Die Rheingruppe war eine Künstlergruppe in Düsseldorf, die sich im Jahr 1923 von der Gruppe Das Junge Rheinland abspaltete und im Zuge der Gleichschaltung im Jahr 1933 erlosch.
Geschichte Die Rheingruppe gründete sich im Jahr 1923 durch Abspaltung von dem politisch links stehenden Jungen Rheinland. Zu Beginn bestand die Rheingruppe aus 17, ausschließlich männlichen Mitgliedern. Vereinzelt traten ihr später auch Künstlerinnen bei. Die Gruppe verstand sich – anders als andere damalige Zusammenschlüsse von Düsseldorfer Künstlern, etwa das Junge Rheinland oder der Aktivistenbund 1919 – nicht als Vereinigung des Aktivismus für eine bestimmte avantgardistische, progressive oder politisch revolutionäre Agenda, sondern als eine Künstlervereinigung mit einem betont regionalspezifischen, nämlich „rheinischen“ Beitrag zur Kultur. Dies erleichterte ihren Mitgliedern den Zutritt zu Ausstellungsprojekten außerhalb der Gruppe und förderte ihre Akzeptanz bei breiteren Käuferschichten.Sandra Labs: Johanna Ey und die Düsseldorfer Künstlerszene. Diplomica Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8428-8121-1, S. 53 (Google Books) Franz Wilhelm Seiwert, der 1930 die Eröffnungsrede zur Jahresausstellung der Rheingruppe hielt, formulierte das Selbstverständnis der Künstlergruppe, das sich auf das Rheinland bzw. die Rheinlande als einen den Künstler prägenden, landschaftlichen Kulturraum bezog, so:Franz Wilhelm Seiwert: Rede, gehalten bei der Eröffnung der Ausstellung der Rheingruppe in Düsseldorf am 30. August 1930, in: a bis z. Nr. 11, 1930Gerd Arntz, August Schinkel (Hrsg.): f. w. seiwert: gemälde, grafik, schriften. Prag 1934, S. 23
Mitte der 1920er Jahre, als sich die Gruppe in einem Schreiben an Arthur Schloßmann empfahl, um an dem Projekt der Errichtung von „Dauerbauten“ für die Ausstellung GeSoLei durch deren Chefarchitekten Wilhelm Kreis und deren Bauherrin, der Bürohausgesellschaft, beteiligt zu werden, zählten folgende Künstler zu ihren Mitgliedern:Friederike Schuler: Im Dienste der Gemeinschaft. Figurative Wandmalerei in der Weimarer Republik. Dissertation Maximilian-Ludwigs-Universität München, 2013, Tectum Verlag, Marburg 2017, ISBN 978-3-8288-6657-7, S. 208 (Google Books)
1928 trat die Gruppe der von Julius Bretz initiierten Dachorganisation Rheinische Sezession bei. In diesem Zuge fand wieder eine Annäherung an Mitglieder der 1926 weitgehend aufgelösten Gruppe Das Junge Rheinland statt. Doch schon 1930 trat sie nach heftigen Auseinandersetzungen aus der Dachorganisation Rheinische Sezession wieder aus. Zu Malern, die erst nach 1930 zur Rheingruppe stießen, zählte Oswald Petersen.Otto Braun-Falco. In: Birger Konz, Gerd Plewig (Hrsg.): Fortschritte der Dermatologie. Ein Rückblick auf 50 Jahre anlässlich des 80. Geburtstags von Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Otto Braun-Falco. Springer, Heidelberg/Berlin 2002, ISBN 978-3-642-63295-2, S. 291 (Google Books) Durch Repression und Gleichschaltung, die 1933 die Phase einer nationalsozialistisch beherrschten und gelenkten Kunstpolitik einläuteten, fanden die Aktivitäten der Rheingruppe ihr Ende.
Ausstellungen (Auswahl) 1923: Bild im Raum, Ausstellung in der Möbelabteilung des Warenhauses Tietz in Düsseldorf 1923: Teilnahme an der Großen Kunstausstellung im Kunstpalast Düsseldorf 1930: Jahresausstellung in der Kunsthalle DüsseldorfRheingruppe (Hrsg.): Jahresausstellung Kunsthalle Düsseldorf. Bagel, Düsseldorf 1930 1932: Jahresausstellung im Palais Schaurte (Königsallee 51), Düsseldorf, Gegenausstellung zur Düsseldorf-Münchener Kunstausstellung 1932 des Verein zur Veranstaltung von KunstausstellungenMax Beckmann Briefe. Band 2: 1925–1937. Piper, München 1993, ISBN 978-3-4920-3412-8, S. 423Rheingruppe (Hrsg.): Kunstausstellung, 12. Mai – 12. Juli 1932 im Palais Schaurte Düsseldorf. Düsseldorf 1932
Weblinks Von der Gesellschaft zur Gemeinschaft, Webseite im Portal kalltalgemeinschaft.de
Einzelnachweise
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