mini|Encausto da Solunto (Palermo, Italien) Aulularia (Aululāria, ae, f. (aulula), die Topfkomödie, das Topfstück) ist eine in lateinischer Sprache geschriebene Charakterkomödie des römischen Dichters Titus Maccius Plautus. Die Aulularia gehört zur literarischen Gattung der Palliata. Vielleicht ist Menander das literarische Vorbild. Der Schluss ist verloren.

Übersicht

Personen – Personae Dramatis

Der Hausgott (Lar) als Vorredner. Euclio, ein alter Bürger von Athen. Phaedria, seine Tochter. Staphyla, seine Magd. Megadorus, ein anderer Bürger Athens. Eunomia, seine Schwester mit sprechendem Namen Lyconides, Sohn der Eunomia. Strobilus I., Sklave des Megadorus. Strobilus II., Sklave des Lyconides. Pythodicus, Sklave in Euclios Hause. Congrio und Anthrax, zwei Köche. Einige stumme Personen.

Ort Schauplatz ist eine Straße in Athen, an der sich das Haus des Euclio und das des Megadorus gegenüberliegen. Im Hintergrund sieht man Tempel und Hain der Göttin der Treue (Fides).

Inhalt Die mitgeteilten Verszahlen stammen aus der Plautus-Ausgabe von Max Niedermann.

Prolog (V. 1–39) Der Hausgott (Lar) der Familie hat die Aufgabe, den Prolog vorzutragen: Lange Jahre wohne er schon in diesem Haus, habe dem Großvater und Vater des jetzigen Hausbesitzers gedient. Allerdings habe er denen nichts von seinem unter dem Herd versteckten Goldschatz (Aulularia) verraten, da sie ihm zu dürftig geopfert hätten. Erst die großzügigen Opfergaben der Tochter des aktuellen Herrn habe ihn eines anderen Sinnes werden und den Herren den Schatz finden lassen, damit er seine Tochter angemessen verheiraten könne. Ein junger Mann aus guter Familie habe mit ihr geschlafen, sie kenne aber nicht seinen Namen. Auch der Vater habe die Schwangerschaft bemerkt. Noch heute wolle der Lar es einrichten, dass der Alte aus dem Nachbarhaus um ihre Hand anhalten solle, damit eine Ehe mit dem jungen Mann leichter möglich sei. Obendrein ist der Alte aus dem Nachbarhaus der Onkel des jungen Mannes, der sie auf dem Fest der Ceres verführte. Am Schluss hört man den Vater der Tochter die Magd aus der Küche scheuchen, damit sie nicht Zeugin wäre, wenn er den Schatz kontrollierte.

Akt I (V. 40–119) Euclio treibt Staphyla, die Dienstmagd, schreiend aus dem Haus, die sich über eine solch brutale Behandlung beklagt. Es weist sie an, den Platz vor dem Haus nicht zu verlassen. Für sich redend bekennt er, dass er auch keine zufällige Zeugin im Haus bei der Kontrolle des Schatzes gebrauchen kann. Gleichzeitig kann die ziemlich verzweifelte Staphyla sich das auffällige Verhalten des Herrn nicht verstehen, der den ganzen Tag im Haus bleibt, die Nächte durchwacht. (V. 40–106) Euclio kommt beruhigt aus dem Haus. Der Schatz ist weiter an seinem Platz. Er weist Staphyla an, das Haus zu bewachen, niemanden hereinzulassen, auch nichts zu verleihen. Wenn er gleich ginge, habe sie das Haus mit den zwei Riegeln zu verschließen. Als sie im Haus verschwunden ist, erzählt er, warum er fort müsse. Ein Zunftmeister habe eingeladen, da er Silbermünzen verteilen wolle. Daher müsse er dahin, weil seine Abwesenheit sonst falsch interpretiert werden könnte. Er hätte es wohl nicht nötig. Das würde zu auffällig sein. So wolle er sich aber beeilen, um schnell zurückzukehren. ( V. 107–119)

Akt II (V. 120–405) Der Nachbar Megadorus unterhält sich mit seiner Schwester Eunomia vor dem Haus. Megador ist im Gegensatz zu Euclio wohlhabend, außerdem ist er unverheiratet. Darüber möchte seine Schwester mit ihm reden und rät ihm, sich zu verheiraten. Erst widerstrebend, findet er mit der Zeit Gefallen an dem Gedanken. Eunomia entlockt ihm sogar eine mögliche Kandidatin, die Tochter seines „armen“ Nachbarn Euclio. (V. 110–177) Euclio kehrt enttäuscht nach Hause zurück. Niemand war gekommen, um das erwünschte Geld zu verteilen, also war er schnell zurückgekehrt. Hier trifft er auf seinen reichen Nachbarn Megadorus, der ihn schon erwartet. Euclio, mit einem starken Klassenbewusstsein ausgestattet, ist überrascht und vorsichtig, bleibt aber höflich. Nach einigem Hin und Her kommt Megadorus zur Sache und hält offiziell um die Hand von Euclios Tochter an. Euclio allerdings ist sehr misstrauisch. Ein Reicher will die Tochter eines nominell Armen freien? Da müsse mehr dahinterstecken. Wahrscheinlich wisse er schon vom Goldschatz, den er sich so aneignen wolle. Euclio besteht darauf, dass seine Tochter keine Mitgift erhalten könne, er habe nämlich keinen Goldschatz. Megadorus will keine Mitgift, da er wohlhabend genug sei. Unter Zweifeln willigt Euclio ein. Die Hochzeit soll umgehend vorbereitet werden. (V. 178–267) Als Staphyla von Euclio den Auftrag erhält, Gefäße und Becher für die Hochzeit zu reinigen, erschreckt sie, da sie von der Schwangerschaft der Tochter weiß. (V. 268–279) Es kommt Megadorus’ Sklave Strobilus mit den Mietköchen Anthrax und Congrio, mit Flötenspielerinnen und sonstigen Sklaven, die die Einkäufe tragen, vom Markt. Sie unterhalten sich über die benötigten Arbeiten. (V. 280–326) Strobilus teilt das Personal und die Einkäufe auf beide Häuser auf, wobei die Charakterisierung des Euclio als Geizkragen nicht zu kurz kommt. (V. 327–349) Strobilus bringt Congrio zu Euclios Haus, wo er von Staphyla empfangen wird, die überrascht ist von der Eile. Congrio sieht das zum Kochen benötigte Holz, worauf Staphyla glaubt, dass er das Haus anzünden wolle. Schließlich gehen sie ins Haus. (V. 350–362) Ein weiterer Sklave des Euclio tritt kurz auf, ohne zu arbeiten. Er habe die Köche zu überwachen. (V. 363–370) Euclio kehrt zurück und spricht zu sich. Die Nahrungsmittel seien zu teuer gewesen. Erst auf dem Rückweg habe er sich besonnen und dann wenigstens Weihrauch und Blumen für die Hochzeit seiner Tochter gekauft. Dann sieht er die offenstehende Tür seines Hauses. Sofort vermutet er einen Einbruch. Als er Congrio von einem zu kleinen Topf reden hört, wird er erst recht nervös und stürmt ins Haus. (V. 371–397) Anthrax gibt im anderen Haus Kochanweisungen. Da hört er lauten Krach aus dem Nachbarhaus. (V. 398–405)

Akt III (V. 406–586) Congrio stürzt schreiend aus dem Haus des Euclio. Laut beklagt er sich über die von Euclio erhaltenen Schläge: so sei er noch nie für seine Dienste bezahlt worden. Als die Tür aufgeht, zieht er zur Verteidigung sein Küchenmesser. (V. 406–413) Euclio ruft ihn zurück, will ihn anzeigen. Congrio bleibt in Verteidigungsposition, erhält aber von dem außer Rand und Band geratenen Euclio weitere Schläge. Dann erst fragt er ihn, warum er in seinem Haus gewesen sei. Eigentlich will er nur wissen, ob etwas gefunden habe, was er damit beantwortet, dass er schon zufrieden sei, wenn er seine Kochutensilien wieder mit nach Hause nehmen könne. Euclio bleibt seinem Charakter treu und verschwindet misstrauisch im Haus, um den Goldschatz zu inspizieren. Congrio bleibt zurück und beklagt sich über sein schlechtes Schicksal. (V. 414–448) Euclio kehrt mit dem Goldschatz unter dem Mantel verborgen zurück und raunzt den Koch und sein Team an, endlich zu arbeiten. Fürs Nichtstun würden sie nicht bezahlt. Grummelnd kehren Congrio und seine Helfer zurück ins Haus. (V. 449–459) Euclio klagt über seine neue familiäre Verbindung mit einem Reichen, der ihm die Köche ins Haus geschickt habe, um ihm den Schatz zu stehlen. Ebenso habe er seinen Haushahn erschlagen, da er an falscher Stelle beim Schatz gescharrt habe. Überall nur Verrat. Schon erblickt er seinen künftigen Schwiegersohn. (V. 460–474) Megadorus redet vor sich hin, ohne Euclio zu bemerken. Er gibt kund, dass viele Freunde seinen Plan, ohne Mitgift zu heiraten, für gut erachten. Er sieht den Vorteil darin, dass so die Frauen kein Recht hätten, Wünsche zu formulieren, wie dies Frauen mit reicher Mitgift täten. Die Wünsche dieser Frauen würden überhandnehmen und zur eigenen Verschuldung führen. Frauen ohne Mitgift seien besser zu kontrollieren. Der mithörende Euclio ist angetan von soviel „männlicher“ Weltsicht und lässt ihn seine Thesen weiterentwickeln, bis Megadorus schließlich Euclio entdeckt. (V. 475–536) Megadorus geht auf das Lauschen nicht weiter ein, sondern weist Euclio darauf hin, dass eine festliche Kleidung auch für Euclio am Tage der Hochzeit seiner Tochter angemessen wäre. Euclio sieht das anders, doch Megadorus antwortet, dass er schon genug habe, was Euclio wiederum für einen Hinweis hält, dass Megadorus Bescheid wisse. Euclio möchte sich dem Gespräch entziehen, doch Megadorus lässt sich nicht versetzen. Euclio beklagt sich über alles: Personal, Einkäufe, das Lamm, alles von Megadorus bezahlt, der sich aber nichts anmerken lässt. Als Megadorus zur Verbindung der Familien mit Euclio etwas trinken will, lehnt Euclio auch das ab, da er nur Wasser trinke und keinen Wein. Wieder vermutet er dahinter einen Plan, ihn im Rausch um seinen Schatz zu bringen. Während Megadorus sich weiter auf die Feier mit Baden und Opfern vorbereiten will, ist Euclio nur von der Sorge um den Schatz gefangen. Er will ihn im Tempel der Fides (Vertrauen, Treue) verstecken. (V.538–585)

Akt IV (V. 587–807) Der Sklave des Lyconides, des Verführers Phaedrias, beobachtet, was bei beiden Häusern passiert. Er sieht es angeblich als seine Aufgabe an, nicht nur seinem Herrn zu dienen, sondern auch vorausschauend dessen „gesunden Menschenverstand“ zu stabilisieren. Da sein Herr davon erfuhr, dass Euclios Tochter, in die er verliebt sei, mit Megdorus verheiratet werden solle, habe er ihn zum Spionieren hierher geschickt. Er setzt sich auf den Apollo-Altar, den beiden Häusern gegenüber gelegen. (V. 587–607) Euclio kommt zufrieden aus dem Heiligtum, da er der Göttin Fides (Treue) seinen Schatz anvertraut hat nicht ohne sie zu ermahnen, ja gut aufzupassen. Er zieht sich in sein Haus zurück, um zu baden und zu opfern. Lyconides’ Sklave hat Euclio nicht nur aus dem Fides-Heiligtum kommen sehen, sondern kann ihn auch mit sich reden hören, was seine Neugier entzündete. Also macht er sich auf den Weg, den Schatz zu suchen. (V. 608–623) Euclio verlässt eilig das Haus, weil ihn ein Rabe gewarnt zu haben schien. Mit ungutem Gefühl läuft er zum Tempel und schleppt den Sklaven heraus. (V. 624–627) Euclio beschuldigt ihn des Diebstahls, was der Sklave sich verbittet. So geht es hin und her, der Sklave zeigt seine Hände, auch der Mantel verbirgt keinen Schatz, also muss Euclio ihn gehen lassen. (V. 628–660) Aber der Sklave bleibt an der Sache dran und spioniert weiter. Schließlich sieht der den Alten mit dem Schatz aus dem Tempel treten. (V. 661–666) Euclio erläutert sein Vorhaben. Enttäuscht von Fides, weiß er von einem abgelegenen Hain des Silvanus, voll mit Gestrüpp. Der erscheint ihm geeignet. Der Sklave, Zeuge seiner Reden, eilt voraus, um dort alles beobachten zu können. (V. 667–681) Lyconides selbst hat inzwischen seiner Mutter Eunomia alles gebeichtet und bittet seine Mutter mit ihrem Bruder Megadorus die Sache in seinem Sinne zu klären. Als sie an Euclios Haus vorbeikommen, hören sie die Schreie der in den Wehen liegenden Phaedria. Eunomia ist sofort bereit, mit ihrem Bruder zu sprechen. Lyconides folgt seiner Mutter ins Haus, als er seinen Sklaven nicht entdecken kann. (V. 682–700) Lyconises’ Sklave kehrt mit dem Gold, dessen Versteck von seiner Position leicht ausmachen konnte, zurück. Als er den Alten sieht, geht er schnell is Haus, um den Schatz zu verstecken. (V. 701–712) Euclio hat inzwischen herausgefunden, dass er bestohlen wurde, und ist verzweifelt. Er weiß, was er tun soll. Er wendet sich direkt an das Publikum und fragt um Hilfe. Eine Handvoll Diebe seien sie, beschimpft er das Publikum. Verloren sei er. Den jammernden Euclio entdeckt der aus dem Haus tretende Lyconides, der angesichts der in den Wehen liegenden Phaedria auch nicht weiß, was er tun soll: weglaufen oder mit Euclio sprechen. (V. 713–730)