mini|hochkant=1.5|Die zerstörte Kirche nach 1945, Grabplatten bedeckten den Boden, einige herausgerissen mit KI coloriert mini|Empore und Seitenaltäre, die Steinplatten als Kirchenboden mini|Juli 1990 wurden die Platten „wiedergefunden“ mini|Grabsteine 19. Jh. historische Aufnahmen
Die Grabplatten der Kaisersteinbrucher Kirche stellen eine Besonderheit dar. Im Allgemeinen war es früher üblich, dass höchstens der Ortspfarrer und einige Hochgestellte und Guttäter der Kirche im Ort in einer Kirchengruft beigesetzt werden durften. In Kaisersteinbruch war das sichtlich anders, da wurden vor allem Handwerker, Steinmetzmeister, in der Kirche beigesetzt. Und zwar deshalb, weil sie diese Kirche selbst erbaut und teilweise auch finanziert hatten. In der Zeit nach den Epitaphien begrub man auch hier Handwerker auf dem Friedhof rund um die Kirche. Kriegsgefangenenlager Kaisersteinbruch#Vollständige Räumung der Kirche
Geschichte der Grabplatten Aus dem harten, weißen Stein wurden Epitaphe in den Kirchenboden verlegt. Beginnend mit 1620 gestalteten die Steinmetzmeister für sich selbst, ihre Ehefrauen und Kinder, für einige Pfarrherrn und einen besonderen Gesellen Grabdenkmäler in der Kirche.Vor Verkauf der Kirche und des Pfarrhofes fuhren Abt Karl Braunstorfer und Pater Hermann Norbert Watzl dorthin, um die Inschriften der Grabsteine aufzunehmen. Durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges und nachfolgender Besatzungszeit wurden manche Grabsteine und Inschriften zerstört, etliche wurden aber vom Museums- und Kulturverein Kaisersteinbruch 1990 wiedergefunden und von Steinmetzmeister Friedrich Opferkuh wieder an der Kirche befestigt. Einige Epitaphe waren in Privatbesitz gelangt.zu lesen: Die Grabsteine der Kirche in Kaisersteinbruch. In: Helmuth Furch: Vom Heiligenkreuzer Steinbruch zu Kaisersteinbruch, „Kleine Chronik“. 1981, S. 73/81/85.Grabplatten als Terrassenboden. In: Mitteilungen. Nr. 4, Winter 1991, S. 1–4, 14.
Ruffini Justina Ruffini, † 1620, das einzige Kind der Margaretha (Privatbesitz) Margaretha Ruffinin, † 1636, 1. Ehefrau des Andre Ruffini. Nach der Geburt ihrer Tochter wurde sie zur Stifterin der künftigen Kirche. Die Platte ist zerbrochen, die untere Hälfte im ehem. Pfarrhof-Garten gefunden. Susanne Hardnerin, † 1637, Ehefrau des Hans Hardner, eine Nachbarin. Andre Ruffini, † 1648, (Privatbesitz). Der erste Ortsrichter beauftragte den Maurermeister von Ebenfurth mit den Bauarbeiten der Kirche.
Regondi Hofsteinmetzmeister Hans Georg Regondi, † 1681, Arkadengang. Ambrosius Regondi, Ortsrichter † 1681, im ehem. Pfarrhof-Garten, seit 2007 Haus Kaisersteinbruch des MuKV gefunden. Angela Regondi, Richterin, Witwe nach Ambrosius Regondi † 1699, Arkadengang. Sebastian Regondi, Sohn des Ambrosius und der Angela Regondin, Ortsrichter, † 1717, Arkadengang. Anna Christina Winklerin, Witwe des Sebastian Regondi, Ehefrau des Joseph Winkler
Ferrethi Hofsteinmetzmeister Ambrosius Ferrethi, Ortsrichter † 1696 (Privatbesitz) Catharina Hareslebin, Richterin, Witwe des Ambrosius Ferrethi, heiratete Johann Georg Haresleben, † 1707. Arkadengang. Johann Georg Haresleben; † 1716, Nur die Ecke rechts-unten mit der Jahreszahl 1716 ist erhalten, damit eindeutig zu bestimmen. Giovanni Battista Passerini, Ortsrichter, Tochter Anastasia Ferrethin heiratete Passerini, † 1710 (Privatbesitz) Martin Trumler, † 1705, Tochter Maria Elisabetha Ferrethin heiratete Martin Trumler. Neben dem Arkadengang.
Hügel Maria Elisabetha Hügelin,Maria Elisabetha Hügelin im ÖsterreichWiki geborene Ferrethin, Witwe Trumlerin, erste Ehefrau von Elias Hügel, † 1728 Maria Elisabetha Hügelin, Tochter von Elias Hügel, † 1733 Franz Daniel Hügel, Sohn von Elias Hügel, † 1735 Simon Sasslaber, † 1740 (Privatbesitz) Joseph Elias Hügel, Sohn, † 1743 Hofsteinmetzmeister Elias Hügel, Ortsrichter † 1755
Pery Catharina Perin, Ehefrau des Antonius Pery, geb. Retacco † 1681Catharina war eine Tochter des Hofbaumeisters Simone Retacco, dem Sprecher der damaligen Italiener. Reichardt Fux, Ortsrichter, er heiratete Catharina Perin, Tochter von Antonius Pery und Ehefrau Anna Catharina, † 1699 (Privatbesitz) Johann Paul Schilck, Ortsrichter, Catharina heiratete in 2. Ehe † 1745 (Privatbesitz)
Verwalter und Pfarrherrn Pater Theobald Hug, Pfarrherr † 1682 Pater Maurus Therer, Verwalter in Königshof; † 1689 Pater Edmund Fraisamb, Verwalter in Königshof; † 1722 Sebastian Siebenbürger, Kastner in Königshof, † 1736 Pater Gerhard HauerGerhard Hauer im ÖsterreichWiki, Pfarrherr † 1766
Geselle Geselle Felix Freywiller, mit dem Text: hat dem Kaiser 30 Jahr gedient † 1726. Die Platte war in der alten Schule, im Bereich des Steinmetzmuseums. Jetzt im ehem. Pfarrhof-Garten.
Literatur Seelsorgekirche Hll. Rochus und Sebastian, Grabplatten. In: Österreichische Kunsttopographie. Band LIX, Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Neusiedl am See. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Redaktionelle Leitung Andreas Lehne. Verlag Berger, Horn 2012, ISBN 978-3-85028-554-4, S. 132–134. Helmut Stefan Milletich, Helmuth Furch: Kaisersteinbrucher Epitaphe. In: Volk und Heimat, Magazin für Kultur und Bildung. Eisenstadt, 46. Jg. Nr. 2/1991. Grabsteine der Kaisersteinbrucher Kirche. In: Helmuth Furch: Mitteilungen des Museums- u. Kulturvereines Kaisersteinbruch, 1990–2000. 59 Bände. (permalink.obvsg.at), ISBN 978-3-9504555-3-3. Nr. 1, 2, 4, 5, 6, 11, 13, 14, 15, 18, 20, 25, 26, 28, 31, 34, 38, 40. mini|Seit 2022 zwischengelagerte Epitaphe Helmuth Furch, Kaisersteinbrucher Grabplatten, das älteste erhaltene Kulturgut der berühmten Steinmetzen hier im Dorf von 1620-1755. März 2024. Brigitte Tschol, Steinerne Kaisersteinbrucherinnen. (Frauen von Kaisersteinbruch - auch in Stein), Februar 2026.
Weblinks Helmuth Furch 2002, Historisches Lexikon Kaisersteinbruch Band 1, 2004, Band 2: BVZ. Feri Janoska, „Vier von der Galerie“ suchen würdigen Platz für Steinmetz-Grabplatten. Kaisersteinbruch 25. März 2024.bvz.at
Einzelnachweise
Kategorie:Kaisersteinbruch Kategorie:Epitaph