Die Liste überlieferter Hundenamen aus dem Alten Ägypten verzeichnet die Namen von mehr als 90 Hunden.Allgemein zu Hunden im Alten Ägypten Begonnen wurde sie 1958 von Jozef M. A. Janssen (Nrn. 1–48),Jozef M. A. Janssen: Über Hundenamen im pharaonischen Ägypten. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo. (MDAIK) Band 16, 1958, S. 176–182. fortgeführt 1961 und 1977 von Henry G. Fischer (Nrn. 49–67 und 68–77), 2003 von Karine Bouvier-Closse (85 Nrn. in abweichender Reihenfolge),Karine Bouvier-Closse: Les noms propres de chiens, chevaux et chats de l’Égypte ancienne In: Anthropozoologica. Band 37, 2003, S. 11–38. 2009 von Eveline Zahradnik (Nrn. 78–90),Eveline Zahradnik: Der Hund als geliebtes Haustier im Alten Ägypten. Pro Business, Berlin 2009, ISBN 978-3-86805-408-8 (zugleich: Diplomarbeit, Universität Wien, 2008), S. 344–363. 2018 von Jean Brixhe (Nrn. 91–93)Jean Brixhe: Cynonymes (noms de chiens). In: Göttinger Miszellen. Heft 255, 2018, S. 25–29. Ergänzend: A propos de cynonymes. In Göttinger Miszellen. Heft 258, 2019, S. 25–32. sowie 2020 von Melissa Marie Thiringer (Nr. 94–96, Nr. 48a wird Nr. 48, Streichung Nr. 79).Melissa Marie Thiringer: An Egyptian's best friend? An Analysis and Discussion of the Depiction of the Domestic Dog in Ancient Egypt. Master-Arbeit, Universität Memphis, 2020, S. 136–147 mit Erläuterungen S. 48–60.
Da es in Ägypten keine Wölfe gab, ist dort die Abstammung des Hundes von einem anderen Caniden wie beispielsweise dem Goldschakal anzunehmen; denkbar ist auch der Import aus fremden Gebieten. Die meisten Hundenamen stammen von Abbildungen in Gräbern der Oberschicht, die den Verstorbenen mit seinem Hund zeigen, gelegentlich auch von Hundegräbern (z. B. Inschrifttafel Nr. 10, Särge Nr. 36 und 80, wohl auch Stelen wie Nr. 1–3, 91). Dargestellt sind meist hochbeinige Windhunde, vermutlich als Prestige-Objekte (Tjesem/Tesem oder Sloughi; Ausnahmen bilden z. B. kurzbeinige Hunde in Nrn. 29, 30, 47 oder ein Welpe in Nr. 41). Schriftzüge unmittelbar bei den Hunden werden im Allgemeinen als deren Namen angesehen; teilweise geht der Namenscharakter ausdrücklich aus der Inschrift hervor (z. B. Nr. 10); zahlreiche Namen sind auch als Personennamen belegt. Die Bedeutung ist oft unsicher. In geringerem Umfang sind individuelle Namen auch für Pferde, vereinzelt auch für Affen (t3-mr3j), Katzen (nḏm) und Kühe (zḥ-nfr) überliefert.
Die Namensgebung zeigt die Wertschätzung, die manchen Hunden seit frühdynastischer Zeit als Heim- bzw. Lieblingstieren entgegengebracht wurde. Dies änderte sich mit dem Ende des Neuen Reiches; Hundemumien dienten nun als Votivgaben an canidenartig vorgestellte Gottheiten wie Anubis, Upuaut und Chontamenti, und auch heute gilt der Hund unter Kopten wie Muslimen oft als unrein.Kathleen Listemann: Kulturgeschichtliche Bedeutung des Hundes im Alten Ägypten. München 2010, S. 102–104.