mini|Schloss Erdmannsdorf, 2012 Das Schloss Erdmannsdorf war von 1832 bis 1909 eine Sommerresidenz der preußischen Hohenzollern in der Gemeinde Zillerthal-Erdmannsdorf im Landkreis Hirschberg im Riesengebirge.
Geschichte Der aus dem frühen 18. Jahrhundert stammende Vorgängerbau wurde 1751 von Maximilian Leopold von Reibnitz zu einer zweigeschossigen Barockresidenz von dreiflügeligem Grundriss umgebaut. Es folgte ein mehrmaliger Besitzerwechsel.
1816 erwarb Generalfeldmarschall August Neidhardt von Gneisenau das Anwesen im Tausch gegen ein anderes seiner Güter. Nach dem Tod Gneisenaus 1831 kaufte Preußens König Friedrich Wilhelm III. das Schloss für 136.000 Taler, da er das Hirschberger Tal durch Besuche auf Schloss Fischbach kennen und schätzen gelernt hatte, das sein Bruder Prinz Wilhelm 1822 erworben hatte. In den Folgejahren wurde das Erdmannsdorfer Schloss von Karl Friedrich Schinkel umgebaut, der im Schlosspark, am Rande der Sichtachse vom Schloss auf das Riesengebirge, auch die Kirche errichtete, während der Königliche Gartendirektor Peter Joseph Lenné Bepflanzungspläne für den Schlosspark entwarf. Erdmannsdorf wurde zum bevorzugten Sommerrefugium des Königs und seiner zweiten Gemahlin, der Fürstin von Liegnitz. 1839 erwarb der König auch das nahegelegene Schloss Schildau für seine Tochter Luise, Prinzessin der Niederlande. Seine heutige Gestalt verdankt Schloss Erdmannsdorf im Wesentlichen den Umbauten im Stil der Tudorgotik unter König Friedrich Wilhelm IV., dessen Vorstellungen ab 1840 von Friedrich August Stüler verwirklicht wurden.Die Sommerresidenz des Prinzen Heinrich von Preußen, In: Illustrirte Zeitung. №. 2344, 90. Bd., Leipzig und Berlin, 2. Juni 1888, S. 553 f. Neben dem Schloss Erdmannsdorf steht die „Villa Liegnitz“, die 1842 für die Witwe Friedrich Wilhelms III. erbaut wurde, die das Schloss zuvor an ihren Stiefsohn verkauft hatte.Schloss Erdmannsdorf, nach: Georg Schnabel (geboren in Erdmannsdorf): Niederschrift vom 14. Dezember 1998, weiter ergänzt von der Salzgitter-Lesse, den 1. Juni 2005; Stand 5. Februar 2024. 1909 ging das Herrenhaus erneut in den Verkauf, samt Inventar.Joseph Partsch: Schlesien. Eine Landeskunde für das deutsche Volk. Band 2: Landschaften und Siedelungen. Ferdiand Hirt Kgl. Univ.-und Verlagsbuchhandlung, Breslau 1911, S. 509, S. 511.
Heute dient das Schloss als Schule, der Park mit den Teichen ist in seinen Grundzügen erhalten, die optische Ausrichtung auf das Riesengebirge jedoch zugewachsen.
Der Schlosspark Erdmannsdorf ist Mitglied des Gartenkulturpfades beiderseits der Neiße.Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße, Mitglieder und Kooperationspartner. Gartenkulturpfad Oberlausitz e. V. Neschwitz; Stand 5. Februar 2024. Dies verbessert die Möglichkeiten der Pflege (Parkseminare) und die Aussichten auf Förderung sowie die touristische Erschließung.
Literatur Erdmannsdorf. Provinz Schlesien. Kreis Hirschberg, In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst begl. Text. Band 12, Selbstverlag, Berlin 1871, Blatt 695. Schloß Erdmannsdorf, die Sommerresidenz des Prinzen Heinrich von Preußen, In: Über Land und Meer. Deutsche Illustrirte Zeitung. 13. Heft, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1887/88, S. 1735 f. Erdmannsdorf-Mysłakowice, In: Arne Franke, Katrin Schulze: Das schlesische Elysium. Burgen, Schlösser, Herrenhäuser und Parks im Hirschberger Tal. 3. Auflage, In: Potsdamer Bibliothek Östliches Europa Kulturreisen. Hrsg. Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam 2008, ISBN 978-3-936168-54-9, S. 70 ff.
Weblinks
Einzelnachweise
Erdmannsdorf Erdmannsdorf Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Gmina Mysłakowice Kategorie:Hohenzollern Kategorie:August Neidhardt von Gneisenau Kategorie:Erbaut in den 1750er Jahren Kategorie:Barockisiertes Bauwerk Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Polen Kategorie:Historistisch überarbeitetes Bauwerk Kategorie:Bauwerk von Karl Friedrich Schinkel Erdmannsdorf