mini|hochkant|Josef Wahl (links) mit Georg Lohmeier, 2007 Josef Wahl (* 31. Juli 1936 in Pasing; † 18. April 2020 in München) war ein deutscher Kunstmaler. Zu Beginn seiner Schaffenszeit ließ sich sein Malstil der Naiven Malerei zuordnen, später entwickelte Josef Wahl einen eigenen Malstil. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Kirchenmaler Josef Wahl.
Leben Josef Wahl wurde in Pasing geboren und wuchs im damaligen Bäcker-Zauser-Haus an der Ecke Landsberger-/Bäckerstraße auf. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg verbrachte er seine Kindheit und frühe Jugend auf dem Land in Haag in Oberbayern, wohin seine Mutter vor der Bombardierung der Stadt geflohen war. Bereits in seiner Haager Zeit begann er zu zeichnen und zu malen. Mit Skizzenblock und Bleistift ging er in die Natur und lernte zu beobachten und hielt alle wesentlichen Eindrücke auf dem Papier fest. 1950 kehrte Wahl nach München zurück, um eine Lehre als Farblithograph zu beginnen, und legte mit 24 Jahren erfolgreich die Meisterprüfung ab. Technische Neuerungen im Graphischen Gewerbe machten diese Tätigkeit jedoch bald überflüssig. Josef Wahl erlernte den Beruf des Bankkaufmanns und übte diesen bis 1985 aus und arbeitete fortan als freischaffender Künstler.Pasinger Archiv. Ausgabe 2012, ISBN 978-3-9807980-9-9.
Seinen Erfolg nutzte er auch immer wieder, um soziale Projekte mit großem Engagement zu unterstützen und andere Künstler zu fördern.
Wahl war Mitglied der „Künstlergemeinschaft Schwabinger Katakombe“ und beim „Arbeitskreis 68 Künstlergemeinschaft Wasserburg“. Er selbst gründete den „Künstlerkreis 83 München-Pasing“, dem inzwischen 120 Künstler (Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Sänger, Musiker usw.) angehören.Rudolf Strehle: Neuer Treff In: Münchner Merkur 2./3. Juli 1983.
Werk 1967 trat Wahl mit seinen Bildern an die Öffentlichkeit. Mit einem Marcel-Marceau-Bild nahm er an einem Malwettbewerb teil und kam in die engere Auswahl. Von nun an nahm das Malen immer breiteren Raum ein, erste Auftragsarbeiten folgten.
Sein Malstil entwickelte sich aus der Naiven Malerei hin zu eher naturalistischen Darstellungen einer ganz eigenen unverwechselbaren Art. Einige seiner Bilder wurden von öffentlichen Sammlungen erworben, so der Stadt Stuttgart, der Stadt Dachau, der BMW-Sammlung und den Sammlungen Eisenmann (Böblingen), Hans Holzinger (München) und Sloos (Leiden/Niederlande).
Seine Bilder und Zeichnungen illustrieren Bücher unter anderem mit den Autoren Wolfgang Johannes Bekh, Fritz Fenzl, Monika Pauderer, Franz Ringseis, Herbert Schneider, Alfons Schweiggert, Oskar Weber, Kurt Wilhelm und Helmut Zöpfl. Auf Kalendern und Kunstpostkarten, Porzellantellern und Bierkrügen wurden seine Werke wiedergegeben. Er gestaltete Buchumschläge, Plattencover, Speisekarten, Festschriften und Fernsehbilder.
Elf Jahre lang, von 2000 bis 2011, gestaltete Wahl den Jahres-Faschingsorden der Faschingsgesellschaft Würmesia e.V., München. Für die zahlreichen anerkennenden Stimmen zu seinem Schaffen als Maler und Zeichner stellvertretend einige Sätze aus der Laudatio zum „Pasinger Kulturpreis 1998“, von Professor Rudolf Seitz, ehemaliger Präsident der Akademie der Bildenden Künste München:„Er beobachtet, taxiert, sieht die Häuser, die Plätze, die Vorgänge und er speichert das alles. Es müssen Säle sein, voll von Erinnerungen, Vorstellungen, von Visionen und Wünschen […] wie die Lagerräume eines riesigen Theaters mit den Kulissen und Ausstattungen für unzählige Stücke, Festzüge, Treffen, Interviews, Bräuche […] es sind die Vorbereitungen für Lebensstücke voller Poesie, Ausgeglichenheit und Erzählfreude. Das ist Josef Wahl - ein Poet mit dem Pinsel, ein Schilderer mit einer unerschöpflichen Erzähllust, der Heimat, der Geschichte und dem Brauchtum verbunden […].“
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1973: Kunststadel Aubing, München 1982: Josef Wahl und Aubing; zum 40. Jahrestages der Eingemeindung Aubings, Pfarrsaal St. Quirin Aubing 1984: „Haager Bilder“, Gemeindehaus Haag 1993: „Im Erdinger Land“; Kreis- und Stadtsparkasse Erding 1994: „Der Lohnkutscher – Von der Kutsche zum Taxi“, Mercedes-Benz AG, München 2004: Gartenlust und Gartenfrust; Kreissparkasse München Starnberg, Sparkassen-Galerie; Geschäftsstelle Starnberg
Gruppenausstellungen 1967: Sonntagsmaler-Wettbewerb der Abendzeitung München im Stadtmuseum München 1973: Berufsverband Bildender Künstler München e.V. – „autonome“ 1974: Kunstmesse, Düsseldorf 1975: „Zirkuskunst“, Kunst im Zirkus Krone, München 1976: 1. Mannheimer Kunstmesse 1977: „Bayrische Bilder – Naive Maler sehen Bayern“, BMW-Galerie, München 1977: Galerie im Ganserhaus, Wasserburg am Inn – „Miniaturen“ 1978: Galerie Sonnegg, Schaan/Liechtenstein, „Naive Bilder aus Bayern“ 1978: „Münchner Bilder“, BMW-Galerie, München 1980: A special invitation to all lovers of „Naive“ art, Cory galleries, San Francisco, CA 1980: Naive Tierbilder, BMW-Galerie, München 1980: Galerie Broerse, Laren/Holland 1983: Ausstellung „Die Isar“; BMW-Beitrag zur IGA ´83; Rathaushalle München, BMW-Gallerie 1986: König Ludwig II., Arche Nova, München 1989: Kunstausstellung Künstlerkreis 83, Pasinger Rathaus, München 1991: Kunst-Land-Würm 1991, Blutenburger Kunstausstellung; Schloss Blutenburg, München 1991: Kunsttage, Kirchheim bei München 1993: „10 Jahre Künstlerkreis KK 83“, Pasinger Fabrik, München 1994: „Wolpertinger“, Zentrum für Außergewöhnliche Museen, München 1994: „Münchner Fasching“, Galerie Roucka, München 1994: Kunst im Palmengarten, Luitpoldblock, München 1996: Kunst und Wein, Weinmesse München 2000: 150 Jahre Bavaria, Valentin-Musäum, Isator Münchenpio, 100 000 Mark für die Sanierung der Bavaria In: Münchner Merkur, 18. Oktober 2000. 2008: Kath. Stadtpfarrkirche Heilig Geist, München; Ausstellung anlässlich 800 Jahre Gründung Heilig Geist München 2008: „25 Jahre Künstlerkreis 83“, Schloss Blutenburg München 2010: „1000 Jahre Aubing“, Festzelt an der Belandwiese, München
Auszeichnungen (Auswahl)
1989: „Goldene Rose“ des Künstlerkreises 83 Pasing 1995: Silberne Quirin-Medaille der Pfarrei St. Quirin, MünchenKlaus Speyer: Sebastianitag mit Ehrungen In: Aubinger Zeitung, 26./27. Januar 1995. 1998: Pasinger Kulturpreis 1998 1998: Bayerischer Poetentaler der Münchner Turmschreiber für sein Lebenswerk 2000: Ehrenpreis für die Erhaltung der bayerischen Kultur und bayrischen Brauchtums der Königlich Bayrischen Patrioten, München 2000: Goldene Ehrennadel des Marktes Haag i. OB 2002: Medaille „München leuchtet - Den Freunden Münchens“ der Stadt MünchenFrieder Vogelsgesang: Josef Wahl geehrt In: Blutenburger Kurier. Nr. 4/2002.Martina Krämer: München zum Leuchten gebracht In: Aubinger Zeitung, 31. Mai 2022.Wally Schmidt: Zuneigung in den Bildern spürbar In: Süddeutsche Zeitung. München, 21. Mai 2002. 2007: Bezirksmedaille in Silber für Engagement in den Bereichen Kultur, Heimat- und Denkmalpflege des Bezirks Oberbayern
Illustrierte Bücher (Auswahl)
Helmut Zöpfl: Nun sehet den Stern, Gedanken über die staade Zeit. W. Ludwig Verlag, München 1980, ISBN 3-7787-3178-5. Oskar Weber: So san's - so war's - so is': Szenen aus dem bayerischen Leben. Ehrenwirth, München 1984, ISBN 3-431-02609-5. Alois Brem u. a.: Aubing ein Geschenk. Lipp Verlag, München 1985. Fritz Fenzl; Josef Wahl: I mog di – Freundliches von Mensch zu Mensch. Ehrenwirth, München 1985, ISBN 3-431-02731-8. Franz Ringseis (Anton Neuhäusler): Andechs. Trost für Leib und Seel. Ehrenwirth, München 1985, ISBN 3-431-02684-2. Wolfgang Seitz: Unser König. König Ludwig II. von Bayern. Ehrenwirth, München 1986, ISBN 3-431-02838-1. Reinhold Esterer: Fasching in Bayern. Ehrenwirth, München 1987, ISBN 3-431-02959-0. Helmut Bloid: Beamtenhaus No 19 – Vom Leben in einer Eisenbahner-Kolonie. Verlagsanstalt Baumgartner, München 1988, . Helmut Zöpfl (Hrsg.): Im stillen Dachauer Land. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1988, ISBN 3-89251-042-3. Helmut Zöpfl: Erde – Heimat – guter Stern. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1989, ISBN 3-89251-070-9. Kurt Faltlhauser (Hrsg.): Im Münchner Westen. Von der Wies’n bis Aubing. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1989, ISBN 3-89251-062-8. Hans Mayr: Alte bayrische Erde. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1990, ISBN 3-89251-075-X. Helmut Zöfpl (Hrsg.): Winterzeit. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1992, ISBN 3-89251-120-9. Maria Denicke: Die Landdoktorin. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1992, ISBN 3-89251-136-5. Wolfgang Johannes Bekh: Im Erdinger Land. Gesicht einer Heimat. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1993, ISBN 3-89251-151-9. Oskar Weber: Am Starnberger See und die Würm entlang. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1995, ISBN 3-89251-202-7. Wolfgang Johannes Bekh: Münchner Winkel und Gassen. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1996, ISBN 3-89251-233-7. Turmschreiber Hausbuch 2000. Turmschreiber Verlag, München 2000, ISBN 3-930156-51-2. Monika Pauderer: Was Freude macht. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 2001, ISBN 3-89251-308-2. Herbert Schneider: Gartenlust und Gartenfrust. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 2003, ISBN 3-89251-332-5. Wolfgang Johannes Bekh, Odilo Lechner: Andechs, der heilige Berg. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 2005, ISBN 3-89251-355-4. Herbert Schneider: Aber heit is’s kalt. Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 2007, ISBN 978-3-89251-379-7.
Literatur und Filme mit dem Thema Josef Wahl (Auswahl) Josef Veith: Josef Wahl – der Maler und Zeichner. Ein Filmportrait. Video-Verlag, München 2004, ISBN 3-933768-17-9. Das Würmtal. In: Münchner Merkur. 2./3.11.1989; Serie Begegnung mit Würmtaler Künstlern – Folge: Josef Wahl Neuhausen, Nymphenburg und Umgebung in Bilden von Josef Wahl. In: Neuhauser Nymphenburger Hefte. Nr. 21/2002. Der Maler Josef Wahl. In: Pasinger Archiv. Ausgabe 2012, ISBN 978-3-9807980-9-9.
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