Rolf Schulz (* 5. November 1921 in Gera; † 12. September 2017 in Kassel) war ein deutscher Schriftsteller, Journalist, Drehbuchautor und Dramatiker.

Leben Rolf Schulz war der Sohn des Schriftsetzers Max Schulz und dessen Ehefrau Agnes, geb. Scheffel. Er besuchte die Volksschule in Gera und ließ sich anschließend zum Industriekaufmann ausbilden. Nach Kriegsteilnahme und russischer Gefangenschaft nahm er ein Studium an der Werbefachschule in West-Berlin auf und begann, neben seiner Tätigkeit in der Werbebranche, journalistische Texte und Unterhaltungsliteratur zu verfassen.

Seit Anfang der 60er Jahre war er in der Film- und Fernsehbranche hauptberuflich als Drehbuchautor tätig. Zunächst arbeitete er eng mit der Filmproduktion von Artur Brauner zusammen. Besonders erfolgreich gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Berliner Werbefunk GmbH und deren Produktionschef Hans Bodo von Dincklage. Über 250 Halbstundenfilme, darunter so beliebte Serien wie Die Koblanks, Drüben bei Lehmanns oder Café Wernicke, entstammten seiner Feder. Rolf Schulz schrieb auch das Drehbuch zu der 26 Folgen umfassenden, äußerst populären Serie Landarzt Dr. Brock mit Rudolf Prack in der Titelrolle. Sie war die erste Arztserie im Deutschen Fernsehen und gilt daher als Vorläufer für dieses bis heute erfolgreiche Filmgenre.

Für sein Drehbuch Laubenkolonie erhielt er bei einem Wettbewerb des ZDF den 1. Preis. Es wurde 1968 unter der Regie von Heribert Wenk mit Paul Dahlke und Gustav Fröhlich in den Hauptrollen verfilmt.

Darüber hinaus entwickelte er in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Herbert Ballmann und der Berliner Chamier-Film GmbH in den 1970er Jahren für den SFB eine Fernsehserie mit dem Titel Zu Gast in unserem Land, welche die Probleme und Integrationsschwierigkeiten der Gastarbeiter in Deutschland thematisierte.

Rolf Schulz schrieb zudem unter dem Pseudonym Hans Herzog Theaterstücke in niederdeutscher Sprache, die unter anderem im Ohnsorg-Theater mit großem Erfolg zur Aufführung kamen.

1981 zog sich Rolf Schulz ins Privatleben zurück.

Filmografie Spielfilme 1963: Verführung am Meer 1964: Der Schut 1967: Dynamit in grüner Seide 1968: Laubenkolonie 1969: Jerry Cotton – Todesschüsse am Broadway 1971: Sonne, Sylt und kesse Krabben

Fernsehserien 1966: Pater Brown 1971: Drüben bei Lehmanns 1973: Zu Gast in unserem Land 1975: Kommissariat IX 1976: Die Buschspringer 1978: Café Wernicke 1979: Die Koblanks 1979: Die Protokolle des Herrn M. 1980: Aus der Franzosenzeit 1981: Geschichten aus der Heimat 1981: Erben will gelernt sein 1981: Kintopp Kintopp

Bühnenwerke 1974: Michel un Micaela 1976: Atschüß, Tante Emma! 1982: Mamsell Betty

Druckwerke Landarzt Dr. Brock. Der Roman nach der bekannten Fernsehserie. Goldmann Verlag, München 1975.

Literatur Otto J. Groeg (Hrsg.): Who’s Who in literature. Bd. 1: A-S, Wörthsee 1978/79, S. 568. Hans Herzog. In: 50 Jahre 1934–1984 Niederdeutsche Bühne Rendsburg e. V., Rendsburg 1984.

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