Das Amt Gebweiler (auch: Vogtei Gebweiler) war ein Amt der Fürstabtei Murbach.

Geografie Lage Das Amt Gebweiler erstreckte sich vom Fuß der Vogesen entlang des Tals der Lauch in die Berge hinein. Hauptort war die Stadt Gebweiler, die zugleich die weltliche „Hauptstadt“ der Fürstabtei war.Bischoff, S. 81, 129, 159. Auch die geistlichen Einrichtungen der Fürstabtei wurden Mitte des 18. Jahrhunderts hierhin verlegt.Philippe Legin: Die Abtei Murbach. Übersetzt von Eve Gissinger. Savoir Decouvrir, St. Ouen o. J., S. 13.

Bestandteile Zum Amt Gebweiler gehörten eine Reihe von Ortschaften und Burgen der Fürstabtei MurbachSoweit nicht anders angegeben: Bischoff, S. 81, 129, 159.:

Siedlungs-form Bezeichnungdeutsch Bezeichnungfranzösisch Anmerkung Burg AngrethLegin: Die Abteikirche, Karte, Rückumschlag. Château d‘Angreth bei Guebwiller Dorf Belchenthal Belchenthal Dorf Bergholz Bergholtz Dorf Bergholzzell Bergholtzzell Dorf Bühl Buhl Burg Burgstall Château du Burgstall Lehen an die Herren von Ongersheim, ab 1450 an die Herren von Ostein Burg EckelsbachLegin: Die Abteikirche, Karte, Rückumschlag. Château du Eckelsbach bei der Abtei Murbach Stadt Gebweiler Guebwiller Burg Hohenrupf Château du Hohrupf Lehen an die Herren von Stör Burg Burg Hugstein Château du Hugstein auch: Burg Hungerstein; Lehen an die Herren von Hungerstein Burg Husenburg Husenbourg Lehen an die Herren von Haus Dorf Lautenbachzell Lautenbachzell Kloster Murbach Murbach Burg Burg Oberlinger Château d'Oberlinger Dorf Sengern Sengeren Burg Burg Unterlinger Château d'Unterlinger Burg Burg WarnsturmLegin: Die Abteikirche, Karte, Rückumschlag. Château de Warnsturm bei Bergholtz

Funktion In Mittelalter und Früher Neuzeit waren Ämter eine Ebene zwischen den Gemeinden und der Landesherrschaft. Die Funktionen von Verwaltung und Rechtsprechung waren hier nicht getrennt. Dem Amt stand in der Fürstabtei Murbach ein Vogt oder „Schaffner“ vor, der von der Landesherrschaft – dem Fürstabt – eingesetzt wurde.Bischoff, S. 130f.

Geschichte Die Vogtei Gebweiler entstand im Laufe des Spätmittelalters, als die Fürstäbte für die Verwaltung ihres Landes einerseits zunehmend von den feudalen Strukturen Abstand nahmen und auf eingesetzte und leichter ablösbare „Beamte“ setzten, und zum anderen eine Politik der territorialen Konsolidierung verfolgt wurde: Weit abgelegene Besitzungen und Rechte wurden verkauft und im Kernbereich der Fürstabtei versucht, Rechte und Besitz anderer aufzukaufen, ein Prozess der sich zum Teil bis in das 16. Jahrhundert hineinzog. Daraus entstand unter anderem die Vogtei Gebweiler.Bischoff, S. 129. Die beiden anderen Ämter der Fürstabtei waren Sankt Amarin und Wattweiler.Bischoff, S. 159. Die Vogtei Gebweiler bestand bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, als die Fürstabtei in der Französischen Revolution unterging und die Verwaltung modernere Strukturen erhielt.

Literatur Georges Bischoff: Recherches sur la puissance temporelle de l’abbaye de Murbach (1229–1525) = Publications de la Société Savant d’Alsace et des Régions de l’Est. Série recherches et documents XXII. Libraire Istra, Strasbourg 1975. Philippe Legin: Die Abteikirche von Murbach. S. A. E. P., Colmar-Ingersheim 1979.

Einzelnachweise

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