Friedrich Wild (* 11. November 1888 in Wien, Österreich-Ungarn; † 5. April 1966 ebenda) war ein österreichischer Anglist.
Leben Der Sohn eines Gymnasiallehrers studierte von 1907 bis 1910 an der Universität Wien Germanistik und Anglistik. Er wurde 1913 bei Jakob Schipper promoviert und habilitierte sich 1918 unter Karl Luick für englische Philologie an der Universität Wien. 1927 wurde er dort zum außerordentlichen Professor und 1935 zum ordentlichen Professor ernannt. Seit 1938 war er wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Nach dem Anschluss Österreichs beantragte Wild am 21. Mai 1938 als „Illegaler“ (Mitglied der in der Republik Österreich verbotenen NSDAP) die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. JanuarHausmann, S. 517 desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.128.172).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/48630988Friedrich Wild, in: Johannes Feichtinger, Herbert Matis, Stefan Sienell, Heidemarie Uhl, Silke Fengler (Hrsg.): Die Akademie der Wissenschaften in Wien 1938 bis 1945 : Katalog zur Ausstellung. Wien : ÖAW, 2013, S. 253 Wild übernahm 1942 das von Elise Richter und Helene Richter erbaute und bewohnte Haus, er soll sich bis zur Deportation der Schwestern in das Ghetto Theresienstadt um sie gekümmert haben.Hausmann, S. 517
Friedrich Wild war von 1955 bis 1960 ordentlicher Professor für Englische und Amerikanische Sprache und Literatur an der Universität Wien.
Schriften (Auswahl) Die englische Literatur der Gegenwart seit 1870. Roman und Drama. Dioskuren Verlag, Wiesbaden 1928. Die englische Literatur der Gegenwart seit 1870. Versdichtungen unter Ausschluss des Dramas (= Literatur der Gegenwart). Dioskuren Verlag, Leipzig 1931. Das Dichterehepaar Robert und Elizabeth B. Browning. Wien 1952, . Beziehungen zwischen England und Österreich im Mittelalter und im 16. Jahrhundert. Wien 1955, . Wallenstein als Zeitgenosse in englischer Spiegelung. Wien 1956, . Drachen im Beowulf und andere Drachen. Wien 1962, .
Literatur Wild, Friedrich, in: Frank-Rutger Hausmann: Anglistik und Amerikanistik im „Dritten Reich“. Frankfurt am Main: Klostermann, 2003, S. 516f.
Weblinks degruyter.com
Einzelnachweise
Kategorie:Anglist Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien) Kategorie:Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann