Edwin Fritz Gröbe (* 31. Juli 1886 in Penig/Sachsen; † 13. September 1943 in Berlin-Plötzensee), Maschinenhändler und Reparateur für landwirtschaftliche Anlagen, war ein deutsches NS-Opfer. Er war verheiratet mit Marie Gröbe, geb. Weber gesch. Bocher und hatte ein uneheliches Kind.
Causa Gröbe Todesurteil Fritz Gröbe wurde am 8. September 1943 vor dem Volksgerichtshof wegen Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung zum Tode verurteilt (AZ: 2 J 476/43 - 1 L 77/43). Unter Vorsitz vom Präsidenten des Volksgerichtshofes Roland Freisler, sowie den Beteiligten Kammergerichtsrat Rehse, SA-Obergruppenführer Heß, SA-Oberführer Hell, Kreisleiter Reinecke und als Vertreter des Oberreichsanwalts Staatsanwalt Bruchhaus wurde für Recht erkannt:
Denunziation Die für Gröbe so verhängnisvollen Aussagen fielen am 27. Juli 1943 bei einem Gespräch mit dem ihm gut bekannten Parteigenossen Max Enghardt vor seinem Ladengeschäft in Penig. Dieser erzählte seinem Nachbarn, dem Parteigenossen und politischen Leiter des NSKOV Kurt Eichler davon, der wiederum am nächsten Tag den NSDAP-Ortsgruppenleiter Paul Henschel informierte. Henschel erstattete sodann Anzeige beim Bürgermeister von Penig.
Vernehmungsniederschrift Bei seiner Vernehmung zum Sachverhalt am 29. Juli 1943 gab Gröbe dem Meister der Schutzpolizei Hellwig Folgendes zu Protokoll:
Verhaftung Am 2. August 1943, gegen 18:15 Uhr, teilte die Geheime Staatspolizei, Staatspolizeistelle Leipzig, der Schutzpolizeidienstabteilung Penig fernmündlich mit, dass Gröbe sofort festzunehmen und am 3. August 1943 in Einzeltransport in das Polizeigefängnis Leipzig-Wächterstraße einzuliefern sei. Gröbe wurde um 20:55 Uhr durch die Peniger Schutzpolizei festgenommen und am 3. August 1943 morgens mit dem Zug nach Leipzig überführt. Von dort aus ging es am 1. September 1943 weiter ins Untersuchungshaftgefängnis beim Kriminalgericht Berlin Alt-MoabitSächsisches Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20031 Polizeipräsidium Leipzig und wenig später ins Gefängnis Berlin-Plötzensee.
Hinrichtung Fritz Gröbe wurde am 13. September 1943 um 18:00 Uhr in Berlin-Plötzensee, nur 5 Tage nach seiner Verurteilung, durch den Strang hingerichtet.
Ehrungen Der Lutherplatz in seiner Heimatstadt Penig, an dem sich das Wohn- und Geschäftshaus von Fritz Gröbe befand, trug von 1948 bis 1991 den Namen Fritz-Gröbe-Platz.
Einzelnachweise
Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Mann