Das Haus am Wehrsteg ist ein Künstlerhaus für zeitgenössische Kunst und Archiv in Heidelberg.
Jüngere Geschichte Erstmals künstlerisch genutzt wurde das direkt am Neckar gelegene Industriedenkmal ab dem Jahr 1972. In jenem Jahr trat die Dichterin und Musikerin Eva Vargas für eine Miete in Kontakt mit der Stadt Heidelberg, die das Gebäude kurz zuvor von der Bundesrepublik (Wasser- und Schifffahrtsamt) erworben hatte.
Zunächst war nur eine Zwischennutzung bis zum Zeitpunkt des Abrisses vorgesehen. Indem das Haus unter Denkmalschutz gestellt wurde, wurde die Nutzung als Künstlerhaus in der Folge jedoch entfristet. Vargas lebte und arbeitete bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 im Haus am Wehrsteg, welches damals noch unter den Namen Altes Trafohaus oder Trafohäuschen bekannt war.
Seit 2013 führt der Heidelberger Künstler Matthis Bacht das Künstlerhaus nach einer offiziellen Ausschreibunghttps://ww2.heidelberg.de/stadtblatt/2013/2013_26_stablakompl.pdf durch die Stadt Heidelberg fort.
Architektur Das Haus am Wehrsteg ist ein Industriedenkmal aus der Feder des Architekten Paul Bonatz (1877–1956). Es bildet ein Ensemble mit dem Wehrsteg, welcher die Heidelberger Stadtteile Neuenheim und Bergheim/Wieblingen verbindet. Bonatz entwarf im Zuge der Kanalisierung des Neckars in den 1920er Jahren alle Staustufen mit Funktionsbauten zwischen Stuttgart und Mannheim. Das Haus am Wehrsteg stammt dabei vermutlich aus dem Jahr 1930. Es verband in der ursprünglichen Nutzung die Funktion eines Trafoturms mit der einer Lagerhalle (Reservekraftstoffstation) für den Wehrsteg.
Während des 2. Weltkriegs wurde nördlich ans Gebäude anschließend ein unterirdischer Luftschutzraum errichtet. 1947 erfolgte der Umbau des Erdgeschosses für eine Wohnnutzung. Im Zuge dieser Umgestaltung getätigte Einbauten wurden nach 2013 teilweise rückgängig gemacht.
Hervorzuheben sind neben der für einen ehemaligen Funktionsbau ungewöhnlichen Fassadengestaltung und Kubatur die dem Spätexpressionismus zuzuordnenden Fenstergitter.
Zitate
Ausstellungen und Aktionen (Auswahl) Mein un-tragbares Kleid, in Kooperation mit dem Theater Heidelberg und dem Unterwegstheater (2014)https://ww2.heidelberg.de/stadtblatt/2014/2014_08_stablakompl.pdf Transformationen (2014)https://hausamwehrsteg.info/Transformationen Jeannette Fabis: spei.cher, in Kooperation mit Port25 (2015) Mitten im Zwischen, in Kooperation mit dem Heidelberger Kunstverein (2016) Literaturgarten – Gute Seiten, schlechte Seiten, echte Seiten?, mit Toni L und Filat Kanzler, in Kooperation mit dem Karlstorbahnhof (2016) Art-Ashram-Kollektiv: Wie wollen wir leben? (2017)https://www.artashram.net/reflectoriumhttps://hausamwehrsteg.info/Art-Ashram Marion Orfila: Délocalisé (2017)https://marion-orfila.com/delocalise/ Matthis Bacht, Florian Arnold: Kreuzweg mit Lachkurve (2017)https://hausamwehrsteg.info/Kreuzweg-mit-Lachkurve Myriam Holme, Otfried Rautenbach, Rolf Schneider: Gänsehautgesellschaft (2018)https://hausamwehrsteg.info/Gansehautgesellschaft Ülkü Süngün: Das Benennen, kuratiert von Evein Obulor (2021) Außenseiten, mit Nando von Arb, Anke Feuchtenberger, Anna Haifisch, Jens Harder, Wolfgang Klee, Reinhard Kleist, Lucie Langston, Mawil, Thomas Ott, Henning Wagenbreth und Mehrdad Zaeri in Kooperation mit der Sammlung Prinzhorn (2022-heute)https://hausamwehrsteg.info/Aussenseiten Von Lebensaufgaben und Lachkurven, mit Agnes Lux, Roswitha Pape, Rebekka Brunke, Eva Genthner u. a., (2024) Sebastian Hannak: Subtopia (2025)
Literatur Mitten im Zwischen (2016) ISBN 978-3-9817798-5-1. Art-Ashram: Wie wollen wir leben? (2018) ISBN 978-3-947544-01-1. Gänsehautgesellschaft (2020) ISBN 978-3-947544-04-2. Haus des Geistes oder Geisterhaus? (2024) ISBN 978-3-949974-06-9.
Einzelnachweise
Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Heidelberg Kategorie:Kulturelle Organisation (Heidelberg) Kategorie:Bauwerk von Paul Bonatz Kategorie:Kultur (Heidelberg) Kategorie:Industriedenkmal in Baden-Württemberg Kategorie:Erbaut 1930 Kategorie:Sammlung moderner oder zeitgenössischer Kunst Kategorie:Museumsgründung 1972