mini|Rita Christen hält einen Stopper (zum Klettern) in der Hand (2021) Rita Christen (* 1968) ist eine Schweizer Bergführerin, Juristin und die erste Präsidentin des Schweizer Bergführerverbandes. Im November 2025 wurde sie als erste Frau zur designierten Präsidentin der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände gewählt.

Leben Rita Christen wuchs im ausserrhodischen Urnäsch auf, am Fusse des Säntis. Ihr Vater war Direktor der Säntisbahn.

1992 schloss sie ein Studium in Rechtswissenschaften an der Universität in Freiburg ab. Als junge Frau reiste sie viel, durchquerte mit dem Velo Island und war länger allein in Alaska unterwegs. Sie interessierte sich für indigene Völker und deren Verbundenheit mit der Natur. Für ihre Doktorarbeit lebte Christen einen Sommer lang im nordamerikanischen Vermont in einem «Peace Village» der Cherokee, brach dann aber ihr Dissertationsprojekt ab.

Zum Bergsteigen fand sie erst später. Mit ihrem Mann absolvierte sie gemeinsam die Bergführerausbildung. Ihr Diplom als Bergführerin erwarb sie im Jahr 1998 als zwölfte Frau. Aus ökologischen Gründen führt sie keine Touren und Kurse im Ausland.

Sie war tätig in der Leiterausbildung des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) sowie bei Jugend und Sport (J+S). An der Fachhochschule Graubünden ist die Bergführerin und Juristin Lehrbeauftragte im «Alpinrecht». Die Fachgruppe «Expertisen bei Bergunfällen» leitet Rita Christen seit 2010 als geschäftsführende Präsidentin. Als Bergretterin ist sie Mitglied der Colonna d’agid Mustér. Weiter hat sie eine Ausbildung zur Yogalehrerin absolviert und gibt Yogakurse.

Im November 2020 wurde mit Rita Christen zum ersten Mal in der über 100-jährigen Geschichte des Berufsverbandes des Schweizer Bergführerverbands (SBV) eine Frau an die Spitze gewählt. Zu diesem Zeitpunkt gehörten dem Verband 42 Bergführerinnen und 1492 Bergführer an. Der Frauenanteil betrug damit knapp 3 Prozent.

Im November 2025 wurde sie als erste Frau zur designierten Präsidentin der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände gewählt.

Sie arbeitet zu rund 50 Prozent als Gerichtsschreiberin am Verwaltungsgericht Graubünden in Chur. Daneben absolvierte Christen eine Ausbildung zur Yogalehrerin und erteilt Kurse.

Rita Christen ist verheiratet, Mutter von zwei Söhnen und wohnt in Disentis im Kanton Graubünden.

Literatur Daniela Schwegler: Himmelwärts, Bergführerinnen im Porträt. Rotpunktverlag, Zürich 2019, ISBN 978-3-85869-846-9, S. 92–111. mit sechs weiteren: A woman’s place: Fundstücke von Bergsteigerinnen aus der Sammlung. Scheidegger & Spiess, Zürich; Alpines Museum der Schweiz, Bern 2021, ISBN 978-3-03942-039-1.

Filmdokumentation Lisa Röösli: Pionierinnen am Berg. 2025, SRF/3sat

Weblinks

Video-Interview mit Rita Christen. «Fundbüro für Erinnerungen Nr. 2: Frauen am Berg», 2021, Video: David Röthlisberger, Alpines Museum der Schweiz (Schweizerdeutsch gesprochen mit Untertiteln in Französisch und Englisch) Erste Frau an Spitze des Schweizer Bergführerverbandes. In: Schweiz aktuell (SRF). 13. November 2020 Pionierinnen am Berg. Schweizer Radio SRF, 21. Juli 2021 Bergführerverband: Keine Männerbastion mehr Schweizer Radio und Fernsehen SRF, 13. April 2021

Einzelnachweise

Kategorie:Bergführer (Schweiz) Kategorie:Präsident eines Sportvereines Kategorie:Jurist Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1968 Kategorie:Frau