Wilhelm von Heyck OSB, (* vor 1450 in Zwolle; † Januar, Februar oder 21. Oktober 1508„(October, 21.) Ob[iit] D[ominus] Wilhelmus, Abbas huius mon[onasterii] 1508“; Albert Steffen: Das Obituar der Münsterabtei S. Maria in Luxemburg. In: T'Hémecht. Zeitschrift für Luxemburger Geschichte 14,3–4 (1961), S. 103–119, bes. S. 117 (Digitalisat der Bibliothèque nationale du Luxembourg). Sein Nachfolger als Abt Johannes von Helmont legte bereits am 26. Juni 1508 in Trier den Gehorsamseid ab. in Mechelen) war ein niederländisch-deutscher Geistlicher, 1490 bis 1508 (1504 durch einen Administrator ersetzt) Abt der Abtei Altmünster in Luxemburg, seit 1491 Prokurator der deutschen Provinz des Benediktinerordens und seit etwa 1493 Generalrichter und Generalvisitator der Römischen Kurie für den Orden. Er war auch Rat des Römisch-deutschen Königs Maximilian I.
Leben Herkunft Wilhelm de Heyck, der aus Zwolle stammte,„van (Zwolle) afkomstig: De abt Willem van Heyck“; Johannes Albertus Franciscus Orbaan, Godefridus J. Hoogewerff: Bescheiden in Italië omtrent Nederlandsche kunstenaars en geleerden, Bd. II Rome. Archieven van bijzondere instellingen. (Rijks geschiedkundige publicatiën: Kleine serie, Band 12). Martinus Nijhoff, 1913, S. 880. trat in der Abtei Sint Paulus in Utrecht in den Benediktinerorden ein.Johannes Trithemius: Wilhelmus Heyk. In: Zusätze zu seinem Catalogus illustrium virorum Germaniae aus der in der Würzburger Universitätsbibliothek befindlichen Handschrift (Mp f 64b Bl. 82–113), 1509, bei Isidor Silbernagl: Johannes Trithemius. Eine Monographie. 2. Auflage 1885, S. 254 (Google-Books). Als Theologe war er bei Herzog Karl I. „dem Kühnen“ von Burgund († 1477) sehr angesehen.Denis de Sainte-Marthe: Guilelmus ab Hecka. In: Gallia christiana, in provincias ecclesiasticas distributa, Bd. XIII De provinciis Tolosana et Trevirensi. Johannes-Baptista Coignard, Paris 1785, S. 603 (Google-Books). Dessen Schwiegersohn König Maximilian I. bestritt 1495 gegenüber der Kurie schriftlich, dass Wilhelm de Heyck sein Gesandter in Rom sei, bezeichnete den Abt von Luxemburg aber 1496 als „seinen Rat“.
Abt von Altmünster 150px|mini|Münster-Turm Clausen aus dem 15. Jahrhundert; letzter erhaltener Gebäudeteil der Abtei Altmünster Am 2. September 1490 wurde Wilhelm von Heyck mit Zustimmung von Weihbischof Johannes von Eindhoven (C.R.S.A.), Titularbischof von Azotus/Aschdod (1483–1508), dem der Trierer Erzbischof Jakob II. von Baden die Klosterverwaltung nach dem Tod des 19. Abtes Jakob de Fey († 1489) als Pfründe übertragen hatte, zum 20. Abt des Klosters Altmünster oberhalb Luxemburg-Pfaffenthal (heute: Stadtteil Clausen, Plateau Altmünster) gewählt. Er fand Anerkennung in Rom, aber der luxemburgische Statthalter Markgraf Christoph I. von Baden, der Vater des Trierer Erzbischofs, und das Parlament in Mechelen brachten die Mönche des Klosters gegen ihn auf.Wolfgang Seibrich: Die Benediktinerprovinz Köln-Trier im letzten Jahrzehnt vor der Reformation. In: Trierer Theologische Zeitschrift 96 (1987) S. 1–20, bes. S. 18f.
Wie Weihbischof Johann von Eindhoven, der Echternachter Abt Robert von Monreal († 1539), aber z. B. auch der Maler Hieronymus Bosch,Gerd Unverfehrt: Wein statt Wasser: Essen und Trinken bei Jheronimus Bosch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, S. 86 (Google-Books). war „her Willem van Heyck abt van Lutcemborch“ (ab 1503/04) geschworenes Mitglied der marianischen Illustre Lieve Vrouwe Broederschap zu ’s-Hertogenbosch.Rechnungsbuch, 1503–1503; Brabants Historisch Informatie Centrum ’s-Hertogenbosch (1232 Illustre lieve vrouwe broederschap in ’s-Hertogenbosch, 124 Rekening, Band 6, 1501/1502-1506/1507, Bl. 142r; online: Scan Nr. 285); Godfried Christiaan Maria van Dijck: De Bossche optimaten: Geschiedenis van de Illustere Lieve Vrouwebroederschap te s̓-Hertogenbosch, 1318-1973. (Bijdragen tot de geschiedenis van het Zuiden van Nederland 27; diss. phil. Utrecht 1973). Stichting Zuidelijk Historisch Contact, Tilburg 1973, S. 81 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau)
Prokurator der deutschen Ordensprovinz Das Generalkapitel des Jahres 1490 der benediktinischen Bursfelder Kongregation, das im Kloster St. Jakob bei Mainz zusammentrat (Ordensprovinzen Trier, Köln und Mainz), nominierte Abt Guilelmus de Heyck am 8. Januar 1491 bei Papst Innozenz VIII. als „Kardinalprokurator“ der drei Kapitel der Allamania (Alemania; deutsche Ordensprovinz) und erbat die Befugnis, Steuern erheben zu können. Der Eingang des Gesuches wurde vom päpstlichen Referendar Felino Maria Sandei1487 Auditor der Rota, wurde 1495 und erneut 1501 zum Bischof von Lucca ernannt. am 3. Februar 1492 bestätigt.Regest einer Eingangsbekenntnis von Felinus Sandeus vom 3. Februar 1492 aus Rom an das Generalkapitel der deutschen Ordensprovinz der Benediktiner; Ursmer Berlière: Les chapitres généraux de l’Ordre de Saint Benoît. in: Revue bénédictine 18 (1901), S. 364–398, 19 (1902), S. 38–75, 268–278 und S. 374–411; 22 (1905), S. 377–397, bes. 18 (1901), S. 383 (Google-Books).
Generalrichter der Kurie Wilhelm von Heyck wurde als Reformator, Visitator, Korrektor und Generalrichter des Benediktinerordens an den Heiligen Stuhl in Rom delegiert. In Rom trug sich „Wilhelmus de Heyck de Zvollis abbas Lutzemburgensis, procurator ordinis s. Benedicti per Allemaniam“ in das Bruderschaftsbuch der Santa Maria dell’Anima ein und spendete ihr einen Rheinischen Goldgulden.Carl Jänig (Hrsg.): Liber confraternitatis B. Marie de Anima Teutonicorum de urbe, quem rerum Germanicarum cultoribus offerunt sacerdotes aedis Teutonicae B. M. de Anima urbis in anni sacri exeuntis memoriam. Typographia Polyglotta, Rom 1875, S. 87 (Google-Books). Bis Januar 1501 fungierte er als Mitglied der Baukommission der Anima.Joseph Schmidlin: Geschichte der deutschen Nationalkirche in Rom S. Maria dell'Anima. Herder, Freiburg i. Br. 1906 S. 209 Anm. 1 [(books.google.de Google-Books]).
Im Juni 1493 nahm „Wilhelmus de Heyck“ in der Kirche San Lorenzo in Damaso im römischen Stadtteil Pavione das Versprechen des Middelburger Bürgers Willem Pietersz., Sohn des Pieter Ægidiusz. aus Gapinge (Wilhelmus Petrus Egidius’ zoons zoon van Gapingen), entgegen, der Anima in Rom („Compassionis Virginis gloriose Marie in Campo Sancto (erg.: Teutonico) de Urbe“) der Einnahmen einer in Middelburg zu gründenden marianischen Gemeinschaft1493/94 Gilde „Onze Lieve Vrouwe van der qualen St. Job en St. Juliaen“, 1498 „Onze Lieve Vrouwe van der qualen“; Stukken betreffende de betrekking tusschen het gasthuis te Middelburg en de broederschap Compassionis Virginis gloriose Marie in Campo Sancto de Urbe te Rome, 1493 und 1500; Zeeuws Archief Middelburg (Rijksarchief in Zeeland, Godshuizen Middelburg, Charters, 1343-1574, Nr. 52). zu überlassen.Urkunde vom 11. Juni 1493, ausgestellt in Rom, beglaubigt durch Notar Gotfridus Schruitwijn van Erpell; Zeeuws Archief Middelburg (Rijksarchief in Zeeland, Godshuizen Middelburg, Charters, 1343-1574, Nr. 353). Im Oktober 1493 schickte Guillaume de Heyck, Abt von Notre-Dame von Luxemburg, auch Münster genannt, Diözese Trêves (Trier), einen Brief an Antoine de Glymes-Berghes († 1531)Henri de Laplane (1806–1873): Les abbés de Saint-Bertin d’après les anciens monumens de ce monastère, Bd. II. Chanoin, St. Omer 1855, S. 58–88 (Google-Books). (ein Bruder von Fürstbischof Heinrich von Glymes und Berghes), der sich mit Unterstützung des Landesherrn Erzherzog Philipp von Österreich letztlich erfolgreich darum bemühte, der 67. Abt der Abtei Saint-Bertin zu werden. Heyck informierte über seine Aufgaben als Prokurator der Abtei am Hof von Rom und die Anfechtung der 1492 erfolgten kanonischen Wahl von Jacques du Val zum 66. gewählten, aber nicht bestätigten (1493 zurückgetretenen) Abt Jacques IV. Duval († 1497) des Klosters.Henri de Laplane: Les abbés de Saint-Bertin d’après les anciens monumens de ce monastère, Bd. II. Chanoin, St. Omer 1855, S. 53–57 (Google-Books). Er kündigte an, Antoine von Glymes und Berghes die notwendigen Auslagen für das Erwirken aller Dispense und Bestätigungen in Rechnung zu stellen.Brief von Guillaume de Heyck an Abt Antoine de Glymes-Berghes, Abt von Sint-Truiden und Prätendent von Saint-Bertin vom 17. Oktober 1493; Les chartes de Saint-Bertin d’apres le Grand cartulaire de Charles-Joseph Dewitte, Bd. IV. 1897, Nr. 3581, S. 88 (archive.org).
Bei der Papstmesse am Aschermittwoch (4. März) 1495 in der Titelkirche Santa Sabina all’Aventino (capella majoris) gab er sich gegenüber dem Hausherren Kardinal Johannes de la Grolaye de Villiers OSB († 1499), Abt von Saint Denis, laut Tagebuch des Apostolischen Protonotars Johannes Burckard fälschlich (false) als Gesandter (orator) König Maximilians I. aus und beanspruchte so einen Platz.Giosuè Carducci, Vittorio Fiorini (Bearb.): Johannis Burckardi Liber Notarum ab anno 1483 usque ad annum 1506, Bd. I. (Rerum Italicarum scriptores 32,1). S. Lapi, 1907, Città di Castello, 1907, S. 578 (Google-Books).
Auf dem Anfang September 1495 im St. Jakobskloster vor Mainz tagenden Jahreskapitel der Bursfelder Kongregation verzichtete Wilhelm von Heick, Abt des Marienklosters in Luxemburg, nach zweitägig ausgetragenen Differenzen auf seine anfangs geltend gemachten Ansprüche auf die Stellung eines Visitators.Notarsinstrumente vom 1. und 3. September 1495; Hessisches Hauptstaatsarchiv Darmstadt (Bestand A 2 Mainz (St. Jakobsberg), Nr. 131/97). Er hatte zuvor zwei Erlasse Papst Alexanders VI. vom 21. Februar 1493 und 24. Juli 1494 betreffend die Visitation der Benediktinerklöster vorgelegt.Notarsinstrumente vom 1. September 1495; Hessisches Hauptstaatsarchiv Darmstadt (Bestand A 2 Mainz (St. Jakobsberg), Nr. 131/96).
Am 24. April (Jubilate) 1496 nahm Wilhelm de Heyck am Provinzialkapitel in Groß St. Martin in Köln teil. Am 1. Juli 1496 beurkundete er, dem Abt Simon von der Leyen († 1512) der Abtei Maria Laach und seinem Konvent zwölf rheinische Gulden zu schulden, die dieser ihm beim letzten Provinzialkapitel 1496 auf Veranlassung der Äbte Gérard III. von Halin (reg. 1483–† 1500) von St. Jakob zu Lüttich, Antonius Grimholt (reg. 1484–† 1517) von Kloster Werden, Adam Meyer von St. Martin zu Köln und Thilmann von Prüm (reg. 1479–† 1504) von der Abtei Mettlach vorgestreckt hatte.Urkunde vom 1. Juli 1496; Landeshauptarchiv Koblenz (Best. 128, Laach, Benediktinerkloster, Urkunde 398); Bertram Resmini (Bearb.): Inventar und Quellensammlung zur Geschichte der alten Abtei Laach. Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Koblenz 1995, Nr. 804, S. 400. Papst Alexander VI. hatte den römischen Prokurator des Provinzialverbandes Köln-Trier mit der Visitation und Reformation verschiedener benediktischer Männer- und Frauenklöster beauftragt; der Auftrag erstreckte sich schließlich auch auf Terziarengemeinschaften.Notarsinstrument mit Transsumpt des Wilhelmus de Heyck, abt van S. Maria te Luxemburg, visitator van de Benedictijnen en Cluniacensers (Zisterzienser), vom 6. September 1499 für einen inserierten Brief von Papst Alexander VI. vom 1. Juni 1499 an die Generaloberen der Dritten Orden zu Köln und Utrecht. In: I. H. van Eichen: Het S. Paulus- of Paulusbroedersklooster te Amsterdam en het Kapittel van Utrecht. In: Jaarboek Amstelodamum, 4 (1944), S. 19–51, bes. S. 49 (Digitalisat). Der Auftrag betraf auch das Kloster Nottuln, obwohl längst dessen Umwandlung in ein freiweltliches Damenstift beschlossen war.Wilhelm Kohl: Das (Freiweltliche) Damenstift Nottuln. (Germania sacra NF IV/8). DeGruyter, Berlin 2005: S. 36f (rep.adw-goe.de). Abt Wilhelm zu Luxemburg subdelegierte den Auftrag bezüglich der Klöster Weerselo, Rijnsburg und Oudwijk in der Diözese Utrecht an die Äbte von Groß St. Martin, Werden, St. Paul in Utrecht und St. Matthias bei Trier.Urkunde vom 10. Februar 1496; Elke-Ursel Hammer: Monastische Reform zwischen Person und Institution. Zum Wirken des Abtes Adam Meyer von Groß St. Martin in Köln (1454–1499). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, S. 256 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).