Wuthenow ist ein Ortsteil der Kreisstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg. Mit 437 Einwohnern ist das Dorf Wuthenow der fünftgrößte Ortsteil der Stadt (von insgesamt 14).

Am 6. Dezember 1993 wurde Wuthenow nach Neuruppin eingemeindet.

Lage Das Straßendorf Wuthenow liegt an einer länglichen Ausbuchtung des Ruppiner Sees, der Wuthenower Lanke. Am direkt gegenüber liegendem westlichen Seeufer befindet sich die Kernstadt von Neuruppin.

Geschichte

In slawischer Zeit bestanden an der Lanke zwei Siedlungen, eine innerhalb des heutigen Dorfes, die andere nahe der Grenze zur Gemarkung Neuruppin am Rande des Lankebergs. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts haben sich deutsche Siedler um den Berg herum niedergelassen.Evangelische Kirchengemeinde Wuthenow (Hrsg.): 1837–1987; 150 Jahre Kirche Wuthenow. Neuruppin 1987. Wuthenow ist wahrscheinlich das älteste Dorf des Ruppiner Landes. Erstmals urkundlich erwähnt 1319 als WotenoweMärkische Oderzeitung. 10./11. September 2005, S. 11. und im Visitationsbericht von 1541 als Wothenow uber dem sehe oder vormals auch als Wütenow bezeichnet. Grundherren waren die Grafen von Lindow-Ruppin bis zum Erlöschen des Geschlechts im Jahre 1524. Anschließend fällt das Dorf mit der Herrschaft Ruppin an die Mark Brandenburg und unterstand dem Amt Alt Ruppin. Mitbesitzer waren damals die Gräfin von Lindow (1 Vierhüfner und 7 Dreihüfner), die Schöffen von Neuruppin (1 Dreihüfner) und einige Bürger von Neuruppin sowie ein Pfarrer und ein Altar zu Neuruppin. Diese kleineren Anteile verschwanden bald darauf, so dass alles dem Amt direkt unterstand.

Von Anfang an war Wuthenow ein reines Bauerndorf. 1525 gab es insgesamt 23 Bauernhöfe, welche 62,5 Hufen Land bewirtschafteten, dazu kamen einige Wiesen bei Radensleben und der wüsten Feldmark Neukammer. 1624 hatte sich die Zahl der Bauernstellen auf 19 verringert, von den übrigen waren vier voffenbar zu 6 Kossätenstellen herabgesunken. daneben wird eine Schäferei genannt.

1652 waren 6 der 18 Bauernhöfe wüst, daneben bestanden ein Schulzengut und 7 Kossätenstellen. 1687 werden genannt: Ein Schulze und ein Bauer mit 4 Hufen Land, 14 Dreihüfner (4 wüst), 2 Zweieinhalbhüfner (1 wüst), 1 Zweihüfner, 3 Kossäten mit je einem Hufen Land, ein Kossät ohne Land sowie ein Schmied, ein Kuhhirt, ein Schäfer oder Schweiner und ein Ochsenhirt. Es wurde keine Fischerei und nur wenig Mastung betrieben. Auch 1722 waren 17 Bauern im Dorf, daneben 7 Kossäten, 1 Schmied, 1 Schäfer, 3 Hirten und ein Müller sowie 14 Knechte und 7 Mägde. Insgesamt zählte Wuthenow damals 135 Einwohner.

Am 28. September 2019 wurde das 700-jährige Bestehen Wuthenows mit einem Festumzug gefeiert.

Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Wuthenow Jahr 1766 1777 1785 1798 2017 Einwohner 221 221 221 245 437

Historische Landwirtschaft Aussaat und Tierbestand Wuthenow im Jahre 1798 Aussaat Weizen Roggen Gerste Hafer Erbsen Wicken Hirse Kartoffeln Leinsamen Buchweizen Menge 2 Scheffel 19 Winspel 2 Scheffel 15 Winspel 4 Scheffel 7 Winspel 14 Scheffel 5 Winspel 6 Scheffel 1 Winspel 3 Scheffel 1 Scheffel 7 Metze 7 Winspel 1 Scheffel 1 Winspel 7 Scheffel 12 Scheffel Tierbestand Pferde Rinder Schweine Schafe Stück 94 232 123 1114

Ortsbeirat Ortsvorsteherin: Ariane Feierbach

Ortsbeiratsmitglieder: Peter Lenz, Hans-Joachim RelitzHomepage der Stadt Neuruppin

Sehenswürdigkeiten mini|Wohnhaus eines Kossäten Dorfstraße 72 in Wuthenow mini|Wichmann von Arnstein soll von Wuthenow aus nach Neuruppin über den See gegangen sein.

Die 1836/1837 erbaute Dorfkirche wurde von Baumeister Karl Friedrich Schinkel als Normalkirche entworfen. In ihr befindet sich das Gemälde der ältesten Stadtansicht Neuruppins.Peter Schmidt: Wuthenows Kirche – ein Schinkelbau In: Ruppiner Anzeiger. 22./23. Januar 2000. Nahe dem Ortseingang (vom Seedamm aus) befindet sich ein Kossätenhaus aus dem 18. Jahrhundert.

Bemerkenswertes Theodor Fontanes Roman Schach von Wuthenow spielt teilweise im fiktiven Schloss Wuthenow. In seinen Briefen ist der Bericht über eine Exkursion eines Berliner Geschichtsvereins zu diesem erfundenen Schloss überliefert. In den Legenden über Wichmann von Arnstein wird berichtet, dass er von Wuthenow nach Neuruppin über das Wasser des Ruppiner See geschritten sei. Theodor Fontane beschreibt Wuthenow in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg – Erster Band: Die Grafschaft Ruppin.

Weblinks

Ortsteil Wuthenow auf der Website der Fontanestadt Neuruppin Schinkelkirche zu Wuthenow Wuthenow in der RBB-Sendung Landschleicher vom 6. Juni 2004 Historische Karte Mayers Ortslexikon Wuthenow erkunden (bereitgestellt auf google (en) auf meyersgaz.org)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Geographie (Neuruppin) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) Kategorie:Ersterwähnung 1319 Kategorie:Gemeindeauflösung 1993