Emmanuel Mignot (* 11. Dezember 1959 in Paris) ist ein französischer Mediziner und Schlafforscher. Er ist Professor an der Stanford University in den Vereinigten Staaten, wo er 1999 die Ursache der Narkolepsie entdeckte.

Leben

Emmanuel Mignot wurde in Paris geboren. Er studierte dort an der École normale supérieure. Seinen medizinischen Doktorgrad erhielt er an der Universität Paris Descartes (Paris V); 1986 wurde er an der Universität Pierre und Marie Curie (Paris VI) in Pharmakologie promoviert. Nach der Promotion arbeitete er am in Paris.

Nach mehrjähriger klinischer Tätigkeit als Arzt und Psychiater in Frankreich wechselte er schließlich in die USA an die Stanford University und das dortige Zentrum zur Behandlung und Erforschung von Schlafstörungen, zunächst als Gastwissenschaftler. 1993 bekam er eine dauerhafte Stelle und wurde Direktor des Narkolepsie-Zentrums. 2001 erhielt er eine Professur für Psychiatrie und ist dort .

Wirken

Emmanuel Mignot erforscht die neurobiologischen, genetischen und immunologischen Aspekte der Narkolepsie und interessiert sich dabei auch für andere Erkrankungen des Gehirns wie autoimmune Encephalitis oder neurologische Paraneoplasie.

Durch positionelle Klonierung einer Mutation an Hunden, die Narkolepsie hervorrief, entdeckte Mignot 1999, dass die Schlafstörung, unter der etwa eine von 2000 Personen leidet, durch die immunvermittelte Zerstörung von 70.000 Orexin-produzierenden Neuronen im Hypothalamus verursacht wird. Dies deckte auch die generell bedeutende Rolle von Orexinen, die etwa zeitgleich von dem Japaner Masashi Yanagisawa entdeckt wurden, bei der Schlafregulierung auf.

In Mignots Labor werden auch Methoden der Proteomik, Humangenetik sowie Untersuchungen an Tiermodellen zur Erforschung von Schlaf und Schlafstörungen eingesetzt. Zudem werden webbasierte Analysen von Schlafstörungen und Datenauswertungen für die Polysomnographie mithilfe von entwickelt.

Ehrungen und Auszeichnungen

Emmanuel Mignot ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter der des (1999), der der , der des (2002–2010), der der (2002), der der (2006) und der des der (2004).

Er ist gewähltes Mitglied der (seit 2006), der (seit 2011) und der (seit 2012).

Für seine Entdeckungen zu den Ursachen der Narkolepsie gemeinsam mit Masashi Yanagisawa erhielt er den mit 3 Millionen US-Dollar dotierten 2023. 2026 wurde er mit dem Albert Lasker Award for Basic Medical Research ausgezeichnet, wiederum gemeinsam mit Masashi Yanagisawa.Albert Lasker Award for Basic Medical Research 2026

Publikationen

Die Literatur- und Zitationsdatenbank verzeichnet Emmanuel Mignot als Autor oder Mitautor von etwa 700 Fachartikeln, die über 13.000-mal zitiert worden sind. Sein h-Index ist nach diesem Datenstand 89 (September 2022). Zu seinen am häufigsten zitierten Veröffentlichungen gehören die folgenden:

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Schlafforscher Kategorie:Hochschullehrer (Stanford University) Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Träger des Albert Lasker Award for Basic Medical Research Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Mann