mini|Gut sichtbar der Bult-Schlenken-Komplex: erhöhte Kuppen und ständig im Wasser liegende Senken stellen verschiedene Lebensräume auf kleinstem Raum dar; hier im Entenmoss in Rechthalten. Hier sind die Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung im Kanton Freiburg aufgelistet. Diese Hoch- und Übergangsmoore im Kanton Freiburg sind in der Schweiz durch Bundesverordnung geschützt und Teil des Bundesinventars der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung (, ).

Definition

Allgemein sind Moore von Wasser geprägte Lebensräume. Unter diesen Lebensräumen gibt es auch solche, die zwar keine Moore darstellen, aber auch feuchtigkeitsgebundene Pflanzengesellschaften beherbergen wie etwa Auenwälder, Schwimmblattgesellschaften, Unterwasser- und Quellfluren. In den Mooren herrscht infolge eines erschwerten Wasserabflusses ständig oder während der meisten Zeit des Jahres ein Wasserüberschuss und Sauerstoffmangel. Letzterer führt zur Torfbildung. Charakteristisch für Hochmoore ist es, dass ihre Oberfläche infolge des Torfwachstums über den Grundwasserspiegel hinaus gestiegen ist. Hier werden die Pflanzen, die in den obersten Torfschichten wurzeln, nur durch nährstoffarmes Regenwasser gespiesen.

Für die Aufnahme ins Bundesinventar der Hoch- und Übergangsmoore waren drei Kriterien entscheidend: Erstens müssen Torfmoose vorhanden sein. Zweitens müssen zudem mindestens eine klassische hochmooranzeigende Gefässpflanze oder drei weitere hochmoorbewohnende Arten beobachtbar sein. Und drittens muss die zusammenhängende Hochmoorfläche mindestens 625 m² umfassen.

Verlust Seit dem Jahr 1900 sind im Kanton Freiburg über 95 Prozent der Moore infolge von Trockenlegungen, Torfgewinnung, Intensivierung der Landwirtschaft sowie infolge des Siedlungs- und Infrastrukturbaus verschwunden.

Schutzziele Ziel der Hochmoorverordnung sind der Schutz der Hoch- und Übergangsmoore, die Erhaltung und Förderung der standortheimischen Pflanzen- und Tierwelt und ihrer ökologischen Grundlagen sowie die Erhaltung der geomorphologischen Eigenart. Es dürfen grundsätzlich keine Bauten erstellt und keine Biozide eingesetzt werden. Die Gebiete sind offiziell ausgewiesene Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz.

Internationale Koordination Internationales Präfix Die Europäische Umweltagentur (European Environment Agency) koordiniert die Daten der europäischen Mitglieder. Die inventarisierten Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung der Schweiz führen in der internationalen Datenbank den Code «CH02».

IUCN-Kategorie Die Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung in der Schweiz sind in der IUCN-Kategorie Ia registriert. Diese umfasst Reservate, die hauptsächlich zu Forschungszwecken und zum Schutz von Wildnisarealen geschützt sind. Primär dienen sie der Erhaltung der Biodiversität und als notwendige Referenzareale für die wissenschaftliche Arbeit und das Umweltmonitoring.

Herkunft der Daten Die Aufstellung entspricht der Liste im Anhang 1 zur Hochmoorverordnung des Bundes, die am 1. Februar 1991 in Kraft trat und zuletzt 2017 aktualisiert wurde. Von dort stammen die Nummer des Objekts, seine Bezeichnung, die Angabe zur Standortgemeinde und zum Jahr der Ausweisung als Objekt von nationaler Bedeutung. Die Karte von Swisstopo (Bundesamt für Landestopografie) mit eingeblendeter Karte Hochmoore liefert, nach Eingabe des Objektnamens ins Suchfeld und der Wahl des Objekts den passenden Kartenausschnitt. Ein Klick auf eine der Schutzflächen öffnet das Objektblatt des betreffenden Objekts; dieses stammt vom Bundesamt für Umwelt. Von den Objektblättern übernommen sind die Angabe der Gesamtfläche (inklusive umliegender Pufferzonen) und die Landeskoordinaten, die in der vorliegenden Tabelle in einem internationalen Standard wiedergegeben sind. Von der Common Database on Designated Areas der Europäischen Umweltagentur (EEA) stammt der CDDA-Sitecode. Dieser ist identisch mit der ID der World Database on Protected Areas (WDPA-ID). Der gesetzte Link öffnet die Seite des Objekts mit der dazugehörigen Karte auf der Plattform der WDPA. Der Grund für die unterschiedlichen Flächenangaben der Objektblätter des Bundesamtes für Umwelt (in Hektaren) und den Angaben auf der Seite der WDPA (in km²) entstehen, weil die vorliegende Tabelle die Gesamtfläche inklusive umliegender Pufferzonen gemäss Objektblatt anzeigt, während die Seite der WDPA jeweils die Fläche der Kernzone wiedergibt.

Liste der Hoch- und Übergangsmoore

Objekt-Nummer(Link: Swisstopo) Objekt­bezeichnungName des Gebiets Standort-gemeinde(n) CDDA-Sitecode(Link: WDPA) Flächein ha Koordinate Jahr derAusweisung Bild FR-58 Les Gurles/Les Communs de Maules Marsens, Sâles 149147 5,8 1991, 2017

FR-59 Les Mosses-RosezIm Handbuch zum Moorschutz in der Schweiz erwähnen Steiner und Grünig dieses Moor als klassisches Beispiel, dessen gleichmässig vom Regen durchnässter Torfkörper die Ausbildung von Hochmooren ermöglichte. Sâles, Vaulruz 149154 2,71 1991

FR-60 Les Mosses de la Rogivue FR: Saint-MartinVD: Maracon 149261 27,52(FR: 0,55VD: 26,97) 1991, rev. 2017

FR-61 Les Tourbières Le Flon, Saint-Martin 149170 20,68 1991, rev. 2017

FR-62 Les Grands Marais Vuisternens-devant-Romont 149157 3,18 1991

FR-63 La Mosse d’en Bas La Verrerie 149162 22,03 1991

FR-64 Les Bouleyres Bulle 149164 1,83 1991

FR-65 Schwandholz St. Ursen 149070 1,69 1991

FR-66 Rotmoos Rechthalten, St. Ursen 149081 9,86 1991, 2025

FR-67 La Tourbière d’Echarlens Echarlens 149151 7,07 1991

FR-68 Entenmoos Rechthalten 149087 5,36 1991 100px FR-69 Düdingermoos Düdingen 149024 10,13 1991 100px FR-113 Gros Mont Val-de-Charmey 149185 12,32 1991

FR-126 Tourbière des Alpettes Semsales 149178 8,36 1991

FR-127 Niremont, Arête ouest Semsalens 149188 2,62 1991

FR-128 Niremont, Arête nordIm Handbuch zum Moorschutz in der Schweiz erwähnen Steiner und Grünig die Moore auf dem Grat des Niremont als Beispiel für ein Sattelhochmoor, das aus einem Versumpfungsmoor entstanden ist. Semsalens 149183 21,69 1991 100px FR-129 Tourbière au sud-est de Fruence Châtel-Saint-Denis 149206 1,94 1991

FR-130 Dévin des Dailles Châtel-Saint-Denis 149203 3,88 1991, rev. 2003, 2025

FR-131 Lac de LussyIm Handbuch zum Moorschutz in der Schweiz erwähnen Steiner und Grünig den Lac de Lussy als herausragendes Beispiel aus der Schweiz für ein Verlandungsmoor. Châtel-Saint-Denis 149191 13,03 1991, rev. 2003 100px FR-327 Marais au nord du Petit Niremont Châtel-Saint-Denis 347634 3,44 2003

FR-358 Pré aux Oies Hauteville 347633 0,97 2003, 2025

FR-359 Wusta Plasselb 347632 2,9 2003

FR-544 Tourbières dans la Forêt du Frachy Val-de-Charmey 149148 4,6 1991

FR-545 Tourbière à l’ouest de la Joux d’Allière Hauteville 149142 0,71 1991

FR-546 Tourbière au Pâquier dessus Hauteville 149143 1,98 1991

FR-547 Pré Colard Hauteville, Val-de-Charmey 149145 2,19 1991

FR-548 La Spielmannda/Untertierliberg Plaffeien, Val-de-Charmey 149141 2,91 1991

FR-555 Muschenegg Plasselb 149128 5,71 1991

FR-556 Rigeli La Roche 149136 2,72 1991

FR-570 Petit Sauvage Vaulruz 149161 5,34 1991

FR-576 Moore am Schwyberg (Einzugsgebiet des Rotenbaches) Plaffeien 149139 19,41 1991, rev. 2017

31Objekte insgesamt 234,58ha gesamte Moorfläche

Hochmoorreste Der Kanton Freiburg kaufte im Jahr 1918 das Rotmoos mit einer Fläche von 12 ha und das Entenmoos mit 6 ha zum Preis von 90'000 Franken, um den Torf rationell auszubeuten. Die maximale Tiefe betrug im Rotmoos 10,5 m und im Entenmoos 9 m. Das Torfvolumen wurde auf 675'000 m³ für das Rotmoos und 175'000 m³ für das Entenmoos geschätzt. Viele der Hochmoore sind eigentlich nur noch Hochmoorreste wie das Rotmoos, Entenmoos und das Düdingermoos, wo früher abgetorft und/oder entwässert wurde. An diesen gestörten Standorte wachsen teilweise typische Hochmoorarten. Doch lässt sich diese Vegetation oft nur schwer kategorisieren. Dennoch ist die Bedeutung dieser Standorte für den Artenschutz nicht zu unterschätzen.

Zwei Hochmoortypen Im Hochmoorinventar sind zwei Typen unterschieden: Hochmoore, die nicht genutzt oder fast intakt sind, werden als primäre Hochmoore eingestuft. Dazu können auch nur trittbelastete Hochmoore zählen. Vom Menschen beeinflusste oder teilweise genutzte Hochmoore gelten als sekundär. Das Bundesinventar weist im Kanton Freiburg neun primäre Hochmoore aus.

Literatur

Weblinks Hochmoore. Website des Kantons Freiburg Erhaltung der Wasserressourcen im Einzugsgebiet von Moorbiotopen von nationaler Bedeutung auf marais.ch

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Geographie (Kanton Freiburg) Kategorie:Moor in der Schweiz Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in der Schweiz Kategorie:Liste (Moore)