Mainsondheim ist ein Gemeindeteil der Stadt Dettelbach im Landkreis Kitzingen (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Mainsondheim hat eine Fläche von 3,133 km². Sie ist in 521 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6014,01 m² haben.
Bis zum freiwilligen Zusammenschluss mit Dettelbach am 1. Juli 1974 war Mainsondheim eine selbstständige Gemeinde. Jahrhundertelang bildete das Schloss und der es umgebende Gutshof den wirtschaftlichen Mittelpunkt des Dorfes. So hatten verschiedene Adelsgeschlechter die Herrschaft über Mainsondheim inne. Die Herrschaftswechsel führten im 16. Jahrhundert auch zu einem Konfessionswechsel der Einwohner.
Noch heute beherrscht das Schloss, das von den Herren von Mauchenheim genannt Bechtolsheim bewohnt wird, das Dorf, das der einzige rechtsmainische Gemeindeteil von Dettelbach ist. Die ehemalige Gutsherrschaft mit ihren großen Ackerflächen entlang des Maines wurde in den 1980er Jahren zu einem Golfplatz umgestaltet, der das Ortsbild bis heute nachhaltig prägt. Mit Dettelbach ist Mainsondheim seit Jahrhunderten über eine Mainfähre verbunden.
Geografische Lage Geografie und naturräumliche Gliederung Mainsondheim liegt im äußersten Süden des Dettelbacher Gemeindegebietes und ist der einzige linksmainische Gemeindeteil von Dettelbach. Der Norden wird von der Dettelbacher Kernstadt eingenommen, mit der Mainsondheim über die Mainfähre verbunden ist. Im Osten schließt sich die Gemarkung von Hörblach an, einem Gemeindeteil von Schwarzach am Main. Mit dem sogenannten Klosterforst ragt im Südosten das Stadtgebiet von Kitzingen heran. Albertshofen ist im Süden zu finden, während Mainstockheim, auf der gegenüberliegenden Mainseite, ganz im Südwesten an Mainsondheim angrenzt.
Nächstgelegene größere Städte sind Volkach mit einer Distanz von etwa neun Kilometern und Kitzingen, welches ungefähr sechs Kilometer entfernt ist. Die nächste Großstadt ist das etwa 17 Kilometer entfernte Würzburg.
Naturräumlich liegt Mainsondheim an der Grenze mehrerer Räume. So ermöglicht der offene Charakter des Maintals eine Zuordnung zum sogenannten Schwarzacher Becken, das von flachen Schwemmkegeln einiger kleiner Mainzuflüsse gebildet wurde. Dieser Naturraum ist Teil des Mittleren Maintales. Daneben haben insbesondere die südöstlichen Bereiche der Gemarkung Anteil am Albertshofener Flugsandgebiet, das von den großen Waldflächen des Kitzinger Klosterforstes dominiert wird und sich durch Flugsande kennzeichnet. Ganz im Süden beginnt das Kitzinger Maintal mit steileren Osthängen.
Das Dorf liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Deutschlands zählt. Geologisch überwiegen um Mainsondheim sandige Böden mit hohem Keuperanteil, die sich gut für den Obstanbau eignen. Hydrologisch ist das Dorf auf den Main ausgerichtet, der die Gemarkung im Norden, Osten und Westen begrenzt. Neben dem Fluss fließt lediglich noch der Wenzelbach von Hörblach kommend durch die östliche Gemarkung, ehe er in den Main mündet.
Dorfgliederung mini|Die Albertshofener Straße im Ortskern Die Gemarkung von Mainsondheim nimmt eine Fläche von 2,94 km² ein. Das Zentrum bildet das Haufendorf mit der Kirche und dem nördlich gelegenen Schloss. Die Ausrichtung zum Fluss wird durch das jahrhundertealte Fährrecht symbolisiert. Die Fähre verkehrt noch heute zwischen Mainsondheim und Dettelbach bei Flusskilometer 294. Seit 1880 liegt der Friedhof ganz im Südwesten der Gemarkung auf dem sogenannten Rosenberg.Willi Hartmann: Der Friedhof. In: Hermann Pfannes (Hrsg.): Mainsondheim bis 1993. Münsterschwarzach 1993. S. 41–43. Im 20. Jahrhundert wurden um den Altort mehrere Neubaugebiete ausgewiesen, die vor allem von Ein- und Mehrfamilienhäusern dominiert werden. Sie reihen sich entlang der Albertshofener und der Hörblacher Straße im Süden bzw. Osten des Ortskerns auf. Im Osten ist die Staustufe Dettelbach über dem Main zu finden.
Die Baggerseen und Altwasser, die durch den Sandabbau entlang des Maines im 20. Jahrhundert entstanden, reihen sich nördlich des Schlosses auf. Der größte dieser Seen ist der Südliche Mainsondheimer See. Im Nordosten und Nordwesten der Gemarkung bestehen heute keine Ackerflächen mehr. Diese von Hochwasser bedrohten Areale sind zu einem großen Golfplatz umgewandelt, der weite Teile der Gemarkungsfläche einnimmt. Im Süden wird die Gemarkung von der Bundesautobahn 3 begrenzt. Die Mainbrücke Dettelbach beginnt auf Mainsondheimer Gemarkung.
Mainsondheims Lage am Main wird auch durch die Schutzgebiete unterstrichen, die sich In der Umgebung befinden. In die Gemarkung des Ortes ragt ein ausgedehntes Vogelschutzgebiet am Mainufer hinein, das sich bis nach Schweinfurt zieht. Der Main selbst bildet zwischen Grafenrheinfeld und Kitzingen das Fauna-Flora-Habitat Mainaue. Eine alte Linde südöstlich des Dorfes ist ein Naturdenkmal, ein alter Kastanienbaum wurde wahrscheinlich entfernt.
Geschichte Vor- und Frühgeschichte Nur wenige vor- und frühgeschichtliche Funde wurden in der Gemarkung von Mainsondheim gemacht. Wahrscheinlich war die Stelle am Fluss lange Zeit überhaupt nicht besiedelt. Die Anwesenheit von Menschen an diesem Mainabschnitt ist allerdings durch Ausgrabungen in den angrenzenden Fluren von Schwarzenau belegt, wo bereits seit der Mittelsteinzeit eine Siedlungskontinuität nachgewiesen werden kann. Lediglich ganz im Südosten der Gemarkung nahe der Autobahn entdeckte man auch in Schwarzenau Funde, die der Eisenzeit zugeordnet werden können.
Lange Zeit saßen im Umland von Mainsondheim keltische Stammesverbände, die ihre Tote in Grabhügeln bestatteten. Solche Grabhügel haben sich, bereits außerhalb des Mainsondheimer Gebiets, mit den sogenannten Hunnenhügeln im an die Gemarkung grenzenden Teil des Kitzinger Klosterforsts erhalten. Ab dem 6. Jahrhundert kam es zu Bevölkerungsüberlagerungen. Die Franken brachten das Christentum an den Main mit und etablierten erste Verwaltungsgrenzen, die sogenannten Gaue.
Die Historiographie des Hochstifts Würzburg verlegte die Ersterwähnung von Mainsondheim bereits in das 5. nachchristliche Jahrhundert. Damals, 479, soll Suno, der neunte Herrscher der Ostfranken seine Burg und seinen Hauptsitz in das nach ihm benannte „Suntheim am Main“ verlegt haben. Die bei Johannes Trithemius in seiner Frankengeschichte („de origine Francorum“) auftauchende Behauptung kann allerdings nicht belegt werden. Die Gründung mit der Endung -heim verweist stattdessen auf das 6. Jahrhundert.Reinhard Worschech: Zur Pfarrgeschichte von Mainsondheim. Aus alten Urkunden und Aufzeichnungen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 130.
Mittelalter Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mainsondheim erst im Jahr 1113 und taucht damit erst sehr spät in den Quellen auf. Damals wurde „Maynsondheim“ der Klosterpfarrei Schwarzach zugeteilt und gehörte viele Jahrhunderte in den seelsorgerischen Einflussbereich des Benediktinerklosters Münsterschwarzach. Über einhundert Jahre später, 1220, tauchte erstmals ein eigenes Gotteshaus in Mainsondheim auf. Die kleine Kapelle in „Suntheim“ war dem Patronat der Herren von Scheinfeld unterstellt.
Ähnlich wie bei den benachbarten Dörfern waren die Menschen in Mainsondheim während des Mittelalters verschiedenen Herren unterstellt. 1283 tauchten die Zisterziensermönche von Ebrach als Inhaber des Wein- und Fruchtzehnts auf.Reinhard Worschech: Das Schloß Mainsondheim. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1981. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1981. S. 144. Kirchlich verloren die Benediktiner von Münsterschwarzach im Laufe des Mittelalters an Einfluss. In einer Urkunde des Würzburger Fürstbischofs Johann III. von Grumbach vom 28. November 1465 wurde der Ort der Pfarrei Dettelbach zugeschlagen. Zuvor war das Dorf Prosselsheim zugehörig gewesen.
Zur gleichen Zeit gelang es den Herren von Thüngen ihren Einfluss über Mainsondheim weiter auszubauen. Die Adeligen saßen bereits im Schloss, das die Ortsmitte des Dorfes dominierte. Allerdings mussten sie das Dorf 1490 an die Herren von Crailsheim verkaufen, die ihren Hauptsitz in Altenschönbach im Steigerwaldvorland hatten und Mainsondheim vernachlässigten.Reinhard Worschech: Zur Pfarrgeschichte von Mainsondheim. Aus alten Urkunden und Aufzeichnungen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 130. Dennoch gehen die Kirche und das Schloss in ihren heutigen Erscheinungsformen im Kern auf das 15. Jahrhundert zurück.
Frühe Neuzeit Durch die Crailsheimer schlossen sich die Untertanen in Mainsondheim wohl bereits 1534 dem Protestantismus an. 1583 musste bereits eine neue Kirche errichtet werden, weil die alte zu klein und zu baufällig geworden war. Kurze Zeit besaß Mainsondheim wohl einen eigenen Pfarrer, allerdings übernahm 1555 bereits der Prädikant von Albertshofen die Seelsorge des Nachbarortes. Mainsondheim war dem Kitzinger Kapitel zugeordnet und damit eng in die lutherischen Strukturen Frankens eingebunden.
1592 kaufte der fürstbischöfliche Amtmann von Klingenberg, Hans Fuchs von Dornheim zu Wiesentheid, das Dorf und das Schloss. Obwohl der neue Dorfherr katholischen Glaubens war, blieb Mainsondheim noch bis 1612 dem lutherischen Prediger von Albertshofen zugeordnet. Erst unter Veit Hartmann Fuchs von Dornheim nahm man wieder den katholischen Glauben an. Obwohl sich Salomon Codomann als Dechant von Kitzingen über den Konfessionswechsel beim Markgrafen von Ansbach beschwerte, blieb der Ort katholisch.Reinhard Worschech: Zur Pfarrgeschichte von Mainsondheim. Aus alten Urkunden und Aufzeichnungen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 131.
Im Dreißigjährigen Krieg errichteten die Bewohner von Mainsondheim mehrere Wetterkreuze, die vom Bamberger Bischof mit Reliquien ausgestattet wurden. Damit wollten die Mainsondheimer ihre Treue zur neuen Konfession bekräftigen. Der Krieg wirkte sich indirekt auf das Dorf aus, wobei man insbesondere die wichtigsten Bauten vernachlässigte. Nach dem Krieg begann man auch in die Wallfahrtskirche Maria im Sand im nahen Dettelbach zu pilgern. Die Franziskaner aus Dettelbach versorgten zu dieser Zeit auch die Pfarrei Mainsondheim mit.
Das Schloss, das nach wie vor mit seiner Gutsherrschaft den Mittelpunkt des Dorfes bildete, wechselte im 18. Jahrhundert neuerlich den Besitzer. 1735 starb der Würzburger Dompropst Johann Philipp Fuchs von Dornheim. Als Erben stand die Familie von Mauchenheim genannt Bechtolsheim bereit. Die Adeligen übernahmen das Schloss und das Dorf und bewohnen noch heute die Schlossanlage.
Neuzeit: In Bayern Eine noch einschneidendere Veränderung erfuhren die Bewohner des Dorfes zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Neuordnung Europas durch die Kriege Napoleon Bonapartes wurden die kleinen Adelsherrschaften in Franken mediatisiert. 1803 gelangte Mainsondheim auf diesem Weg an das größere gewordene Kurpfalz-Bayern. Nach einer Zwischenzeit im Großherzogtum Würzburg wurde Mainsondheim 1814 endgültig bayerisch. Die Herren von Mauchenheim genannt Bechtolsheim bewahrten sich allerdings noch einige althergebrachte Rechte und richteten noch bis 1848 ein Patrimonialgericht, das für bürgerliche Streitigkeiten zuständig blieb. mini|Das Maintal, Blick auf Mainsondheim, Ferdinand von Rayski