Kandidatenzüge sind im Schach eine Methode zur Variantenberechnung.
In der Buchreihe „Denke und spiele wie ein Grossmeister“ beschrieb Großmeister Alexander Kotow unter anderem die Variantenberechnung. Zuvor stellt Kotow erstmals die Regel der Kandidatenzüge auf.
Die „reine“ Lehre von Kotow besagt, alle in Betracht kommenden Züge (Kandidatenzüge) wahrzunehmen und zu berechnen, so den besten Zug zu ermitteln und diesen dann ohne erneute Prüfung zu spielen.
Dabei werden die Kandidatenzüge in vier Kategorien gegliedert:
Schachgebote durch Schlagen Schachgebote Schlagen Drohungen
Diese Kategorisierung soll zunächst einmal ohne Bewertung und ohne weitere Berechnung stattfinden.
Beispiele
Schwarz am Zug.
Kandidatenzüge: Schachgebote durch Schlagen: Keine Schachgebote: Se5–f3+ Schlagen: De8xb5, Se5xc4, Se5xd3 Drohungen: keine
Anschließend werden die einzelnen Züge bewertet und weiter berechnet.
In diesem Beispiel, gewinnt der Zug Se5–f3+: 1. … Se5–f3+ 2. Kg1–h1 Lh3–g2 3. Kh1xg2 Sf3–e1. Hier verliert Weiß, durch das taktische Motiv der Springergabel, die Dame. (2. Le4xf3 ist nicht sinnvoll, da 2. … De8–e1#)
Weiß am Zug.
Kandidatenzüge: Schachgebote durch Schlagen: Keine Schachgebote: Dc8+, De8+, Te8+ Schlagen: Dxa6, Dxd6, Txd6
Anschließend werden die einzelnen Züge bewertet und weiter berechnet.
In diesem Beispiel, gewinnt der Zug Te8+: Wenn Schwarz Txe8 spielt, folgt 2. Dxe8#.
Daher kann Schwarz nur Kf7 spielen, wobei Weiß mit 3. Txb8 mindestens einen Turm gewinnt.
Einzelnachweise
Kandidatenzuge