F1 ist ein US-amerikanisches Actiondrama von Regisseur Joseph Kosinski, das am 25. Juni 2025 in die deutschen und zwei Tage später in die US-amerikanischen Kinos kam. In der Hauptrolle verkörpert Brad Pitt einen ehemaligen Formel-1-Piloten, der aus dem Ruhestand zurückkehrt, um für ein erfolgloses Team das erste Rennen zu gewinnen. Als Produzent fungierte unter anderem der siebenfache Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, durch den Dreharbeiten während echter Formel-1-Grand-Prix mit nachgebauten Boliden ermöglicht wurden. Der Film war für vier Oscars nominiert, darunter als bester Film, und gewann in der Kategorie bester Ton.

Handlung Der Rennfahrer Sonny Hayes galt einst als großes Talent innerhalb der Formel 1, musste allerdings nach einem schweren Unfall im Jahr 1993 seine aktive Karriere beenden. Nach mehreren gescheiterten Ehen und einer Glücksspielsucht steht er über 30 Jahre später vor der Privatinsolvenz und muss sich mit Engagements als Fahrer in niedrigeren Rennklassen über Wasser halten. Gerade als er das 24-Stunden-Rennen von Daytona gewinnen konnte, wird er von seinem ehemaligen Teamkollegen Ruben Cervantes kontaktiert, der mittlerweile den Formel-1-Rennstall APXGP besitzt. Sein Team konnte in der bisherigen Weltmeisterschaft noch keinen einzigen Punkt gewinnen, weshalb einer der Fahrer mitten in der Saison absprang. Auch Ruben steht vor der Ablösung, sollte APXGP bis zum Saisonende kein einziges Rennen gewinnen.

Ruben unterbreitet Sonny das Angebot, für die letzten neun Rennen der Weltmeisterschaft als Fahrer einzuspringen, was dieser mit der Aussicht auf eine letzte Chance auf Ruhm annimmt. Bei einer ersten Testfahrt baut Sonny mit dem für ihn ungewohnten Boliden zwar einen Unfall, ist allerdings nicht wesentlich langsamer als der ehrgeizige Rookie Joshua Pearce, der ebenfalls bei APXGP unter Vertrag steht. Beide Fahrer halten den jeweils anderen für arrogant und überheblich, weshalb zwischen ihnen schon bald eine teaminterne Rivalität entsteht. Als Sonny bei seinem ersten Grand Prix in Silverstone trotz der Weisung des Teamchefs Kaspar Smolinski verhindert, dass der schnellere Joshua ihn überholen kann, kommt es zum Unfall, bei dem beide Fahrer aus dem Rennen ausscheiden.

Zum zweiten Rennen auf dem Hungaroring entschließt sich Sonny dazu, das eigene gute Abschneiden zu opfern, um stattdessen Joshua eine Platzierung in den Punkten zu ermöglichen. Mehrfach löst er durch kleinere Unfälle das Safety-Car aus, weshalb andere Fahrer die Box ansteuern, während Joshua auf der Strecke bleibt und das Rennen schließlich als Zehnter abschließt. In Monza verfolgt Sonny eine ähnliche Strategie, bremst während eines Regenrennens absichtlich nachfolgende Boliden aus und behindert die vorderen Fahrer beim Überrunden, sodass sich Joshua in einer aussichtsreichen Position auf Platz 2 wiederfindet. Ein von Sonny vorgeschlagenes Überholmanöver führt er allerdings nicht richtig aus, sondern kommt von der Strecke ab und überschlägt sich. Joshua wird von Sonny aus dem brennenden Boliden gezogen und muss wegen seiner Verletzungen für drei Rennen pausieren, in denen er durch den Fahrer Luca Cortez ersetzt wird.

Sonny wird von seinem Team dazu aufgefordert, in den nächsten Rennen nicht mit billigen Tricks zu arbeiten, sondern fair um seine Platzierungen zu kämpfen. Kate McKenna, die technische Direktorin von APXGP, entwickelt seinen Boliden auf seine Aufforderung hin so weiter, dass das Fahrzeug in Kurven eine höhere Geschwindigkeit erreichen kann. Dieser technische Kniff bringt Sonny mehrere Endplatzierungen in den Top 10 ein, wodurch er schon bald zu einem absoluten Publikumsliebling wird. Dies stachelt erneut die Rivalität zu Joshua an, der Sonny für seinen Unfall verantwortlich macht und ihn bei seiner Rückkehr in Spa auf der Strecke abschießt. Erst durch das Einwirken von Kate können sich beide Fahrer wieder miteinander versöhnen, ehe Sonny und die technische Direktorin ihre Liebe füreinander entdecken.

Vor dem vorletzten Rennen in Las Vegas wird die Euphorie innerhalb des Teams allerdings gebremst, als die FIA auf die von Kate modifizierten Teile der Boliden aufmerksam wird und einen Rückbau fordert. In seiner Wut baut Sonny auf der Strecke einen schweren Unfall und wird von Ruben aus dem Team geworfen. Später kontaktiert ihn das APXGP-Vorstandsmitglied Peter Banning, der den Rennstall zur neuen Saison von Ruben übernehmen und auch Sonny in eine Führungsposition setzen möchte. Banning gibt zu, die FIA auf die Bauteile aufmerksam gemacht und dabei auch Baupläne gefälscht zu haben, um einen Sieg der APXGP-Fahrer und damit Rubens Vertragsverlängerung zu verhindern. Sonny lehnt das Angebot ab und überzeugt stattdessen Ruben, ihn beim letzten Rennen antreten zu lassen. Gemeinsam mit Joshua fährt er sich in Abu Dhabi in die Top 5 vor, ehe er einen Unfall baut, durch den die Rote Flagge ausgelöst wird. Mit dem ramponierten Boliden kann Sonny allerdings noch die Box ansteuern, wo sein Fahrzeug während der Rennunterbrechung erfolgreich repariert werden kann. Nach dem Neustart machen Joshua und er dank frischer Reifen weitere Plätze gut und sehen sich nur noch Lewis Hamilton ausgesetzt. Sonny täuscht ein Überholmanöver an, das Hamilton abwehren muss, wodurch Joshua an ihm vorbeiziehen kann. Im Kampf um die Spitze kommt es zwischen beiden Fahrern zu einer Kollision, wodurch Sonny unerwartet das Rennen gewinnt und somit Ruben eine dreijährige Vertragsverlängerung bei APXGP ermöglicht.

Nach seinem Sieg zieht sich Sonny aus der Formel 1 zurück und nimmt an Buggyrennen in der Wüste teil. Kate hatte ihm zuvor versprochen, ihn besuchen zu wollen.

Produktion Entstehung und Besetzung

Bereits im Jahr 2013 unternahmen Regisseur Joseph Kosinski und Schauspieler Brad Pitt einen erfolglosen Versuch, den Rennsportfilm Go Like Hell für 20th Century Fox zu verwirklichen. Das Filmprojekt, in dem der Konkurrenzkampf zwischen Ford und Ferrari während des 24-Stunden-Rennens von Le Mans 1966 thematisiert werden sollte, wurde stattdessen 2019 mit Matt Damon und Christian Bale in den Hauptrollen verfilmt. Kosinski widmete sich hingegen dem Filmprojekt Top Gun: Maverick und kam im Zuge der Produktion mit dem siebenfachen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton in Kontakt. Beide hatten die Idee für einen von der Dokumentarserie Drive to Survive inspirierten Formel-1-Film, in dem die schwächsten Teams um einen einzigen WM-Punkt kämpfen. Der Produzent Jerry Bruckheimer zeigte sich überzeugt und engagierte im Herbst 2021 Ehren Kruger als Drehbuchautor und Brad Pitt für die Hauptrolle des Rennfahrers Sonny Hayes.

Das fertige Drehbuch wurde Anfang 2022 verschiedenen Filmstudios zum Kauf angeboten. Apple sicherte sich für 130 bis 140 Millionen US-Dollar die Verfilmungsrechte und setzte sich dabei gegen die Mitbieter Paramount, Amazon, Sony, Universal und Netflix durch. Teil des Deals war der finanzielle Aspekt, den Beteiligten neben einer festen Gage auch eine Gewinnbeteiligung am Einspielergebnis und eine Entschädigung für monetäre Verluste im Rahmen einer direkten Streamingveröffentlichung auszuzahlen. So erhielten allein Brad Pitt und seine Produktionsfirma Plan B Entertainment zwischen 40 und 50 Millionen US-Dollar für das Filmprojekt. Lewis Hamilton selbst stellte als Produzent die realistische Darstellung des Rennsports sicher und gewährleistete die Diversität der Darsteller und Produktionsmitglieder. Außerdem stellte er den Kontakt zum Formel-1-Funktionär Stefano Domenicali her, der den Dreharbeiten mit der Aussicht auf eine stärkere Vermarktung im amerikanischen Raum zustimmte, und überzeugte auch die anderen Teams.

Im April 2023 schloss sich Damson Idris als Rennfahrer Joshua Pearce der Besetzung an. Innerhalb des APXGP-Teams verkörpert Kerry Condon die technische Direktorin Kate McKenna, während Javier Bardem als Teambesitzer Ruben Cervantes zu sehen ist. Tobias Menzies spielt das Vorstandsmitglied Peter Banning, Kim Bodnia den Teamchef Kaspar Smolinski, Joseph Balderrama und Will Merrick die Renningenieure Rico Fazio und Nickleby, Abdul Salis den Chefmechaniker Dodge Dowda und Callie Cooke die Mechanikerin Jodie. Daneben verkörpert Sarah Niles Pearce’ Mutter Bernadette, während Samson Kayo als sein Manager Cashman zu sehen ist. Weitere Nebenrollen übernahmen Shea Whigham, Liz Kingsman, Roșie Dwyer, Luciano Bacheta und Simon Kunz. Auch die echten Formel-1-Fahrer, die FIA, Funktionäre anderer Teams und die britischen Sky-Kommentatoren Martin Brundle und David Croft sind in F1 zu sehen.

Dreharbeiten und Filmmusik Der Regisseur Joseph Kosinski verfolgte analog zu seinem Vorgängerfilm Top Gun: Maverick den Plan, bei F1 möglichst viele Aufnahmen auf echten Rennstrecken zu drehen und auf den Einsatz von CGI größtenteils zu verzichten. Die Hauptdarsteller Brad Pitt und Damson Idris sollten dabei selbst Formel-2-Boliden steuern, die von Mercedes im Stile eines Formel-1-Autos designt wurden und Geschwindigkeiten von bis zu 290 km/h erreichen konnten. In Vorbereitung auf die Dreharbeiten durchliefen beide ein viermonatiges Training auf Rennstrecken im Vereinigten Königreich und dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich. Dort testeten sie sich schrittweise über Formel-3-Autos an die Formel-2-Boliden und Kräfte von bis zu 5 g heran. Der Produktion standen insgesamt sechs solcher modifizierter Fahrzeuge zur Verfügung, an denen jeweils bis zu 15 Kameras angebracht wurden. Kosinski setzte dabei auch auf Einstellungen direkt aus den Cockpits, für die Sony ein kleineres und leichteres Kamerasystem entwickelte. An den Außenseiten wurden weitere von Apple bereitgestellte Kameras mit iPhone-Sensoren montiert.

mini|230px|Ein für die Dreharbeiten verwendetes Rennauto im August 2023 in Silverstone Die Dreharbeiten mit Kameramann Claudio Miranda begannen schließlich Anfang Juli 2023 während des Großen Preises von Großbritannien in Silverstone. Seitens der Produktion wurde dafür das „elfte Rennteam“ APXGP samt eigener Garage gegründet, das während jedes verbliebenen Rennwochenendes der Formel-1-Weltmeisterschaft 2023 mehrere fünf- bis fünfzehnminütige Zeitfenster auf den Strecken erhalten sollte. Innerhalb dieser Intervalle konnten Pitt und Idris sowie weitere Stuntfahrer mit ihren Formel-2-Boliden ohne Gegner auf den Strecken drehen. Filmaufnahmen, in denen ihre Autos während Rennszenen zu sehen sind, wurden hingegen erst während der Postproduktion mithilfe von visuellen Effekten erstellt.

Filmszenen in der Zentrale des APXGP-Teams wurden in der Unternehmenszentrale des McLaren-Teams, dem McLaren Technology Center im englischen Woking, gedreht. Während das Mercedes-Team mit Sitz im englischen Brackley seinen Rennsimulator für die Dreharbeiten zur Verfügung stellte, wurden die Szenen mit dem Windkanal beim Williams-Team im englischen Grove gedreht.