Arthur Lennox Butler (* 22. Februar 1873 in Mahabaleshwar, Maharashtra, Indien; † 29. Dezember 1939 in Horsham, England) war ein britischer Ornithologe, Naturforscher, Kurator am Selangor Museum und Leiter eines Wildtier-Reservats im Sudan.
Leben und Wirken Sein Vater Edward Arthur Butler (1843–1916) diente in der britischen Armee und beschäftigte sich ebenfalls mit der Ornithologie. Seine Mutter war Clara Maria Francis (1854–1912), die der Vater im Jahr 1872 heiratete. Seine jüngeren Brüder hießen Charles Edward Butler (1874–1960) and Harry Francis Butler (1877–1969). Arthur Lennox trat in die Fußstapfen seines Vaters und blieb sein Leben lang ein begeisterter Naturforscher. Er besuchte zunächst die Fauconberg School in Beccles und lehnte eine universitäre Ausbildung ab. Stattdessen ging er 1881 nach Sri Lanka um Teepflanzer zu werden. Schon bald gab er diesen Beruf auf, um professioneller Jäger und Sammler von Vogelbälgen zu werden. Diese verkaufte er an Herbert Walter Marsden (1841–1919) und das naturhistorische Museum in Tring. So bereiste er viele Orte in Indien und den malaiischen Staaten, um dort zu sammeln und seine Beute ans Museum in Tring zu schicken.Carl Eduard Hellmayr (1940), S. 348. Im Jahr 1908 heiratete er Ada Rose Ward-Boughton-Leigh (1872–1962). Die Ehe blieb kinderlos.Carl Eduard Hellmayr (1940), S. 350.
Im Jahr 1898 wurde er erster Kurator am neu gegründeten Selangor Museum. Zuvor hatte er die Andamanen und Nikobaren besucht und dort eine ordentliche Sammlung zusammen getragen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Reise beschrieb er 1899 in The Journal of the Bombay Natural History Society. Von 1901 bis 1915 leitete er ein Wildschutz-Reservat im anglo-ägyptischen Sudan. Für die Position wählte ihn Herbert Kitchener, 1. Earl Kitchener auf Empfehlung von Major Stanley Smyth Flower aus. Während dieser Jahre konnte Butler zusätzlich zu seinen Aufgaben als Wildhüter viel über die Vogelwelt des Sudan lernen und es war wahrscheinlich die glücklichste Zeit seines Lebens. Er legte eine große Sammlung sudanesischer Vögel an, die er später dem Natural History Museum vermachte. In den Jahren 1905 und 1908 publizierte er zwei wertvolle Artikel über das Gebiet mit den Titeln A Contributions to the Ornithology of the Egyptian Soudan und A Second Contribution to the Ornithology of the Egyptian Soudan in der Fachzeitschrift The Ibis. In Khartum besaß er auch eine erlesene Sammlung lebender Tiere und Vögel. So half er dem Zoo Gizeh und London Zoo oft bei der Beschaffung seltener Vogel- und Säugetierarten.Carl Eduard Hellmayr (1940), S. 349.
Im September 1915 trat er von seinem Posten zurück, nachdem er mit dem Nil-Orden für seine Dienste ausgezeichnet wurde und kehrte nach England zurück. Hier ließ er sich am St. Leonard's Park nahe Horsham nieder und frönte seiner Leidenschaft der Jagd und seinen Arbeiten über die Vogelwelt. In diesem Lebensabschnitt begann er mit dem Studium der Kolibris. Hier legte er sich eine schöne Sammlung seltener und schöner Exponate an, die er oft bei den Treffen der British Ornithologists’ Union (BOU), präsentierte. Ebenso führte ihn sein Weg ans Stonyhurst College, wo er bei der Katalogisierung der südamerikanische Sammlung von Charles Waterton (1782–1865) half. Auch war er maßgeblich an der Ermittlung des Verbleibs der Kolibri-Sammlung von George Loddiges (1786–1846) zu Beginn des letzten Jahrhunderts beteiligt. Dank Butlers Bemühungen konnte diese historische Sammlung, die in den Besitz des Enkels George Bowes Loddiges (1873–1935) aus Barnes übergegangen war, später in den Besitz des British Museum gelangen.
Im Winter 1924–1925 reiste Butler mit seiner Frau und Alec Muir nach Trinidad, um Kolibris und andere tropische Vögel in ihren Heimatgebieten zu studieren. Von der Reise übermittelte er gemeinsam mit Muir in The Ibis zwei sehr interessante Berichte über das Nistverhalten der Kupferbürzelamazilien-Unterart (Saucerottia tobaci erythronotos (, 1829)) und des Urutau-Tagschläfers (Nyctibius griseus (, 1789)).
Im Jahr 1932 wurde er schwer krank und konnte keine Treffen der BOU mehr besuchen. Seine Frau kümmerte sich um ihn bis zu seinem Tod.
Mitgliedschaften 1899 wurde er zum Mitglied der BOU gewählt. Von 1929 bis 1933 diente er als Mitglied des Komitees der BOU und im Jahre 1933 als deren Vizepräsident. Seit 1921 war er Mitglied des British Ornithologists’ ClubList of members June 1921. und wurde 1927 in dessen Komitee gewählt, dem er bis 1930 angehörte.Committee 1927–1930 Im Jahr 1928 wurde er ein Associate der American Ornithologists’ Union.Fellows, Members, and Associates of the American Ornithologists' Union April 1930 S. 28
Erstbeschreibungen von Arthur Lennox Butler Butler hat (auch zusammen mit anderen Autoren) einige Arten, Unterarten und Hybride die neu für die Wissenschaft waren, beschrieben.
Arten Zu den Arten gehören chronologisch u. a.: Riesensalangane (Hydrochous gigas ( & 1901))
Unterarten Zu den Unterarten gehören chronologisch u. a.: Gelbhaubenspecht (Picus chlorolophus rodgeri ( & , 1898)) Grünflügelbülbül (Ixos mcclellandii peracensis ( & , 1898)) Schwarzbrauen-Breitrachen (Serilophus lunatus rothschildi & , 1898) Rotnacken-Topaskolibri (Topaza pella microrhyncha , 1926)
Hybride Zu den Hybriden gehören chronologisch u. a.: Eriocnemis söderströmi , 1926 eine Hybride aus Langschwanz-Höschenkolibri (Eriocnemis luciani (, 1847)) und Schwarzbauch-Höschenkolibri (Eriocnemis nigrivestis ( & , 1852))
Dedikationsnamen George Albert Boulenger ehrte ihn 1900 in den wissenschaftlichen Namen der Butlers Wolfszahnnatter (Lycodon butleri)George Albert Boulenger (1900b), S. 336., des Marmor-Engmaulfrosch (Microhyla butleri)George Albert Boulenger (1900c), S. 188. und 1912 in dem des Butlers Waldskink (Tytthoscincus butleri)George Albert Boulenger (1912), S. 91.. Franz Josef Maria Werner benannte 1907 die Butlers zweiköpfige Schlange (Chilorhinophis butleri)Franz Josef Maria Werner (1907), S. 1881. nach ihm. Außerdem widmeten ihm David Armitage Bannerman 1930 die Arabientrappen-Unterart (Ardeotis arabs butleri)David Armitage Bannerman (1930), S. 433. und Ernst Hartert 1898 die Rotkopf-Laubsänger-Unterart (Phylloscopus castaniceps butleri)Ernst Johann Otto Hartert (1898), S. 50..
Bei den ebenfalls nach ihm benannten Namen Anomalospiza butleri & , 1918William Lutley Sclater u. a. (1918a), S. 460. handelt es sich um ein Synonym für die Kuckuckswitwe (Anomalospiza imberbis (, 1868)), bei Cinnyris osea butleri & , 1918William Lutley Sclater u. a. (1918b), S. 619. um ein Synonym für die Jerichonektarvogel-Unterart (Cinnyris osea decorsei 1905), bei Ptilopachus petrosus butleri & , 1920William Lutley Sclater u. a. (1920), S. 842. um ein Synonym für die Felsenwachtel-Unterart (Ptilopachus petrosus brehmi , 1908), bei Lagonosticta butleri , 1907William Robert Ogilvie-Grant (1907), S. 16. um ein Synonym für die Larvenamarant-Unterart (Lagonosticta vinacea nigricollis , 1863), bei Cisticola butleri , 1907William Robert Ogilvie-Grant (1907), S. 17. um ein Synonym für die Rostflügel-Zistensänger-Unterart (Cisticola cantans concolor (, 1869)), bei Pyrrhulauda butleri , 1903George Ernest Shelley (1903), S. 73. ein Synonym für die Weißstirnlerche-Unterart (Eremopterix nigriceps albifrons , 1850), Columba livia butleri , 1921Richard Meinertzhagen (1921), S. 6f. um ein Synonym für die Felsentaube-Unterart (Columba livia schimperi , 1854), bei Upupa butleri , 1911Gyula Madarász (1911), S. 339. um ein Synonym für den Wiedehopf (Upupa epops Linnaeus, 1758) und bei Gehyra butleri 1900George Albert Boulenger (1900a), S. 333. um ein Synonym für den Gewöhnlichen Vierkrallengecko (Gehyra mutilata (, 1834)).
Publikationen (Auswahl)
Literatur
Einzelnachweise
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