Hermann EsRichter (* 21. April 1939 in Oberhausen) ist ein deutscher bildender Künstler.
Leben An der Essener Folkwangschule belegte Richter von 1959 bis 1960 Abendkurse und besuchte von 1960 bis 1961 die Freie Kunstschule Stuttgart und von 1961 bis 1965 die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Hannes Neuner und Rudolf Hoflehner. Er studierte erneut von 1966 bis 1968 Philosophie und Geographie an der Universität Köln. Bei Erwin Heerich absolvierte er von 1968 bis 1969 ein Werkseminar am Seminar für werktätige Erziehung in Düsseldorf. Als freischaffender Künstler hatte er von 1965 bis 1970 sein Atelier in Mülheim an der Ruhr,Stadt Mülheim an der Ruhr: EsRichter, Hermann. Abgerufen am 20. September 2022Institut für aktuelle Kunst im Saarland an der Hochschule der Bildenden Künste Saar mit Forschungszentrum für Künstlernachlässe: Es Richter, Hermann. Abgerufen am 20. September 2022Gudrun Mattern: Oberhausener Künstler - Geheimtipp Hermann Esrichter wird 80. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 20. April 2019. Abgerufen am 20. September 2022 danach in Oberhausen. Von 1967 bis 2004 unterrichtete er Kunst am Heinrich-Heine Gymnasium in Oberhausen. Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Künstlerinnen und Künstler,Arbeitsgemeinschaft Mülheimer Künstlerinnen und Künstler: Unsere Mitglieder (Stand 01/24). Abgerufen am 28. Mai 2024 im Deutschen Künstlerbund und im Westdeutschen Künstlerbund. Richter lebt in Oberhausen.Deutscher Künstlerbund: Mitglieder/Hermann EsRichter. Abgerufen am 20. September 2022
Werk Richter arbeitet mit unterschiedlichen Materialien und Methoden zur Gestaltung seiner meist mehrteiligen und oft starkfarbigen Arbeiten. Bei seinen Zeichnungen, Collagen, Montagen und anlagenähnlichen Plastiken verwendet er Fundstücke und Objekte aus dem Bereich der Elektro- und der Installationstechnik. „Trotz ihrer Nähe zur konkreten Kunst wirken die Arbeiten durch die der Umwelt entstammenden Gestaltungselemente assoziativ.“inherne.net - das Stadtmagazin online der Stadt Herne: 1+1 = zweierlei: Arbeiten von Hermann EsRichter und Peter Könitz vom 23. Januar 2015. Abgerufen am 20. September 2022 Zu seinem Werk gehören auch großformatige Installationen und Skulpturen im öffentlichen Raum, die die Geschichte und Entwicklung der Region aufgreifen.
Im Rahmen des von 1989 bis 1999 auf zehn Jahre angelegten Zukunftsprogramms Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) des Landes Nordrhein-Westfalen gewann Richter zusammen mit Klaus Noculak 1992 für Nachtzeichen und Schienenplateau den 1. Preis im Wettbewerb der Gestaltung der Gelsenkirchener Halde Rungenberg. Das Haldentop ist aus dunklem Bergematerial auf dem begrünten Sockel aufgeschichtet und durch eine Schneise geteilt, die eine Verbindung zur benachbarten Bergarbeitersiedlung Schüngelberg bildet. Dadurch erhält der Haldengipfel die Gestalt einer Zwillingspyramide. Material und Form der Schüttung sollen an die historischen Spitzkegelhalden und die Künstlichkeit der Halden, ihre Herkunft und Entstehung erinnern. Die 1999 errichtete Lichtinstallation Nachtzeichen besteht aus zwei riesigen rostigen Spiegelscheinwerfern auf den beiden Kuppen der Halde, die so aufgestellt sind, dass sich ihre Strahlen im Nachthimmel überschneiden und die Böschungswinkel der Haldenschrägen durch das Licht zu einer ganzen Pyramide verlängert werden.Hermann EsRichter und Klaus Noculak, Nachtzeichen, Gelsenkirchen, Halde Rungenberg, 1999. In: kunst-ruhryal.de. Abgerufen am 20. März 2023Halde Rungenberg auf der Abgerufen am 20. September 2022RuhrKunstMuseen: Hermann EsRichter und Klaus Noculak. Nachtzeichen. Abgerufen am 30. März 2023 Das Schienenplateau wurde 1997 am Westhang der Halde als Bodenrelief in einer Senke in der Achsverlängerung der beiden Scheinwerferstandorte der Nachtzeichen angelegt. Mit 5.500 Meter Schienen von Zechenbahnen wurde eine elliptische Fläche von 33 mal 41 Metern dicht an dicht und zum Teil übereinander verlegt. Von der Natur überwuchert und darin integriert, verweist es auf das ehemalige wichtige Transportsystem der einstigen Montanindustrie.Stadt Gelsenkirchen: Noculak, Klaus / EsRichter, Hermann - Schienenplateau. Abgerufen am 20. September 2022
Für das Projekt „Landschaftsbauhütte Neues Emschertal“ gestaltete Richter bei Haus Ripshorst in Oberhausen auf der Emscherinsel, einem schmalen Streifen zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher, die Emschersäule.Hermann EsRichter. Die Emschersäule. In: Mit dem Blauen Band durch die Geschichte einer besonderen Landschaft: Landschaftsbauhütte Neues Emschertal, S. 24–29, Emschergenossenschaft (Hrsg.). Abgerufen am 24. September 2022 Die dreiteilige Arbeit ist von Ost nach West konzipiert. Der östliche Teil liegt in einer Senke, die vom Emscherdeich eingefasst wird und besteht aus einem Halbkugelskelett aus rohem, rostendem Stahl als Hinweis auf die Stahlindustrie. Daran schließen drei blau lackierte Rohrbögen an als Sinnbild für die technische Realisation der Emscher-Renaturierung. Auf der Deichkrone steht die „Emschersäule“, die aus Betonringen von Kanalisationsrohren aufgebaut und mit blauen, glasierten Kacheln verkleidet ist. „Die Formensprache erinnert an technische Elemente der Umgebung“.KulturKanal Ruhr: Emschersäule (Herman EsRichter, 2008). Abgerufen am 30. März 2023
Für die springenden Fische ist eine 1992 realisierte Bronzeplatten-Installation aus Bronzeblech und Beton am Leitwehr in der Ruhr in Mülheim an der Ruhr. An den Betonwänden des in den Fluss hineinragenden Leitwehrs brachte Richter Beschläge aus dünnen Bronzeblechen mit Kreis- und Ellipsenförmigen Konturen an. Die abgerundete Spitze des Wehrs überdeckte er mit einer Blechplatte, „die an einem Ende wie eine Fischflosse plastisch nach oben aufragt. Die stark abstrahierten organischen Formen lassen sowohl an springende Fische als auch an die ringförmigen Spuren denken, die beim Durchbrechen der Wasseroberfläche entstehen“.Stadt Mülheim an der Ruhr: Für die springenden Fische. Abgerufen am 30. März 2023
Ausstellungen (Auswahl) 2024: ART.UPGRADE 2024. Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, GemeinschaftsausstellungART.UPGRADE_2024 – KÜNSTLER_INNEN DER ARTOTHEK STELLEN AUS. In: ruhrkunstmuseen.com. Abgerufen am 28. Mai 2024 2022: Blickfelder. Schloss Moyland, Bedburg-Hau, Gemeinschaftsausstellung 2017: LET'S BUY IT! Kunst und Einkauf. Ludwiggalerie Schloss Oberhausen, Gemeinschaftsausstellung 2015: Komplementäre Konvergenzen. Kunstmuseum AhlenHermann EsRichter im Kunstmuseum Ahlen. In: Westfälischer Anzeiger vom 14. August 2015. Abgerufen am 23. Oktober 2022 2015: 1+1 = zweierlei. Arbeiten von Hermann EsRichter und Peter Könitz, Flottmann-Hallen 2014: Große Kunstausstellung NRW Düsseldorf 2014, Gemeinschaftsausstellung 2013/14: Ruhe-Störung. Streifzüge durch die Welten der Collage. Kunstmuseum Ahlen und Museum Marta Herford, Gemeinschaftsausstellung 2013: wir wieder hier. Kunstmuseum Bochum, Ausstellung des Westdeutschen Künstlerbundes 2013: Große Kunstausstellung NRW Düsseldorf 2013, Gemeinschaftsausstellung 2012: Große Kunstausstellung NRW Düsseldorf 2012, Gemeinschaftsausstellung 2009: Hermann EsRichter – Das Eine ist Eins und Vieles. Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, EinzelausstellungStadt Mülheim an der Ruhr: Rückblick 2009. Abgerufen am 30. März 2023 2001: 8. Triennale Kleinplastik, Fellbach 2001: Beziehungsweisen. Zusammen mit Peter Könitz, Georg Meissner, Helga Regenstein, DASA, DortmundNordrhein-Westfälische Bibliographie: Hermann EsRichter, Peter Könitz, Georg Meissner, Helga Regenstein. Abgerufen am 30. März 2023 1993: Zur Geometrie des Samurai. Zeichnungs-Collagen, Städtische Galerie im Schlosspark Strünkede, Herne 1989: Bremer Kunstpreis 1989. Kunsthalle Bremen, GemeinschaftsausstellungHermann EsRichter. Ausstellungsübersicht auf kunstaspekte.art. Abgerufen am 29. November 2022 1989: Gruppe „Die Unruhigen“: Departure, Grüße von Daphne, Städtische Galerie im Museum Folkwang, Essen 1985: System geometrischer Sätze. Vogelflug und die Welle am Strand. Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr und Städtische Galerie Lüdenscheid 1985: Gruppe „Sattelpunkte“. Gemeinschaftsausstellung mit Wolfgang Liesen, Peter Könitz, Wulf Nolte, Werner Vogt, Städtische Galerie im Schlosspark Strünkede, Herne 1974: Gruppe „AKKU“. Zusammen mit Dietrich Maus und Wulf Nolte, Kunstmuseum Mülheim an der RuhrNordrhein-Westfälische Bibliographie: Hermann EsRichter. Abgerufen am 30. März 2023
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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