Der Wiesenbach ist ein auf seinem beständiger wasserführenden Unterlauf etwa 6 km langer Bach im Landkreis Schwäbisch Hall im nordöstlichen Baden-Württemberg, der beim Weiler Hilgartshausen der Gemeinde Rot am See von rechts und zuletzt Nordwesten in die Brettach mündet. Er hat ein auf langen Strecken bettloses Oberlauftal des Namens Augraben in seinem insbesondere im Norden stark verkarsteten oberflächlichen Einzugsgebiet, das weithin unterirdisch zum Tauber-Zufluss Schandtauber entwässert. Mitsamt der Trasse dieses abschnittsweise auch kurz als Bach oder Weggraben ausgebildeten Augrabens ist der Wiesenbach über 12 km lang.

Geographie Verlauf Der Augraben entsteht auf etwa wenig östlich der südöstlichen Siedlungsgruppe des Weilers Speckheim der Kleinstadt Schrozberg, auf die er entlang der L 1024 zufließt. Nach hundert Metern durchläuft er einen kleinen Teich, nach weniger als hundert weiteren Metern endet das Bett zwischen den Häusern. Etwa einen Viertelkilometer weiter westlich quert die Landesstraße eine von Norden nach Süden laufende flache Mulde, in der etwa zweihundert Meter weiter nördlich an der nordwestlichen Siedlungsgruppe des Dorfes der von Norden kommende Hofwiesengraben nach etwa einem Kilometer offenen Laufes in einer Doline versinkt. Die gewässerfreien Talmulden setzen sich als Augraben vereint ohne irgendeinen offenen Graben oder auch nur ein dauerhaftes Bett in der Talmulde südsüdwestwärts etwa entlang der L 1008 in Richtung auf das Schrozberger Dorf Schmalfelden fort. Dabei passiert der Augraben in diesem gewässerarmen Gebiet vor dem Dorf einen inzwischen aufgelassenen Steinbruch mit zwei großen offenen Wasserflächen in ehemaligen Abbaugruben, die offenbar so tief eingeschnitten sind, dass der Karstwasserleiter erreicht wird.

Vor und bei Schmalfelden laufen der Mulde von Westen her weitere Seitenmulden zu, die ein ähnliches Bild zeigen: Kurze Bachanfänge, die dann in einer Versinkungsdoline enden, der weitere Lauf ist unterirdisch und an der Oberfläche zeigt sich keinerlei Graben oder Bett mehr; nicht einmal der Zuschnitt der Felder beachtet gewöhnlich die Mittenlinie der nur flachen Talmulden.

Bei Schmalfelden wendet sich die Hauptmulde des Augrabens nach Südosten, sie passiert dabei in weniger als einem halben Kilometer den Blaufelder Weiler Naicha auf dem flachen rechten Hügelrücken. Östlich der Waldinsel Riegholz, in der eine große Zahl von Dolinen liegt, wendet sich die Talmulde nach Südwesten und nimmt von rechts eine weitere längere Trockentalmulde auf. Unmittelbar vor dem Dorf Wiesenbach der Gemeinde Blaufelden endet der Trockentalabschnitt des Augrabens dann im großen Hochwasserrückhaltebecken Wiesenbach, das bis über 500.000 m³ Wasser zurückhalten kann, aber außer bei ungewöhnlich wasserreichen Regenfällen trocken liegt. Im Becken beginnt auf etwa ein sich im Grundablass fortsetzender Graben, der nun Wiesenbach genannt wird, und dessen Bewuchs zumindest zeitweiligen Durchfluss anzeigt. Der Augraben oberhalb hat auf der Mittenlinie bis dorthin eine etwa 6,2 km lange Trasse mit einem mittleren Gefälle von nur etwa 2,6 ‰.

Der Wiesenbach hat einen bis zum Dorfkern offenbar begrabigten Graben, durchquert diesen dann verdolt unter einer Straße und zeigt sich erst am unteren Ortsrand wieder offen. Dort läuft von Nordwesten der als Graben ausgebildete Unterlaufabschnitt des Saalbachs von rechts zu, der zuvor in einer Doline verschwunden war. Seiten- wie Haupttal zeigen nun stärkere Eintiefung und das südwärts ziehende Wiesenbachtal legt sich nun sogar in kleine Talmäander. Teilweise stehen kleine Wäldchen am etwas steileren Hang oder Hecken ziehen sich diesem entlang. Kurz vor dem Blaufeldener Weiler Engelhardshausen quert die bisher auf den linken Hügeln laufende K 2523 den Bach, der den Ort in offenem Graben durchläuft und darin auf südöstliche Laufrichtung wechselt.

Unterhalb zieht er weiterhin grabenartig in etwas Abstand neben der Straße nach Hilgartshausen, zunächst mit fast kahlen Ufern. Er quert den schmalen Baumriegel eines Abschnitts der Rothenburger Landhege, dem entlang noch heute die Gemeindegrenze zu Rot am See verläuft. Jenseits begleitet er die beidseits von einer Baumgalerie gesäumte Straße als wenig auffälliger Seitengraben. Zuletzt unterquert er wenig abwärts von Hilgardthausen die im Brettachtal laufende L 1040 von Brettheim nach Rot am See und mündet dann gleich neben der Brücke der Zufahrt zur gegenüber stehenden Brettachmühle auf etwa von rechts in die obere Brettach.

Einzugsgebiet Der Wiesenbach hat ein oberflächlich 32,8 km² großes Einzugsgebiet, das wegen Karstversickerung vor allem, aber nicht nur im nördlichen Teil effektiv wohl sehr viel kleiner ist. Es liegt insgesamt im Unterraum Blaufelden-Gerabronner Ebene der Östlichen Hohenloher Ebene im Naturraum der Hohenloher und Haller Ebene und umfasst überwiegend Ackerland, in das aber etliche mehr oder weniger große Waldinseln eingestreut sind. Es ist im nördlichen Teil wenig profiliert, dort liegen an der westlichen Wasserscheide seine mit etwa 490– größten Höhen. Anteil an ihm haben im Norden die Kleinstadt Schrozberg, im mittleren Teil die Gemeinde Blaufelden, im mündungsnahen Südosten die Gemeinde Rot am See. Es ist mit zwei Dörfern und einigen Weilern der drei Kommunen besiedelt, der größte Ort ist das Blaufeldener Dorf Wiesenbach am Beginn des beständiger wasserführenden Unterlaufs.

Insgesamt liegen im Einzugsgebiet der Weiler Speckheim im Obertal, der Weiler Großbärenweiler nahe der östlichen Wasserscheide, das Dorf Schmalfelden in der Trockentalmulde, und der Weiler Lindlein steht auf der westlichen Wasserscheide, alle Orte der Stadt Schrozberg. Von der Gemeinde Blaufelden steht der Weiler Naicha westlich über der Trockentalmulde, der Weiler Saalbach in der Mitte einer westlichen Seitentalmulde, das Dorf Wiesenbach um den einsetzenden Lauf des Wiesenbachs, der Wohnplatz Stemmerhof und der Weiler Emmertsbühl zwischen der Talmulde des Wiesenbachs und der westlichen Wasserscheide sowie der Weiler Engelhardshausen am Unterlaufknick des Wiesenbachs. Der einzige Ort der Gemeinde Rot am See ist der Weiler Herbertshausen linksseits des untersten Laufes dicht an der Wasserscheide.

Reihum grenzen die Einzugsgebiete der folgenden Nachbargewässer an: Im Nordnordwesten grenzt das oberste Einzugsgebiet des Vorbachs an, der in Weikersheim der Tauber zufließt; im Nordnordosten grenzt das oberste Einzugsgebiet des Vorbach-Zuflusses Reutalbach an; im Osten entwässern alle teils weit entfernt beginnenden Bäche im nördlichen Bereich zur Schandtauber, einem höheren Zufluss der Tauber, im südlichen zur Brettach vor dem Zufluss des Wiesenbachs selbst; im Süden laufen vergleichsweise unbedeutende Bäche nunmehr unterhalb des Wiesenbachs zur Brettach; jenseits der westlichen Wasserscheide konkurriert der Blaubach, ein noch tieferer großer Zufluss der Brettach, in ihrem nördlichen Abschnitt über seinen großen linken Zufluss Strutbach.

Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Außer den hier genannten gibt es bis weit in dessen Süden noch weitere kurze, unbeständige und oft in Dolinen versinkende Fließgewässer im oberflächlichen Einzugsgebiet.

Ursprung des Augrabens auf etwa etwas östlich von Schrozberg-Speckheim. Dieser Augraben-Strang beginnt wenig östlich von Speckheim als unbeständig Wasser führender kurzer Graben, der auf den Weiler zuläuft.

class=noviewer|10px Durchfließt nach rund hundert Metern auf etwa vor dem Weilerrand einen Teich, 0,2 ha.Der offene Lauf des Augrabens endet weniger als 0,1 km unterhalb des Teiches im Dorf. Hofwiesengraben, von rechts und Norden auf unter an der L 1022 Speckheim–Schrozberg, 1,2 km, wovon die letzten 0,2 km ab einer baumumrundeten Senke beim Haus Nr. 15 von Speckheim bettlos sind, sowie ca. 1,9 km². Entsteht auf etwa nördlich von Speckheim am Austritt des Sträßchens von Schrozberg-Bovenzenweiler her aus dem Wald Geistholz. Durchfluss unbeständig.Ab diesem ersten „Zufluss“ zieht die Augrabenmulde in südliche Richtungen.Die zuletzt unterirdisches Trasse des Auengrabens bis zu diesem Zufluss ist dort erst 0,4 km lang und hat nur ein ca. 0,9 km² großes Teileinzugsgebiet. Lochwiesengraben, von rechts und Westen auf etwa wenig vor Speckheim, 0,7 km und ca. 0,4 km². Durchfluss unbeständig. Entsteht auf etwa in einer Wiesenbucht im Wald Schorren. Ringertsweiler Graben, von rechts und Nordwesten auf etwa südlich von Speckheim, 2,1 km, wovon die letzten 0,9 km von einer Versinkungsdoline auf etwa neben der L 1022 und gegenüber der Waldinsel Paradies an bettlos sind, sowie ca. 2,4 km². Entsteht auf etwa östlich von Schrozberg am südlichen Waldvorsprung Speckheimer Wasen. Durchfluss unbeständig. class=noviewer|10px Westlich des Ursprungs liegen dicht innerhalb der Wasserscheide auf etwa zwei nur durch einen Wegdamm getrennte, verlandende Restteiche in einer ehemaligen Tongrube, zusammen 0,8 ha. class=noviewer|10px Nördlich des Ursprungs liegen auf etwa zwei angelegte Waldweiher im Schorrenwald, zusammen wenig über 0,1 ha. Hachtelbach, von rechts und Westsüdwesten auf etwa am Nordrand des Nonnenwaldes etwas vor der Versinkungsdoline, 1,2 km und ca. 0,6 km². Entsteht auf knapp im westlichen Nonnenwald. Lange Seitengraben eines Grasweges, Durchfluss unbeständig. class=noviewer|10px Passiert auf unter den ferneren der beiden Teiche im nördlich von Schmalfelden links der Talweglinie liegenden ehemaligen Steinbruch, ca. 2,5 ha. class=noviewer|10px Passiert im nördlich von Schmalfelden links der Talweglinie liegenden ehemaligen Steinbruch den näheren auf liegenden Teich, 1,4 ha. Nonnenwiesengraben, von rechts und Westen auf unter etwa gegenüber dem letzten Teich, 2,1 km, wovon die letzten 0,4 km von einer Versinkungsdoline auf unter vor dem Südostrand des Nonnenwaldes an bettlos sind, sowie ca. 2,4 km². Entsteht auf etwa am Westrand des Waldgewanns Nonnenwiesen. Durchfluss unbeständig. Mittelholzgraben, von links und Westnordwesten auf knapp zwischen der Westspitze des Mittelholzes und der Versinkungsdoline, 1,6 km ca. 0,9 km². Entsteht auf etwa am Nordwestrand des Mittelholzes und läuft durch die schnalle Wiesenaue des Langen Grundes zwischen Nonnenwald im Norden und Mittelholz im Süden. Durchfluss unbeständig. (Bach in den Streitwiesen), von links und Westsüdwesten auf etwa gegenüber von Schrozberg-Schmalfelden, ca. 0,9 km, wovon die letzten ca. 0,4 km von einer Versinkungsdoline auf etwa am Nordrand des Waldes Gereut an bettlos sind, und ca. 1,5 km². Entsteht auf etwa zwischen Schrozberg-Lindlein und dem Rötelholz. Durchfluss unbeständig.Von diesem „Zufluss“ an zieht die Tiefenlinie des Augrabens südostwärts bis zu einer Südwestkehre kurz vor dem folgenden. Steinbachgraben, von rechts und Nordwesten auf etwa wenig südöstlich der Waldinsel Riegholz im Feldgewann Au nordnordöstlich von Blaufelden-Wiesenbach, 2,4 km, wovon die letzten ca. 1,3 km von einer Versinkungsdoline auf etwa am Ostrand des Waldes Großbirken an bettlos sind, und ca. 2,2 km². Entsteht auf etwa tief in der Flurbucht Steinbachwiesen zwischen den Wäldern Rötelholz im Norden und Großbirken im Süden. Durchfluss unbeständig. Brunnquellgraben, von rechts und Westsüdwesten auf etwa zwischen den Waldinseln Schmalfelder Loh im Süden und Riegholz im Nordosten, ca. 0,8 km, wovon die letzten ca. 0,3 km von einer Versinkungsdoline auf knapp gleich nach dem Teich im Lauf an bettlos sind, und ca. 0,5 km². Entsteht bettlos auf etwa an der K 2532 Lindlein–Wiesenbach, in offenem Lauf erst kurz vor dem Teich. Durchfluss unbeständig. 10px Speist auf etwa einen Teich zwischen den Waldinseln Kleine Birken im Nordwesten und Schmalfelder Loh im Südosten, weniger als 0,2 ha.