Süderholz ist eine amtsfreie Gemeinde im Süden des Landkreises Vorpommern-Rügen und liegt südlich von Grimmen. Der Verwaltungssitz der Gemeinde befindet sich im Ortsteil Poggendorf.

Geografie Geografische Lage Süderholz liegt südöstlich von Grimmen, westlich von Greifswald und südlich von Stralsund. Die Gemeinde liegt in einer waldreichen Umgebung. Durch das Gemeindegebiet fließen die Flüsse Ryck und Trebel.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Süderholz gehören folgende Ortsteile:Hauptsatzung der Gemeinde Süderholz, § 1

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Sundhagen im Norden, Wackerow im Nordosten, Levenhagen im Osten, Dersekow und Sassen-Trantow im Südosten, Loitz (Stadt) im Süden, Glewitz im Südwesten, Wendisch Baggendorf im Westen und Grimmen (Stadt) im Nordwesten.

Geschichte Süderholz Die Gemeinde Süderholz entstand am 1. Januar 1999 durch den Zusammenschluss von Bartmannshagen, Griebenow, Kandelin, Klevenow, Neuendorf, Poggendorf und Rakow (bis dahin selbstständige Gemeinden des Amtes Süderholz).StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999

Die Gegend war schon in der Steinzeit besiedelt, davon zeugen Großsteingräber (Neolithikum 3500 bis 1700 v. Chr.) in der Region. Vom 7. bis zum 13. Jahrhundert wurde die Umgebung hauptsächlich von Slawen bewohnt. Im Zuge der frühdeutschen Ostkolonisation (ab 1230) und der Gründung des Klosters Eldena kamen immer mehr deutsche Siedler ins Land. Der Name Süderholz ergab sich aus einem Waldstück (Holz) südlich von Poggendorf. Die Region hatte unter den Kriegen zu leiden. Von 1648 bis 1815 gehörte die Region zu Schwedisch-Pommern und danach zur preußischen Provinz Pommern.

Von 1952 bis 1994 gehörten die Orte der heutigen Gemeinde zum Kreis Grimmen (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, 1990–1994 im Land Mecklenburg-Vorpommern). 1994 wurden sie in den Landkreis Nordvorpommern eingegliedert. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt Süderholz im Landkreis Vorpommern-Rügen.

Von 1992 bis 1999 war Vorgänger der Gemeinde das Amt Süderholz (benannt nach einem Waldstück bei Poggendorf). Der Ort Poggendorf war der Sitz des Amtes und ist jetzt Verwaltungssitz der Gemeinde Süderholz.

Geschichte der Ortsteile Barkow

Der Ort liegt nur durch die Bundesstraße 194 getrennt gegenüber von Klevenow. Beide gehen heute fast ineinander über. Barkow hatte etwa die gleiche Entwicklung wie Klevenow, auch dort war um 1880 eine Vergrößerung und Modernisierung des Gutes und der Landarbeitersiedlung realisiert worden. Zur gleichen Zeit entstand direkt an der Straße ein Chausseehaus. Nach 1945 erfolgte die gleiche Entwicklung wie bei Klevenow, aber das Gut wurde gänzlich mit Neubauernhöfen überbaut, das Gutshaus wurde ebenfalls Wohnhaus. Die Landwirtschaft (LPG) wurde nach Klevenow verlegt.

Bartmannshagen

Der Ort ist dem Namen nach eine frühdeutsche Gründung. Bartmannshagen hatte um 1880 ein kompaktes Gut mit einem ausgedehnten Park und stellte zu dieser Zeit ein ausgesprochenes Gutsdorf dar. Um 1920 wurden Teile der Feldmark aufgesiedelt, es entstanden weit auseinander liegende Siedlungshöfe in nordöstlicher und südöstlicher Richtung. Dadurch entstand ein Streusiedlungsdorf. Nach der Bodenreform von 1945/1947 wurde der Park mit Neubauernhöfen überbaut, es sind nur noch unwesentliche Reste vorhanden.

Behnkenhagen

Dem Namen nach ist es eine frühdeutsche Gründung (1230 bis 1350), auch das nahe Bodendenkmal, die Turmhügelburg knapp westlich des Ortes, ist Beleg dafür. Der Turmhügel wird durch eine Bachschleife geschützt. Behnkenhagen ist ein Straßendorf und von der Funktion her ein Bauerndorf, was für Pommern eher selten ist. Die Höfe sind im Umfeld verteilt. Diese Struktur hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Behnkenhagen nach Neuendorf eingemeindet.

Boltenhagen

Boltenhagen war ein Gutsdorf und bestand seit dem 18. Jahrhundert aus zwei Gütern, dem adligen Gut (Rittergut) und dem Allodialgut. Dazwischen lag um einen Anger das Dorf mit den Landarbeiterkaten. Beide Güter hatten einen Gutspark, das adlige Gut einen kleinen Landschaftspark und das andere Gut einen gestalteten Barockpark. Das Allodialgut besaß schon vor 1880 eine Holländerwindmühle, die noch nach 1920 arbeitete. Adlig-Gut Boltenhagen, stabil um die 192 ha groß, gehörte bereits vor 1914 über einige Jahrzehnte der von Wakenitz’sche Familienstiftung. 1921 war das Allodialgut Boltenhagen weiterhin im Eigentum des Landwirts Franz Briest, mit 195 ha.

Bretwisch

Bretwisch war eine große Ansiedlung mit einem Angerdorf und Bauernwirtschaften sowie einem Dominalgut im Südwesten des Ortes. Diese Struktur erhielt sich bis 1945. Dann veränderten Bodenreform und die Kollektivierung der Landwirtschaft den Ort. Bretwisch wurde am 1. Juli 1950 nach Rakow eingemeindet.

Dönnie

Der Ort wurde 1289 als Donyn in einer Urkunde der Herzöge Bogislaw IV., Barnim II. und Otto I. von Pommern erwähnt, als der Ort ins Eigentum des Klosters Stolpe übertragen wurde.Rodgero Prümers: Pommersches Urkundenbuch. Bd. 3. Abt. 1: 1287–1295. Friedr. Nagelsche Buchhandlung, Stettin 1888, S. 83–84, PUB 1517.

Grabow

Grabow war noch 1835 laut preußischem Urmesstischblatt (PUM) als Teil von Rakow zu Klein Rakow gehörig. Bis 1880 wurde der Ort mit einem relativ kleinem Gut um 1,5 km nach dem Südosten von Rakow verlegt bzw. neu aufgebaut. Damit wurde es selbstständiger Ort, der sich auch bis 1920 nicht veränderte. Mit der Bodenreform von 1945 verschwand das Gut vollständig, es entstanden einige kleine Neubauernsiedlungen. Nach 1960 wurden der Ort und die ehemalige Gutsanlage mit einem LPG-Agrarkomplex überbaut. Dieser wurde nach 1990 wesentlich verkleinert und besteht jetzt aus einer kleineren Viehanlage.

Griebenow

Südöstlich des Gutes liegen Relikte einer mittelalterlichen Turmhügelburg aus frühdeutscher Zeit (1230 bis 1350) mit teilweise erhaltenem Ringgraben. Griebenow wurde 1248 erstmals urkundlich als „Gribbinogh“ erwähnt. Der Ort war damals im Erstehen begriffen und wurde zusammen mit den Orten Subzow und Pansow von Dersekow aus verwaltet und gehörte dem Kloster Eldena. Dies wurde in der genannten Urkunde von Herzog Wartislaw III. bestätigt.Pommersches Urkundenbuch, Bd. I, Nr. 478. Nach langfristigen Streitigkeiten zwischen dem Kloster und der Familie von Loitz (von Gadebusch) erhielten diese dann vom Kloster die drei Ortschaften zu Lehen. Obwohl 1250 noch Papst Innozenz IV. dem Kloster den Besitz bestätigt hatte, stritten die Herren von Loitz wieder, und der Besitz wurde dem Kloster entfremdet. 1275 gaben Herzog Barnim I. und 1281 Herzog Bogislaw IV. die Orte wieder ohne Einschränkung an das Kloster. Im 15. Jahrhundert hatte das Kloster den Besitz aufgegeben oder vertauscht, die Familie von Rusche erhielt die Dörfer vom Herzog als Lehen.H. Hoogeweg, Klöster in Pommern, Teil 1, Stettin, 1924, S. 541

Das ritterschaftliche Gut gehörte ab Mitte des 17. Jahrhunderts der Familie von Keffenbrinck, die unter dem Namen von Rehnskiöld ab 1650 die schwedische Nobilität erhielt. Der schwedische Einfluss wird auch im Herrenhaus (Schloss) Griebenow sichtbar, das 1702–1706 erbaut wurde. Die Linie starb in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus, die westfälische Linie derer von Keffenbrinck erbte das Gut. Sie erhielten 1875 den Grafentitel für den Fideikommiss Griebenow mit Willershusen und Kreutzmannshagen. Durch Heirat gelangte das Gut nach 1900 an die Familie der Freiherren von Langen, die sich dann von Langen-Keffenbrinck nannte.

Griebenow war ein typisches Gutsdorf mit dem dominierenden Gut einschließlich ausgedehntem Park und einer Landarbeiter-Katenzeile westlich des Parks. Zwischen 1880 und 1920 mussten Teile des Gutes abgegeben werden und wurden aufgesiedelt. Dadurch entstanden nach Nordwesten und Nordosten ausgedehnte Streusiedlungen.

Während des Zweiten Weltkrieges war das Schloss Müttererholungsheim, bis 1958 Tuberkulose-Genesungsheim und dann Altersheim.Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 68, ISBN 3-88042-636-8

Zu DDR-Zeiten und besonders nach 1990 begann der Ausbau der Wohnsiedlungen nördlich und südwestlich des Schlossareals. Der Gutshof mit den Wirtschaftsgebäuden ist relativ gut erhalten, es wurden zu LPG-Zeiten nur Bauten verändert und hinzugefügt.

Das Gebiet um das Schloss wurde ab dem Ende der 1990er Jahre mit Hilfe der Städtebauförderung durch umfassende Restaurierungen aufgewertet.

Grischow

Grischow hatte eine eigenwillige Struktur. Bereits 1835 gab es nördlich ein kompaktes Gut mit barockem Park und quer durch die Gutsanlage die Dorfstraße mit neun kleinen Landarbeiterkaten. Dies veränderte sich 1880 laut Messtischblatt (MTB), das Gut wurde vergrößert und das Dorf konzentrierte sich mit sechs Gebäuden westlich vom Gut. Von Grischow stammt Anna Regina von Bilow, die Frau Carl von Arnims. Mit der Bodenreform von 1945 wurde das Gut enteignet und die Neubauernsiedlungen rund um den Rest des Gutes errichtet. Der Park wurde bis auf einen Randstreifen beseitigt.

Groß Bisdorf

In den modernen Kartenwerken wird das Dorf auch nur mit „Bisdorf“ bezeichnet. Der Ort ist ein Angerdorf und von der Funktion her ein Bauerndorf. Es gibt außer der Kirche mit Kirchhof und dem obligatorischen Kriegerdenkmal keine Besonderheiten. Das Dorf hat sich entsprechend den Kartenwerken seit 1835 bis heute in Größe und Struktur nicht verändert. Groß Bisdorf wurde am 1. Juli 1950 nach Kandelin eingemeindet.

Gülzow-Dorf

Gülzow-Dorf wurde nach 1835 laut preußischem Urmesstischblatt mit dem Namen Gülzow angelegt. Es gibt keinen Nachweis, aber es ist anzunehmen, dass das Gut (Gülzow-Hof) die abgelegene Feldmark am Wald zur Besiedlung mit Bauern abgeben musste. Es wurden in T-Form acht Siedlungshöfe angelegt, wie das Messtischblatt (MTB) 1880 zeigt. Diese Struktur bestand auch noch 1920. Nach 1945 blieben nur noch vier Höfe übrig, die nach 1960 ihre landwirtschaftliche Funktion an die nahe gelegene LPG verloren. Die Höfe wurden Wohnplätze, und in einem wurde ein Gewerbebetrieb eingerichtet.

Kandelin

Es ist eine slawische Gründung. Kandelin war und ist ein Straßendorf, hatte aber einen kleinen Anger, das vorhandene Gut war nicht dominant. Kandelin wurde 1677 während der Schwedenzeit im Holländischen Krieg zerstört. Der Ort hatte um 1880 ein kleines Gut, eine Dampf- und eine Windmühle. Dieses Gut, vormals Candelin genannt, war längere Zeit in bürgerlicher Hand. Nach dem erstmals amtlich publizierten General-Adressbuch der Rittergutsbesitzer- und Gutsbesitzer der Provinz Pommern hieß der Gutsherr Mierendorf, auf 264 ha. Dann gehörte es der briefadeligen Familie von Gazen genannt Gaza. Letzter Vertreter als Gutsbesitzer vor Ort war Ernst von Gaza. Sein Rittergut Candalinenhof beinhaltete einen Umfang von gesamt 289 ha Land, davon in Acklerflächen 238 ha. Das Gut unterhielt mit 300 Tieren einen großen Schweineviehbetrieb. Des Weiteren galt man als offizielle Saatguteinrichtung. Im Ort Kandalin bestanden drei jeweils um die 24 ha große Höfe, der Familien E. und O. Bahls sowie Max Wörpel. Das Dorf weitete sich zu DDR-Zeiten und nach 1990 beträchtlich aus, es entstanden zwei große Landwirtschaftskomplexe.

Kaschow