mini|250px|Leonid Wolkow (Januar 2023)rahmenlos|klasse=skin-invert-image|Autogramm Leonid Michailowitsch Wolkow (, wiss. Transliteration ; * 1980 in Jekaterinburg) ist ein russischer Politiker, Bürgerrechtler, Dissident und war Vertrauter des Kreml-Kritikers Alexei Nawalny.
Kindheit und Ausbildung Leonid Wolkow wurde 1980 in Jekaterinburg am Uralgebirge als Sohn eines Mathematikers geboren.Nawalnys rechte Hand: Leonid Wolkow gilt als einer der wichtigsten Helfer des Oppositionellen - Polina Kantor, 21.07.2022 Er begann dort sein Mathematikstudium mit 17 und machte die Abschlüsse eines M.Sc. in Mathematik und Ph.D. in Computer Science an der Staatlichen Universität des Uralgebiets.
Karriere Parallel zum Mathematikstudium begann er für eine private russische Informationstechnik-Firma zu arbeiten, wo er über die nächsten 12 Jahre zum Vorstandsmitglied aufstieg.
2009 wurde er in Jekaterinburg als unabhängiger Kandidat in den Stadtrat gewählt.
2013 half er als Wahlkampfleiter Alexei Nawalny bei der Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters. Er wurde für Nawalnys Stiftung für Korruptionsbekämpfung tätig und galt seither als einer seiner wichtigsten Helfer.
Ab Dezember 2016 war Wolkow Leiter der Präsidentschaftskampagne 2018 von Alexei Nawalny.
2017 gründete Wolkow die Internet Protection Society (IPS), die monatlich einen "Internet Freedom Index" für Russland veröffentlichte.
Exil ab 2019
Im August 2019 verließ Wolkow Russland, um dem politisch-juristischen Druck zu entgehen, und lebt seitdem in Litauen.„Auf einmal gaben die in den grauen Anzügen die Diagnose vor“ Der Spiegel, 21. August 2020. Lebte er dort angeblich zuerst in Vilnius, zog er später in ein abgelegenes Dorf.
Im August 2021 leitete der Untersuchungsausschuss der Russischen Föderation Ermittlungen gegen Wolkow und Iwan Schdanow, wiss. Transliteration (der ebenfalls im Exil lebt) wegen der Finanzierung einer extremistischen Organisationvgl. Liste der extremistischen Organisationen, veröffentlicht vom russischen Justizministerium ( / Spissok ekstremistskich organisazij, publikujemy Ministerstwom justizii Rossii, wiss. Transliteration ) ein. Schdanow und Wolkow wurde vorgeworfen, weiterhin Geld für die Stiftung für Korruptionsbekämpfung (FBK) gesammelt zu haben, nachdem die FBK vom Staat zur „extremistischen Organisation“ erklärt worden war. Die Höchststrafe für dieses Vergehen betrug 2021 acht Jahre.« En Russie, deux alliés de Navalny visés par de nouvelles poursuites judiciaires », AFP und Le Monde, 10. August 2021
Im Januar 2022 setzte der russische Finanzüberwachungsdienst Rosfinmonitoring (Росфинмониторинг), / Federalnaja sluschba po finansowomu monitoringu, wiss. Transliteration die russische Bundesbehörde zur Überwachung von Finanztransaktionen, Wolkow und ein Dutzend FBK-Mitglieder, darunter Nawalny, Iwan Schdanow und Ljubow Sobol, auf die Liste der „terroristischen und extremistischen“ Persönlichkeiten.« Russia Adds Navalny To 'Terrorists' List As Civil-Society Crackdown Continues », Radio Free Europe, 25. Januar 2022.« La Russie ajoute Alexeï Navalny à sa liste des ‹ terroristes et extrémistes ›», Le Monde, 25. Januar 2022.
Im Februar 2022 stufte das russische Justizministerium Wolkow als „ausländischen Agenten“ ein.
Im Juli 2022 warnte Wolkow vor einem Waffenstillstand in der Ukraine.Nawalny-Berater Wolkow warnt vor Waffenstillstand in der Ukraine rnd.de, 18. Juli 2022.
Wolkows Auftritt in der Talkshow Markus Lanz am 20. September 2022 zum Krieg in der Ukraine wurde in der Zeitschrift Stern folgendermaßen zusammengefasst:
Am 4. Oktober 2022 erschien sein Buch Putinland. Der imperiale Wahn, die russische Opposition und die Verblendung des Westens.Sachbuch „Putinland“: Leonid Wolkow über Visionen von einem Russland nach der Diktatur swr.de, abgerufen am 14. November 2022.
Überfall auf Wolkow 2024
Im März 2024 wurde Wolkow in Litauen vor seinem Haus in Vilnius überfallen, bei dem er mit Tränengas attackiert und einem Hammer zusammengeschlagen wurde. Auch wurde sein Autofenster eingeschlagen. Wolkow berichtete, ihm sei bei dem Angriff ein Arm gebrochen worden. Er gab bekannt, sich von dem Vorfall nicht einschüchtern zu lassen.
Der litauische Staatspräsident Gitanas Nausėda gab im April 2024 bekannt, dass in Polen zwei Personen festgenommen worden sind, die den gewaltsamen Angriff auf den Kreml-Kritiker Leonid Wolkow in Litauen verübt haben sollen.Angriff auf Wolkow: Zwei Verdächtige in Polen festgenommen orf.at, 19. April 2024, abgerufen am 19. April 2024.
Im September 2024 wurde der russische Exilant Leonid Newslin von führenden Vertretern der FBK beschuldigt, den Überfall angeordnet zu haben. Newslin bestritt dies und behauptete, dass die Quelle, von der die FBK ihre diesbezüglichen Informationen erhalten hat, ein Agent des russischen Staates bzw. des Putin-Regimes ist, die das Ziel habe, die ins Ausland geflüchtete russische Opposition zu entzweien.
Causa Kapustin Nachdem Wolkow die später als inszeniert erwiesene Todesmeldung des russischen Rechtsextremisten und Führer des Russisches Freiwilligenkorps, Denis Kapustin, in einer privaten Nachricht an Anna Tyrone, einer ehemaligen Mitarbeiterin des russischen Fonds zur Bekämpfung der Korruption, goutiert und dessen neonazistische Gesinnung als ein "Geschenk an die Kreml-Propaganda" bezeichnet hatte, geriet er in die Kritik. Wolkow kreidete außerdem die unter ukrainischen Funktionären verbreitete Korruption an. Die litauische Regierung erwog daraufhin, ihn auszuweisen. Die ukrainische Staatsanwaltschaft eröffnete Anfang 2026 ein Strafverfahren wegen Beleidigung der Streitkräfte und Rechtfertigung der russischen Invasion.
Privatleben Wolkow ist mit Anna Biryukova verheiratet und praktizierender Jude. Er wandte sich „erst mit Mitte 30 der Religion“ zu, die für ihn als „integriertes moralisch-ethisches System“ gilt, obschon er jüdische Wurzeln hat.
Auszeichnung
Im Mai 2023 wurde Wolkow in Stuttgart mit dem Theodor-Heuss-Preis ausgezeichnet.
Veröffentlichungen Putinland. Der imperiale Wahn, die russische Opposition und die Verblendung des Westens, Droemer Knaur, 2022, ISBN 978-3-426-27899-4.
Siehe auch Stiftung für Korruptionsbekämpfung
Weblinks
Nawalnys rechte Hand – juedische-allgemeine.de Nawalny-Berater Wolkow warnt vor Waffenstillstand in der Ukraine – rnd.de
Einzelnachweise und Fußnoten
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