Elke Schäffner (* 1970) ist eine deutsche Ärztin und Wissenschaftlerin. Sie ist Professorin für Nephrologie und Versorgungsforschung an der Charité Universitätsmedizin Berlin und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie.
Werdegang Nach dem Abitur im Jahr 1990 nahm Schäffner ein Studium der Humanmedizin auf, das sie 1997 an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg abschloss. Sie wurde 1995 mit einer Doktorarbeit zum Thema Zytokin-Genexpression in EBV-haltigen B-Zellinien nach Stimulation mit verschiedenen Mycoplasmenspezies zum Doktor der Medizin promoviert und wurde 1999 als Ärztin approbiert. Bis 2003 war Schäffner als Assistenzärztin der Inneren Medizin in der Nephrologie der Universitätsklinik Freiburg tätig, bevor sie 2004 an die Charité Universitätsmedizin Berlin wechselte. Dort machte sie 2005 den Facharzt für Innere Medizin und erhielt 2007 die Zusatzbezeichnung „Nephrologie“. 2008 habilitierte sie sich an der Charité mit der Habilitationsschrift Identifizierung von Risikofaktoren für die Entstehung einer chronischen Niereninsuffizienz in zwei unterschiedlichen Populationen.Elke Schäffner: Identifizierung von Risikofaktoren für die Entstehung einer chronischen Niereninsuffizienz in zwei unterschiedlichen Populationen. Habilitationsschrift, Medizinische Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin, 70 Seiten, Berlin März 2008. URI: , URN: urn:nbn:de:kobv:188-fub188-3429-6. DNB-ID: 1027497438.
Neben ihrer klinischen Laufbahn absolvierte Schäffner 1998 ein clinical research fellowship am Massachusetts General Hospital in Boston, USA. Zwischen 2000 und 2002 absolvierte sie das Masterprogramm in clinical effectiveness der Harvard School of Public Health, welches sie mit dem Master of Science in Epidemiology abschloss.
Elke Schäffner leitete die Berliner Initiative Studie (BIS), eine prospektive Kohortenstudie, in der über zehn Jahre Daten Berliner Bürgerinnen und Bürgern im Alter 70+ gesammelt wurden.Elke S. Schäffner: Nierenfunktion im Alter: Was ist physiologisch? In: "Nephro-News", Jahrgang 22, Ausgabe 1/2020, S. 17 bis 21. Hauptziel der Studie ist ein besseres Verständnis für Alterungsprozesse mit einem Schwerpunkt auf dem Verlauf der filtrativen Nierenfunktion im Alter.Elke Oberender: Rezension, in: springermedizin.de, publiziert am 6. Oktober 2012, zu lesen schon am 4. Oktober 2012.Elke S. Schaeffner, Natalie Ebert, Pierre Delanaye, Ulrich Frei, Jens Gaedeke, Olga Jakob, Martin K. Kuhlmann, Mirjam Schuchardt, Markus Tölle, Reinhard Ziebig, Markus van der Giet, Peter Martus: Two novel equations to estimate kidney function in persons aged 70 years or older. In: Annals of Internal Medicine, Band 157, Nr. 7, 2012, S. 471–481. DOI:10.7326/0003-4819-157-7-201210020-00003.
Diese wissenschaftliche Berliner Studie lief von 2010 bis 2020;Elke S. Schaeffner, Markus van der Giet, Jens Gaedeke, Markus Tölle, Natalie Ebert, Martin K. Kuhlmann, Peter Martus: The Berlin initiative study: The methodology of exploring kidney function in the elderly by combining a longitudinal and cross-sectional approach. In: European Journal of Epidemiology. Band 25, Nr. 3, März 2010, S. 203–210. DOI:10.1007/s10654-010-9424-x, PMID 20094758. ein definitives Endergebnis wurde nie veröffentlicht. Die Studiengruppe an der Charité wurde finanziell unterstützt vom Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation (Kuratorium für Heimdialyse, KfH) in Neu-Isenburg.
Nierenfunktion Schäffner beschäftigt sich u. a. mit der Frage, wie die filtrative Nierenfunktion (meist als glomeruläre Filtrationsrate, GFR) in der klinischen Praxis valider bestimmt werden kann. Für die Schätzung der GFR mittels körpereigener Biomarker weist sie darauf hin, dass das Kreatinin durch bestimmte Faktoren wie z. B. die Muskelmasse stark beeinflusst wird, was besonders im Alter (wo ein Schwund der Muskelmasse häufig vorliegt) zum Tragen kommt. In bestimmten Situationen mag hier das Cystatin C, ein anderer Biomarker, geeigneter sein als Kreatinin (wobei sie betont, dass auch Cystatin C wiederum durch andere Faktoren beeinflusst werden kann).Elke S. Schäffner. Bestimmung der Nierenfunktion in der Hausarztpraxis - Wichtig - aber schwierig! In: Münchener Medizinische Wochenschrift, Jahrgang 155, Nummer 3/2013 vom 21. Februar 2013, S. 14 f.
Grundsätzlich empfiehlt Schäffner bei Patienten, bei denen klinische Eigenschaften vorliegen, die die körpereigenen Biomarker stark beeinflussen, zur klinischen Entscheidungsfindung anstatt der Schätzung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) die Messung der Nierenclearance mittels Kontrastmittels (z. B. Iohexol) und propagiert hier eine deutschland- beziehungsweise europaweite Etablierung dieser Methode.Natalie Ebert, Amina Loesment, Peter Martus, Olga Jakob, Jens Gaedeke, Martin Kuhlmann, Jan Bartel, Mirjam Schuchardt, Markus Tölle, Tao Huang, Markus van der Giet, Elke S. Schaeffner: Iohexol plasma clearance measurement in older adults with chronic kidney disease-sampling time matters. In: Nephrology Dialysis Transplantation, August 2015, 30. Jahrgang, Nummer 8, S. 1307–1314. doi:10.1093/ndt/gfv116. Epub 2015 Jun 4.
Sie veröffentlichte auch Arbeiten zum Urin-Albumin-Kreatinin-Quotienten.
Engagement
Seit 2022 ist Schäffner Mitglied des Editorial Board des American Journal of Kidney Diseases (AJKD). Im Oktober 2022 wurde sie in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie gewählt.
Ehrungen Im Jahr 2020 erhielt Elke Schäffner den Walter-Clawiter-Preis der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität. Gemeinsam mit ihrem Co-Autor Markus van der Giet wurde sie für eine Veröffentlichung zur Bluthochdruckforschung ausgezeichnet, die im European Heart Journal erschien.Antonios Douros, Markus Tölle, Natalie Ebert, Jens Gaedeke, Dörte Huscher, Reinhold Kreutz, Martin K. Kuhlmann, Peter Martus, Markus van der Giet, Elke Schaeffner: Control of blood pressure and risk of mortality in a cohort of older adults: The Berlin Initiative Study. In: European Heart Journal. Band 40, Nr. 25, 1. Juli 2019, S. 2021–2028. DOI:10.1093/eurheartj/ehz071. 2022 wurde Schäffner von der American Society of Nephrology mit dem Midcareer Distinguished Leader Award ausgezeichnet.
Weblinks Profil Elke Schäffner auf der Webseite der Charité Berlin Einzelnachweise
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