Volharding 8700 bezeichnet einen Mehrzweckfrachtschiffstyp der niederländischen Werft Bodewes Scheepswerf Volharding.
Geschichte Von dem vom Schiffsarchitekturbüro Conoship International in Groningen entworfenen Schiffstyp wurden zwischen 1996 und 2000 neun Einheiten auf der niederländischen Werft Bodewes Scheepswerf Volharding in Foxhol gebaut. Ein Großteil der Schiffe wird bzw. wurde von der niederländischen Reederei Wagenborg Shipping in Delfzijl betrieben. Sie bilden dort die V-Klasse.V-Class, Royal Wagenborg. Abgerufen am 2. Januar 2026.
Der Schiffstyp wurde später weiterentwickelt und in weiteren Serien unter anderem mit höherer Tragfähigkeit und teilweise mit Schiffskranen gebaut.Design Volharding 8700, Vechtborg, FleetPhoto. Abgerufen am 12. September 2022. Auf dem Schiffsentwurf basieren unter anderem der Typ Volharding 9900 und die Schiffe der Beluga-N-Serie.
Beschreibung Die Schiffe werden teilweise von einem Viertakt-Sechszylinder-Dieselmotor des Typs Wärtsilä 6R38 und teilweise von einem Viertakt-Achtzylinder-Dieselmotor des Typs MaK 8M32C mit jeweils rund 3900 kW Leistung angetrieben. Die Motoren wirken über ein Untersetzungsgetriebe auf einen Verstellpropeller. Die Schiffe sind mit einem mit 500 kW Leistung angetriebenen Bugstrahlruder ausgestattet. Für die Stromerzeugung stehen zwei von Dieselmotoren angetriebene Generatoren zur Verfügung. Weiterhin wurde ein von einem Dieselmotor angetriebener Notgenerator verbaut.
Die Schiffe verfügen über zwei boxenförmige Laderäume ohne Unterstau. Laderaum 1 ist 39,96 m lang, 13,2 m breit und 10,84 m hoch, Laderaum 2 ist 52,54 m lang, 13,2 m breit und 10,84 m hoch. Laderaum 1 verjüngt sich im vorderen, Laderaum 2 im hinteren Bereich etwas.Georgios Alexios, Vertom. Abgerufen am 12. September 2022. Laderaum 1 ist mit sechs, Laderaum 2 mit acht Stapellukendeckeln verschlossen. Die Lukendeckel können mithilfe eines Lukenwagens bewegt werden. In den Laderäumen kann ein Zwischendeck eingehängt werden. Die Zwischendeckspaneele können auch als Getreideschotten zur horizontalen Unterteilung der Laderäume genutzt werden.9.000 Ton Serie – MV Varnebank, POT Scheepvaart (PDF, 5,58 MB). Abgerufen am 12. September 2022. Die Tankdecke kann mit 20 t/m², das Zwischendeck mit 3,5 t/m² und die Lukendeckel mit 1,75 t/m² belastet werden. Vor Laderaum 1 befindet sich ein Wellenbrecher zum Schutz vor überkommendem Wasser.
Die Schiffe sind für den Transport von Containern vorbereitet. Die Containerkapazität beträgt 552 TEU, von denen 264 in den Laderäumen und 288 an Deck geladen werden können. In den Laderäumen können bis zu fünf Container nebeneinander und an Deck bis zu sechs Container nebeneinander sowie jeweils vier Container übereinander geladen werden. Für Kühlcontainer sind 50 Anschlüsse vorhanden.
Die Decksaufbauten befinden sich im hinteren Bereich der Schiffe. Die Schiffe wurden größtenteils mit offenen Nocken gebaut. Drei Einheiten verfügen über ein geschlossenes Brückendeck. Hinter den Decksaufbauten befindet sich auf der Backbordseite ein Freifallrettungsboot.
Der Rumpf der Schiffe ist eisverstärkt (Eisklasse 1A).
Schiffe Volharding 8700 Bauname Bau-nummer IMO-Nummer KiellegungStapellaufFertigstellung Umbenennungen und Verbleib Vechtborg 331 9160334 11. Dezember 199613. Juni 19983. September 1998 Vlistborg 332 9160346 11. Dezember 19965. Februar 199931. März 1999 Vlieborg 333 9160358 11. Dezember 199621. Mai 199915. Juli 1999 Umbau zum Krillfabrikschiff; 2007: Thorshovdi, 2011: Antarctic Sea Voorneborg 344 9179373 30. Juni 199825. September 199918. November 1999 Veerseborg 345 9184653 17. Oktober 199810. Dezember 1998 2004: Matfen, 2007: Veerseborg Vaasaborg 346 9196242 30. Juni 19987. Januar 20002. März 2000 2003: Normed Hamburg, 2004: Vaasaborg Malte Rambow 351 9213727 30. Juni 199817. April 20008. Juni 2000 2003: Annalisa, 2013: Ara Amsterdam, 2024: Azzaro Varnebank 352 9213739 19. Juli 20005. Oktober 2000 2024: Montserrat Vossborg 355 9229116 30. Juni 199811. November 200021. Dezember 2000 2004: Morpeth, 2007: Vossborg, 2019: Georgios Alexios, 2023: Aristo Daten: Stichting Maritiem Historische DataStichting Maritiem Historische Data. Fleetlist Royal WagenborgRoyal Wagenborg.
Die Vlieborg wurde 2007 an das norwegische Unternehmen Krill Seaproducts verkauft. Dieses ließ das Schiff von der Fiskerstrand Verft zum Krillfabrikschiff umbauen. Die Stahlarbeiten wurden auf der Werft BLRT Western Shipyard in Klaipėda durchgeführt. Dort wurde der Rumpf des Schiffes um rund 1,7 m verlängert und um 4 m verbreitert, so dass sich 133,88 m Länge und 19,87 m Breite ergeben. Der Endausbau erfolgte in Norwegen. An Bord wurden drei Produktionslinien installiert, zwei zur Verarbeitung des Krillfleisches und eine zur Verarbeitung von Chitin. Das in Thorshøvdi umbenannte und unter die Flagge Norwegens gebrachte Schiff wurde nach dem Umbau am 14. Dezember 2009 an die Reederei übergeben. Es war das erste Krillfabrikschiff der Welt und das größte Fischereischiff unter norwegischer Flagge.M/S «Thorshøvdi», Skipsrevyen, 22. August 2022. Abgerufen am 12. September 2022.Kim Idar Giske: Thorshøvdi (02/2010), Maritimt Magasin, 3. März 2010. Abgerufen am 12. September 2022. 2012 kam das Schiff zu Aker Biomarine Antarctic und wurde in Antarctic Sea umbenannt.
Die Ladekapazität des Schiffes beträgt 2800 t, der Laderaum fasst 7720 m³.Antarctic Sea, CCAMLR – Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources. Abgerufen am 12. September 2022. An Bord können 50 Personen untergebracht werden.
Literatur Vechtborg. In: Schip & Werf de Zee, Dezember 1998, S. 24–26, .
Weblinks
GA-Plan (GIF, 603 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Frachtschiffstyp