Das Schlacht an der Baskischen Reede ( oder auch Battle of Aix Roads, ) vom 11. bis 24. April 1809 war eine Seeschlacht während des fünften Koalitionskrieges zwischen der britischen Kanalflotte und der französischen Atlantikflotte.

Im Februar 1809 versuchte die französische Atlantikflotte, die in Brest von der britischen Kanalflotte blockiert wurde, in den Atlantik vorzudringen und die Garnison von Martinique zu verstärken. Die Franzosen, die von britischen Blockadegeschwadern gesichtet und verfolgt wurden, konnten dem Golf von Biskaya nicht entkommen und ankerten schließlich in der Baskischen Reede in der Nähe des Marinestützpunkts Rochefort. Dort wurden sie im März von der britischen Flotte unter Admiral Lord Gambier in Schach gehalten und observiert. Die Admiralität, die einen Angriff auf die französische Flotte wünschte, beauftragte Hon. Thomas Cochrane mit der Leitung eines Angriffs. Cochrane organisierte ein Küstengeschwader aus Brandschiffen und Bombarden und führte dieses Geschwader am Abend des 11. April persönlich in die Reede.

Der Angriff richtete wenig direkten Schaden an, aber in den engen Gewässern des Kanals versetzten die Brander die Matrosen der französischen Flotte in Panik, so dass die meisten ihrer Schiffe auf Grund liefen. Cochrane erwartete, dass Gambier seinen Angriff mit der Hauptflotte fortsetzen würde, die dann die verwundbare französische Flotte vernichten könnte, doch Gambier weigerte sich. Cochrane setzte die Schlacht in den nächsten Tagen fort und zerstörte erfolgreich mehrere französische Schiffe, ohne dass Gambier ihn dabei unterstützte. So konnte der größte Teil der französischen Flotte wieder flott gemacht werden und sich die Charente hinauf in Sicherheit bringen. Gambier rief Cochrane am 14. April zurück und schickte ihn nach Großbritannien. Gleichzeitig zog er den größten Teil des Küstengeschwaders ab. In Großbritannien wurde die Schlacht als Sieg gefeiert. Aber viele in der Marine waren mit Gambiers Verhalten unzufrieden und Cochrane nutzte seine Position als Parlamentsabgeordneter, um öffentlich gegen Gambiers Führung zu protestieren. Verärgert beantragte Gambier ein Kriegsgericht, um Cochranes Anschuldigungen zu widerlegen. Nach einem achttägigen Verfahren wurde Gambier von jeglicher Schuld an den Versäumnissen während der Schlacht freigesprochen.

Vorgeschichte 1809 dominierte die Royal Navy den Atlantik. Bei Trafalgar 1805 und im Atlantik 1806 hatte die französische Atlantikflotte schwere Verluste erlitten und die Überlebenden saßen blockiert durch die Britische Kanalflotte unter dem Kommando von Admiral Gambier in den französischen Häfen der Biskaya fest. Der größte französische Stützpunkt befand sich in Brest. Dort lag der Hauptteil der französischen Flotte unter dem Kommando von Konteradmiral Jean-Baptiste Willaumez vor Anker, während kleinere französische Einheiten in Lorient und Rochefort stationiert waren.Cordingley: Cochrane the Dauntless S. 179.Gambier war ein unbeliebter Offizier, dessen Ruf darauf beruhte, dass er der erste Kapitän war, der die französische Linie in der Seeschlacht am 13. Prairial mit der HMS Defence durchbrach vgl. Cordingley: S. 179.

Ausbruch der Franzosen Die Überlegenheit zur See ermöglichte es der Royal Navy, ungehindert Operationen gegen französische Überseegebiete durchzuführen. Ende 1808 erfuhren die Franzosen, dass die Briten eine Invasion von Martinique vorbereiteten. Willaumez erhielt daraufhin den Befehl, sich mit den Schiffen aus Lorient und Rochefort zusammenzuschließen und in die Karibik zu segeln, um die Insel zu verstärken. Doch mit Gambiers Flotte vor Ushant war Willaumez handlungsunfähig. Erst mit dem Einsetzen der Winterstürme, die die Briten im Februar 1809 zum Rückzug in den Atlantik zwangen, sah sich der französische Admiral in der Lage, in See zu stechen. Am Morgen des 22. Februar ließ er die Anker lichten und fuhr mit acht Linienschiffen und zwei Fregatten durch den Raz de Sein in Richtung Süden. Gambier hatte ein einziges Linienschiff, die HMS Revenge unter Kapitän Charles Paget, zur Bewachung von Brest zurückgelassen. Paget registrierte die Bewegungen der Franzosen und schloss korrekt auf das nächste Ziel von Willaumez.

Das Blockadegeschwader vor Lorient bestand aus den Linienschiffen HMS Theseus, Triumph und Valiant unter Kommodore John Beresford, die die drei Schiffe im Hafen unter Konteradmiral Amable Troude bewachten. Paget, der den Kontakt zu den Franzosen verloren hatte, erreichte um 15:15 Uhr die Gewässer vor Lorient und meldete Beresford seine Beobachtungen. Um 16:30 Uhr sichtete Beresfords Geschwader die Flotte von Willaumez, die nach Südosten abdrehte. Willaumez befahl seinem Stellvertreter, Konteradmiral Antoine Louis de Gourdon, Beresford zu vertreiben. Gourdon brachte vier Schiffe heran, um das britische Geschwader zu verfolgen, während der Rest der französischen Flotte in größerem Abstand folgte. Beresford drehte nach Nordwesten ab und machte so den Weg nach Lorient frei. Nachdem er sein Ziel erreicht hatte, schloss sich Gourdon wieder Willaumez an und die Flotte ankerte in der Nähe der Insel Groix.

Am frühen Morgen des 23. Februar schickte Willaumez den Schoner Magpye nach Lorient mit der Anweisung an Troude, so schnell wie möglich auszulaufen und die Pertuis d’Antioche bei Rochefort anzusteuern, wo sich die Flotte versammeln sollte. Willaumez nahm daraufhin mit seiner Flotte Kurs nach Süden, gefolgt von Beresfords Geschwader (ab 09:00 Uhr). Die französische Flotte fuhr zwischen Belle-Île und Quiberon und dann um die Île d’Yeu herum und passierte um 22:30 Uhr den Phares des Baleines auf der Île de Ré. Dort wurde die Flotte von der Amethyst, dem Aufklärer des Rochefort-Blockadegeschwaders unter Konteradmiral Robert Stopford, gesichtet. Signalraketen der Amethyst informierten Stopford, der vor dem Phare de Chassiron auf der Île d’Oléron ankerte, über die Anwesenheit von Willaumez. Stopford schloss in der Nacht zu Willaumez auf, war aber nicht stark genug, um ihm am Morgen des 24. Februar die Einfahrt in die Baskische Reede an der Mündung der Charente zu verhindern.

Blockade In der Annahme, dass die französische Flotte aus Brest ausgelaufen war, schickte Stopford die HMS Naiad, um Gambier zu warnen. Dieser hatte am 23. Februar erfahren, dass die Franzosen verschwunden waren. Daraufhin schickte er acht Linienschiffe unter Konteradmiral John Thomas Duckworth nach Süden, um ein Vordringen ins Mittelmeer zu blockieren, während Gambier mit der Caledonia für Verstärkung zurück nach Plymouth segeln würde. Im Ärmelkanal entdeckte die Naiad die Caledonia und gab Stopfords Nachricht weiter. Gambier fuhr weiter nach Plymouth, sammelte vier dort vor Anker liegende Linienschiffe ein und segelte sofort zurück in den Golf von Biskaya, wo er sich am 7. März Stopford anschloss. Kurz nach dem Auslaufen von Stopfords Geschwader vor der Baskischen Reede hatte die Naiad am 24. Februar um 07:00 Uhr drei Segel gesichtet, die sich von Norden her näherten. Es handelte sich um die Italienne, die Calypso und die Cybèle, ein französisches Fregattengeschwader, das von Troude aus Lorient entsandt worden war und dessen Linienschiffe durch ungünstige Gezeiten aufgehalten worden waren.Woodman: S. 265. Die leichteren Fregatten waren ohne das Schlachtgeschwader in See gestochen und hatten sich am Morgen zuvor Willaumez angeschlossen. Dies war in der Nacht von HMS Amelia und der HMS Doterel beobachtet worden. Im Süden hatte Dundas Stopford ein Signal gegeben, woraufhin der Admiral die Amethyst und die Emerald zurückließ, um die französische Flotte weiter zu beobachten, während er mit seinem Hauptgeschwader die französischen Fregatten verfolgte. Zwischen den beiden britischen Streitkräften eingekesselt, lief der französische Kommodore Pierre-Roch Jurien mit seinen Schiffen den Hafen von Les Sables d’Olonne an. Stopford folgte den Franzosen und zerstörte in folgenden Schlacht alle drei französischen Schiffe.

Willaumez, der sich erfolgreich mit dem Rochefort-Geschwader, bestehend aus drei Linienschiffen, und zwei Fregatten zusammengeschlossen hatte, machte keinerlei Anstalten, sich den Briten zu stellen. Gemeinsam zog sich die französische Flotte, die nun aus elf Schiffen bestand, aus dem relativ offenen Ankerplatz der baskischen Reede in den schmalen Kanal der Île-d’Aix zurück. Diese Gewässer boten durch die Küstenbatterien einen besseren Schutz vor der britischen Flotte, waren aber auch äußerst gefährlich.Am 26. Februar lief das 74-Kanonenschiff Jean-Barta auf der Palles Sandbank auf Grund und erlitt Schiffbruch. vgl. Clowes: S. 255. Willaumez befand sich in einer starken Verteidigungsposition: Die Briten mussten die offene Baskische Reede überqueren und an der Boyard Sandbank vorbeifahren. Bei der Einfahrt in den Kanal würden die Briten dann unter den Beschuss der befestigten Geschützbatterien auf der Île-d’Aix geraten, bevor sie schließlich auf die französische Flotte stoßen würden.James: S. 100. Die sich abzeichnende Pattsituation führte zu Aktivitäten auf beiden Seiten der Bucht. In der französischen Flotte herrschte Unzufriedenheit darüber, dass Willaumez Stopford nicht angegriffen hatte, als er die zahlenmäßige Überlegenheit besaß.Kapitän Jacques Bergeret war so verärgert, dass er Willaumez in einem Brief an den Marineminister Denis Decrès kritisierte und davor warnte, dass die Bucht für britische Angriffe sehr anfällig seien. Obwohl Napoleon die Meinung von Willaumez offenbar teilte, ersetzte Decrès sowohl Willaumez als auch Bergeret am 16. März durch Zacharie Allemand. Da die Nachricht eintraf, dass ein britisches Expeditionskorps Ende Februar Martinique eingenommen hatte, bereitete Allemand in Ermangelung weiterer Anweisungen seine Verteidigung vor.Henderson: The Frigates S. 95.

Die französische Position wurde mit einer Hafenkette verstärkt, die zwischen der Boyart Sandbank und der Île-d’Aix verlegt wurde.Die Kette war etwa 914 m lang und 80 cm dick. Sie war mit fünf Ankern beschwert und dennoch so unauffällig angebracht, dass die Briten sie nicht bemerkten.James: S. 104. Allemand befahl seinen Kapitänen zwei abwechselnde Linien quer über den Kanal zu bilden, so dass herannahende Schiffe durch kombiniertes Feuer beschossen werden konnten.James: S. 103. Auch in der britischen Flotte wurde darüber diskutiert, wie man gegen die Franzosen vorgehen sollte. Gambier befürchtete, dass ein Angriff französischer Brander auf seine in der baskischen Reede ankernde Flotte beträchtliche Zerstörungen verursachen könnte. Daher befahl er seinen Kapitänen, sich auf einen kurzfristigen Rückzug vorzubereiten, falls eine solche Aktion beobachtet würde.In einem Schreiben an die Admiralität in London empfahl er, britische Brandschiffe vorzubereiten, warnte jedoch, dass es sich um eine schreckliche Art der Kriegsführung handele und der Versuch sehr gefährlich und vermutlich aussichtslos sei.Mostert: The Line upon a Wind S. 566. Einige Offiziere der Flotte, insbesondere Konteradmiral Eliab Harvey, meldeten sich freiwillig, um einen Angriff zu leiten, doch Gambier zögerte, da er weder die Wassertiefe gemessen noch praktische Vorbereitungen für einen Angriff getroffen hatte.Cochrane: The Autobiography of a Seaman S. 217.

Angriffsbefehl