Pasquale Ullino Ugo Consiglio Perris (* 26. August 1893 in Rom; † 12. Oktober 1954 ebenda) war ein italienischer Stummfilmkomponist und Orchestermusiker in Deutschland.

Leben und Wirken Über Perris ist nur sehr wenig bekannt. Der Sohn des Artisten und Sängers Roberto Perris und dessen Frau Michelina GenoveseArchivio di Stato di Roma, Stato Civile di Roma, Atti di nascita 1893 (online). arbeitete nach seiner musikalischen Ausbildung als Dirigent und Kapellmeister und leitete in der Weimarer Republik das Filmorchester des Berliner Kino Babylon am Bülowplatz gegenüber der Volksbühne.Karl Heinz Dettke: Kinoorgeln und Kinomusik in Deutschland. Metzler, Stuttgart/Weimar 1995, ISBN 3-476-01297-2, S. 278 ff. Perris schuf auch die Begleitmusik zu in deutschen Kinos aufgeführten ausländischen Filmen wie die erfolgreiche Hollywoodproduktion Blaue Jungs – blonde Mädchen. Bekannt machten ihn jedoch vor allem seine Kompositionen, die er seit 1925 in den letzten fünf Jahren deutscher Stummfilmproduktion zu einer Fülle von Unterhaltungsfilmen verfasste. Dabei deckte er quasi sämtliche gängige Genrefelder ab, vom Sportfilm (Die elf Teufel) und dem an exotischen Plätzen spielenden Abenteuerstoff (Colonialskandal) über das Historiendrama (Maria Stuart, Spielereien einer Kaiserin) und die Literaturadaption (Der Biberpelz, Therese Raquin, Schinderhannes) bis hin zur stummen Leinwandoperette (Der Zigeunerbaron). Erstaunlicherweise beendete Pasquale Perris diese Tätigkeit genau zu Beginn der Tonfilmära, also zu einer Zeit, in der die Filmmusik massiv an Bedeutung zu gewinnen begann. Seine letzten beiden, als „Tonfilme“ Anfang 1930 angelaufenen Produktionen, wurden 1929 noch als Stummfilme begonnen. Über Perris’ spätere berufliche Aktivitäten ist derzeit nichts bekannt. 1947 von den Alliierten entnazifiziert,Bundesarchiv, Akten der Reichskulturkammer, Entnazifizierung Pasquale Perris, R 9361-V/148983 (vgl. Eintrag im Archivportal-D). lebte er bis zu seinem Tod in Berlin, starb aber 1954 in der Clinica Latina (Via Vulci) in seiner Geburtsstadt Rom.Ufficio Anagrafe, Stato Civile e Leva di Roma, Atti di morte 1954.

Filmografie 1925: Wallenstein (2 Teile) 1926: Der Herr des Todes 1926: Wenn der junge Wein blüht 1926: Die Warenhausprinzessin 1926: Schwester Veronika 1927: Der Zigeunerbaron 1927: Die Frau mit dem Weltrekord 1927: Zwei unterm Himmelszelt 1927: Die elf Teufel 1927: Maria Stuart 1927: Die drei Niemandskinder 1927: Die rollende Kugel 1927: Colonialskandal 1927: Eine kleine Freundin braucht ein jeder Mann 1927: 1 + 1 = 3 1928: Der Biberpelz 1928: Therese Raquin 1928: Schinderhannes 1928: Ritter der Nacht 1928: Haus Nummer 17 1928: Geschlecht in Fesseln 1928: Rasputins Liebesabenteuer 1929: Somnambul 1929: Ich küsse Ihre Hand, Madame 1929: Jenseits der Straße 1929: Der Erzieher meiner Tochter 1929: Die Kaviarprinzessin 1929: Zwischen vierzehn und siebzehn 1929: Vater und Sohn 1929: Sensation im Wintergarten 1929: § 173 St.G.B. Blutschande 1929: Die Drei um Edith 1929: Das verschwundene Testament 1929: Mutterliebe 1929: Unschuld (Die kleine Veronika) 1929: Meine Schwester und ich 1929: Heilige oder Dirne 1929: Spielereien einer Kaiserin 1930: Stud. chem. Helene Willfüer 1930: Delikatessen

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Einzelnachweise

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