgeben, steht in einem reizvollen Bauensemble.

Das Kirchenäußere zeigt ein Langhaus mit Strebepfeilern und einen eingezogenen Polygonalchor mit abgetreppten und gleichzeitig gebrochenen Strebepfeilern, Chor und Sakristei haben einen profilierten Sockel, das steile Satteldach ist über dem Chor abgewalmt.

Die Gewölbemalereien entstanden 1936 durch Karl Rieder und Hans Gasser, sie zeigen im Chor Lamm Gottes und das Buch mit den sieben Siegeln, Johannes der Täufer und König David und im Langhaus Christus mit den Heiligen Rupert und Virgil, Engel, sowie seitlich mehrere Heilige mit den ihnen im Bereich der Pfarre Virgen geweihten Kapellen, sowie die Heiligen Notburga, Antonius von Padua und Isidor.

Einrichtung Den Hochaltar schuf Josef Stauder 1844 in spätklassizistischen Formen, er zeigt im Rundgiebel die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe und trägt seitlich die Figuren der Heiligen Peter und Paul und zeigt das Altarbild Hll. Rupert und Virgil aus 1744.

Zahlreiche Barockfiguren entstanden in der Werkstatt Johann Paterer in der Mitte des 18. Jahrhunderts und wurden aus der Karmeliten-Franziskaner-Kirche in Lienz hierher übertragen, sie zeigen die Heiligen Katharina, Barbara, Sebastian, einen Mönch mit Pallium, Antonius von Padua, Engel mit Leidenswerkzeugen, Putti.

Die Orgel um 1840 hat ein Gehäuse im Neorenaissancestil.

Grabdenkmäler Im Chor befinden sich barocke Grabsteine, zu Christoph Troyer von Ansheim, gestorben 1668, und zu Josef Lutz von Glätsch, gestorben 1716.

Literatur Heinz Wieser: Wenn Heilige verwechselt werden: Der hl. Vigilius und Tirol. In: Der Schlern 99, 2025, Heft 8/9, S. 154–160. Virgen, Pfarrkirche hl. Virgilius, „Totenbahrhäuschen“ am Friedhof, Widum. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Tirol 1980. S. 840–841.

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