Der Blaubach ist ein 12 km langer Bach im Landkreis Schwäbisch Hall im nordöstlichen Baden-Württemberg, der nach meist südsüdöstlichem Lauf unterhalb des Weilers Bemberg der Gemeinde Rot am See von rechts in die mittlere Brettach mündet.
Name In den mittelalterlichen Urkunden wird der Bach Blawach oder Bloach genannt. Der Name ist eine Komposition aus ahd. blāw 'blau' und dem Hydronym aha für 'Fließgewässer'. Später wurde die Endung zu -bach uminterpretiert.
Geographie Verlauf Der Blaubach entsteht etwa einen Kilometer nordnordwestlich des Weilers Sigisweiler der Kleinstadt Schrozberg vor dem Wald Oberloh an einer isolierten Baumgruppe im Gewann Seewiesen auf etwa . Zwischen Feldern links und rechts zieht der dort grabenartige Lauf westwärts auf die Bahnstrecke Königshofen–Crailsheim zu, kurz vor deren Unterquerung er sich nach links zu wenden beginnt. Auf der anderen Seite des Bahndamms läuft, zuletzt diesem entlang, ein erster kurzer Feldgraben zu. Nach einem weiteren solchen am Nordrand des Kohlholzes entlang hat er seine künftig fast durchweg südsüdöstliche Laufrichtung erreicht, durchquert den Ostrand des Waldes und wechselt auf die andere Seite der Bahnlinie zurück, die ihm von nun an und bis fast zur Mündung im Tal oder auf den nahen Hügeln folgt.
Der zuvor zumindest teilweise in Betonschalen fließende Bach wird dann naturnäher, er schlängelt sich nach dem Zulauf des Sigisweiler Bachs aus dem Ostnordosten zwei bis drei Meter breit und über schlammiger Sohle träge zwischen dem Kohlholz rechts und dem Urlesholz links durch eine offene Aue mit Nasswiesen am Ufer. Nachdem er sich endgültig vom Rand des Kohlholzes gelöst hat, wird er kurz noch von Bäumen am Lauf begleitet, er fließt dort aber wieder in Betonschalen und anschließend gewunden zwischen Feldern mit völlig kahlen Ufern, bis etwas vor einer weiteren Feldwegquerung für kurze Strecke wieder eine Galerie einsetzt.
Etwas unterhalb dieser Querung setzt von neuem eine Begleitgalerie aus Bäumen ein, in welcher sich der dort etwa zwei Meter breite und einen Meter eingetiefte Bach naturnah schlängelt. Nun tritt die auch Kaiserstraße genannte B 290 auf ihrem Abschnitt Bad Mergentheim–Crailsheim in die Talmulde und nahe ans rechte Ufer. Dieser recht natürliche Bachabschnitt setzt sich, an einem kleinen Wäldchen mit einem Steinbruch-Restteich links in der Talmulde vorbei, bis weit in die Siedlungskontur von Blaufelden fort. Der Bach, an den nun dessen Häuser heranrücken, bleibt auch im Dorf außer an den querenden Straßen offen, deren größte die B 290 ist. Etwas nach dem alten Dorfkern mündet aus dem Nordosten der Strutbach, der mit fünf Kilometern Länge größte Nebenfluss des Blaubachs. Noch in der Ortskontur liegt neben dem Bach auf einer Seite wieder eine Auenwiese. Danach wechselt der Bach am unteren Dorfende auf die rechte Seite der Bahnlinie, woraufhin gegenüber der isoliert stehenden Hofmühle von rechts der Käsbrunnenbach mündet.
Nach Passieren der gleich folgenden Blaufeldener Kläranlage kerbt sich die bisher recht flache Talmulde stärker ein. Der nun, von einigen zur Uferbefestigung gelegten Steinen abgesehen, wieder naturnah in einer Galerie fließende Bach ist zwei bis fünf Meter breit, am Ufer und auf dem Grund liegt angeschwemmter Muschelkalkschutt. An manchen Stellen stehen Wände von Muschelkalkfelsen am Ufer und linksseits erstreckt sich lange und schmal ein ehemaliger, jetzt überwachsener Steinbruch. Am oberen Hang ziehen sich Hecken entlang und vor einer engen, nach Osten ausholenden Talschleife ist der Hang erstmals als Klebwald ausgebildet, wie er sonst eher nur für die größeren und tiefer eingeschnittenen Flüsse der Region typisch ist.
Etwa vier bis drei Kilometer vor der Mündung durchfließt der Blaubach das Blaufeldener Dorf Blaubach. Nach dem Ort läuft das inzwischen tief eingeschnittene Tal, in dem es nun keine öffentliche Straße mehr gibt, kurz westwärts auf die Mündung des letzten größeren Zuflusses Kühlstattbach zu, der aus einer der landschaftstypischen Waldklingen heraus mündet, während die bisherigen Zuflüsse in wenig eingeschnittenen, offenen Mulden liefen. Tal und Bach wenden sich dort wieder auf ihre südsüdöstliche Hauptrichtung. Nunmehr steht Wald an den Hängen und bald auch auf dem Talgrund. Aus diesem Talwald fließt der Bach in das auch Blaubachsee genannte Hochwasserrückhaltebecken Bemberg ein. Der hinter dem 28 m hohen Erddamm auf gewöhnlich angestaute, etwa 0,6 km lange Stausee mit einer Fläche von dann 3,6 ha enthält 100.000 m³ Wasser, bei Einstau können bis zu 1.650.000 m³ mehr zurückgehalten werden.
Im See verläuft die Gemeindegrenze zwischen Blaufelden und Rot am See. Ab dem Auslauf zieht das Tal noch wenige hundert Meter zwischen dem kleinen Roter Weiler Bemberg mit der Ruine Bebenburg auf dem linken und dem Einzelhof Horschhof der Kleinstadt Gerabronn auf dem rechten Mündungssporn nach Südwesten. Dann tritt der Blaubach in deren Flusstal ein und mündet sogleich auf etwa von rechts und gegenüber den nahen Häusern des Roter Weilers Kleinbrettheim in die mittlere Brettach.
Der Blaubach mündet nach 12,0 km langem Lauf mit mittlerem Sohlgefälle von etwa 7,2 ‰ rund 86 Höhenmeter unterhalb seines Ursprungs in den Seewiesen.
Einzugsgebiet Der Blaubach hat ein 36,8 km² großes Einzugsgebiet, das insgesamt im Unterraum Blaufelden-Gerabronner Ebene der Östlichen Hohenloher Ebene im Naturraum der Hohenloher und Haller Ebene liegt. Die mit etwa 491– größte Höhe des im oberen Einzugsgebiet recht flachen Gebietes wird dort mehrfach erreicht.
Im Gebiet gibt es etwas Wald in Gestalt meist nicht sehr großer Waldinseln, die sich im Norden nach dem Laufschwenk des Blaubachs etwas am Lauf ballen, überwiegend aber ist es offen und wird beackert. Im Norden gehört es zur Kleinstadt Schrozberg, am Mittellauf mit dem größten Gebietsanteil zur Gemeinde Blaufelden. Der Südsüdwesten gehört zur Kleinstadt Gerabronn, der Südsüdosten zur Gemeinde Rot am See. Der größte Ort direkt am Bach ist Blaufelden am Mittellauf, daneben gibt es etliche kleine Weiler und andere Wohnplätze der drei Kommunen im Einzugsgebiet. Nahe am Lauf gibt es vor Blaufelden keine Besiedlung, danach folgen wenig nach Blaufelden dessen Wohnplatz Hofmühle, weiter abwärts meist rechtsseits dessen Weiler Blaubach und ganz zuletzt auf den beidseitigen Mündungsspornen der Weiler Bemberg von Rot am See und der Hof Horschhof von Gerabronn.
Reihum grenzen die Einzugsgebiete der folgenden Nachbargewässer an: Im Norden liegt das obere Einzugsgebiet des Vorbachs, der bei Weikersheim in die Tauber mündet; im Osten fließt der Wiesenbach in etwa gleicher Richtung oberhalb des Blaubachs zur Brettach; im Südsüdosten entwässern kürzere Bäche zwischen den beiden zur Brettach; im Südsüdwesten laufen die Eselsbergklinge, die Hammerschmiedsklinge und der Hörlesklingenbach nunmehr abwärts des Blaubachs zur Brettach; das Gebiet im Südwesten entwässert über den Rötelbach zur Jagst unterhalb der Brettach-Mündung; im Nordwesten läuft die Ette noch tiefer zur Jagst.
Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Ursprung des Blaubachs auf etwa ca. 1 km nordnordwestlich von Schrozberg-Sigisweiler in den Seewiesen vor dem Wald Oberloh. Der Bach fließt zunächst west- bis westsüdwestwärts.
(Graben am Wasen vorbei), von rechts und Nordwesten auf etwa neben der Bahnstrecke Königshofen–Crailsheim, ca. 0,9 km und ca. 0,4 km². Entsteht auf etwa südöstlich von Schrozberg-Kälberbach. (Graben am Nordrand des Kohlholzes vorbei), von rechts und Westen auf etwa , ca. 0,7 km und ca. 0,6 km². Entsteht auf etwa am Rand einer kleinen, dem Kohlholz vorgelagerten Waldinsel.Ab diesem Zufluss läuft der Blaubach fast bis zuletzt südsüdostwärts. Sigisweilerbach, von links und Ostnordosten auf am Austritt aus dem Kohlholz in die Krämerswiesen, 1,6 km und ca. 1,2 km². Entsteht auf etwa im Gewann Espelen nordöstlich von Schrozberg-Sigisweiler. (Bach aus dem Waldgewann Wüstenweiler), von rechts und Westen auf etwa am Beginn der Auenweitung, ca. 0,6 km und ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa in der Feldbucht Wasen. Unbeständig. (Bach aus dem Gewann Neuer See), von rechts und Westen auf knapp an einer Feldwegbrücke, ca. 1,3 km und ca. 0,7 km². Entsteht auf etwa am Waldrand zur Hellen Platte. Unbeständig. (Bach im Gewann Alter See), von rechts und Westen auf etwa an einer Feldwegbrücke, ca. 1,2 km, davon nur ca. 0,5 km oberirdisch bis zu einer Versinkungsdoline sowie ca. 0,6 km². Entsteht auf etwa vor dem Wald Seeholz. Unbeständig. Von der Doline über Markierungsversuch nachgewiesene Verbindung zu einer Quelle am Blaubach am Nordrand von Blaufelden (Entfernung 1,1 km, Fließzeit 96 h, Abstandsgeschwindigkeit 11 m/h), siehe unten. (Bach zum Wolfsschlag), von rechts und Westen auf etwa kurz nach dem vorigen, ca. 1,0 km, davon nur ca. 0,6 km oberirdisch bis zu einer Versinkungsdoline sowie ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa an der Lanzenhöhe. Unbeständig. ↑ Quelle am Nordrand Blaufeldens beim Entsorgungszentrum, Zufluss von der Doline im Gewann Alter See, siehe oben. 10px Passiert einen Steinbruchteich auf etwa am linken Unterhang Hessele am Nordrand Blaufeldens, 0,1 ha. Strutbach, von links und Nordwesten auf etwa in Blaufelden nach zuletzt verdoltem Lauf unter der Straße Huttenbach, 5,0 km und 7,7 km². Entsteht auf etwa nordöstlich von Sigisweiler. Kesselgraben, von links und Norden auf etwa vor Blaufelden-Niederweiler, 0,7 km und ca. 0,4 km². Entsteht auf etwa im südlichen Hinterholz. Unbeständig. ↓ Versinkt in einer Doline bei Niederweiler, Wiederaustritt an einer Quelle am Blaubach in Blaufelden (Entfernung 3 km, Fließzeit 9,5 h, Abstandsgeschwindigkeit 315 m/h). Heckengraben, von rechts und Westen auf etwa gegenüber von Niederweiler, 0,5 km und unter 0,3 km². Entsteht auf etwa im Heckenholz. Unbeständig. Biegeläckergraben aus der Unteren Klinge, von links und Nordosten auf etwa nach Niederweiler, 0,5 km und ca. 0,9 km². Entsteht auf etwa in der Unteren Klinge östlich von Niederweiler. Unbeständig. Kirschenhöhengraben aus der Oberen Klinge, von links und Ostnordosten auf etwa neben der L 1008 aus Schrozberg-Lindlein kurz vor ihrer Einmündung in die L 1001 Niederweiler–Blaufelden, 1,2 km und ca. 0,8 km². Entsteht auf etwa zwischen Kirschenhöhe und Binsenäckern. Salbach (!), von links und Ostnordosten auf etwa gegenüber dem Ostrand von Blaufelden mit der Siedlung am Birkenweg, 1,3 km und ca. 1,4 km². Entsteht auf etwa im Gewann Saalbach (!). ↓ Versinkt nach etwa der Hälfte des Weges in einer Doline, Wiederaustritt an einer Quelle am Blaubach in Blaufelden (Entfernung 1,55 km, Fließzeit 22 h, Abstandsgeschwindigkeit 70 m/h). ↑ Karstquelle in Blaufelden oberhalb der Brücke Blaubacher Straße, Wiederaustritt von Wasser des Strutbachs und des Salbachs, siehe oben. Käsbrunnenbach, von rechts und Nordwesten auf gegenüber Blaufelden-Hofmühle, 2,6 km und 2,7 km². Entsteht auf etwa nordwestlich von Blaufelden vor der Waldinsel Seeholz. Außer am untersten Lauf unbeständig. (Graben zwischen Hasen- und Bauernhöhe), von rechts und Westen auf etwa neben einer Feldwegbrücke, unter 0,3 km und unter 0,3 km². Entsteht auf etwa . Unbeständig wasserführender Graben in natürlicher Mulde neben einem Feldweg. (Graben zwischen Bauern- und Lindenhöhe), von rechts und Westen auf etwa bei MÜNDUNGSORT, ca. 0,5 km und über 0,2 km². Entsteht auf etwa . Unbeständig wasserführender Graben in natürlicher Mulde neben einem Grasweg. (Graben zwischen Linden- und Katzenhöhe), von rechts und Westen auf etwa , ca. 0,7 km und unter 0,3 km². Entsteht auf etwa . Unbeständig wasserführender Graben in natürlicher Mulde, der kurz vor dem Käsbrunnenbach in einer Doline versinkt.