mini|hochkant|Stephansbrücke 15 (links), Blick von Norden mini|hochkant|Hinterhaus (Der Pfeil verweist auf den von der Firma Schäffer & Budenberg genutzten Keller.) mini|hochkant|Haustür des Gebäudes Stephansbrücke 15 mini|hochkant|Details des Gebäudes in einer 1915 veröffentlichten Zeichnung Das Haus Stephansbrücke 15 war ein Gebäude in Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und gilt als verlorengegangenes Baudenkmal.Götz Eckardt (Hrsg.): Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg, Band 1, Henschel Verlag Berlin, ISBN 3-926642-24-6, Seite 269

Lage Es befand sich in der Magdeburger Altstadt auf der Ostseite der Straße Stephansbrücke im sogenannten Knattergebirge. Nordwestlich, schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite, mündete die Kleine Marktstraße auf die Stephansbrücke ein. Nördlich grenzte das Haus Zum grünen Aprikosenbaum (Stephansbrücke 16) an, dessen Flucht etwas nach Osten zurücksprang. Zum Teil wird in der Literatur wohl versehentlich das Haus Stephansbrücke 15 mit dem Hausnamen Zum grünen Aprikosenbaum geführt.Axel Kühling, Magdeburger Sagen, Dritter Teil, Delta D Magdeburg, 2002, ISBN 3-935831-09-9, Seite 108 Heute befindet sich in diesem Bereich eine Parkanlage.

Bis 1867 mündete nördlich des Hauses der Katzensteg ein.

Architektur und Geschichte mini|links|Blick von Osten auf das Hinterhaus in den 1930er Jahren Das Gebäude wurde als Brauhaus geführt, ist jedoch in den alten Brauhauslisten der Stadt Magdeburg noch nicht gelistet. In den Jahren 1631 und 1651 ist als Eigentümerin die Witwe des Mag. Johannes Blocius genannt. Im Jahr 1651 war das Grundstück, wohl in der Folge der Zerstörung der Stadt Magdeburg im Jahr 1631 wüst. 1666/1667 war Christian Richter Eigentümer. Später ging es an den Brauer Hans Schröder, der es 1674 für 800 Taler an die Witwe des Oberstadtschreibers Philipp Hermann Baumgarten veräußerte. In den Jahren 1681 und 1718 ist ihr zweiter Mann, der Advokat und Bürgermeister Lic. Christoph Breitsprache als Besitzer genannt.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Hrsg.: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 441, wobei Breitsprache bereits 1712 verstorben war. Breitsprache erwarb nach hinten zum Katzensteg hin drei wüste Grundstücke. 1718 wurde am Katzensteg ein Tor gesetzt, so dass dieser Weg nun nur von den beiden Anliegern genutzt werden konnte. Aus dieser Situation ergaben sich später erhebliche Streitigkeiten zwischen den beiden Nachbarn.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Hrsg.: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 232 Als Eigentümer folgt Kammersekretär Christian Schartau, der das Gebäude bis 1727 besaß.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Hrsg.: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 441

Das bis zum Zweiten Weltkrieg bestehende Gebäude entstand im 18. Jahrhundert. Der verputzte zweigeschossige Bau war neunachsig ausgebildet. In der dritten Achse war der Hauseingang angeordnet. Das Portal war mit einem halbrunden Oberlicht versehen und von Pilastern flankiert, über denen sich ein gebrochener Bogen erstreckte. An den Ecken des Hauses befanden sich Lisenen, die die Geschosse zusammenfassten. Bedeckt war das Gebäude mit einem Satteldach. Auf dem Dach waren in drei Geschossen Fledermausgauben angeordnet.Götz Eckardt (Hrsg.): Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg, Band 1, Henschel Verlag Berlin, ISBN 3-926642-24-6, Seite 269

Von 1852 bis 1859 produzierte das Unternehmen Schäffer & Budenberg auf dem Grundstück in einem Hinterhaus.Lothar Thiede: Magdeburg und seine Industrie. Schäffer & Budenberg, Teil 1. Kremkau 2005, ISBN 3-934988-34-2, Seite 11 Zuletzt waren dort 48 Arbeiter tätig.Lothar Thiede: Magdeburg und seine Industrie. Schäffer & Budenberg, Teil 1. Kremkau 2005, ISBN 3-934988-34-2, Seite 23 Im Jahr 1867 erwarb der Eigentümer der Nummer 15 vom Rat das Recht am Katzensteg, als bis dahin formal noch öffentlichen Weg.Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Hrsg.: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 232

Zumindest in den 1930er Jahren war in einem im Vorderhaus eingefügten Laden die Fahrradhandlung Herrmann Giese ansässig.Magdeburger Adreßbuch für das Jahr 1939, Teil I, Seite 108 Eigentümer war zu diesem Zeitpunkt die F. W. Schulze Chem. Produkte-Großhandlung.Magdeburger Adreßbuch für das Jahr 1939, Teil II, Seite 180

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude wie die umgebende Bebauung zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Das Grundstück ist heute unbebaut und Teil einer Parkanlage.

Literatur Götz Eckardt (Hrsg.): Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg, Band 1, Henschel Verlag Berlin, ISBN 3-926642-24-6, Seite 269. Ernst Neubauer: Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Hrsg.: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 441.

Einzelnachweise

Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Magdeburg Kategorie:Ehemaliges Kulturdenkmal in Magdeburg Kategorie:Erbaut im 18. Jahrhundert Kategorie:Zerstört in den 1940er Jahren Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg