Stefanie Dimmeler (geboren am 18. Juli 1967 in Ravensburg) ist eine deutsche Biologin und Biochemikerin. Sie erhielt 2005 den mit 1,55 Millionen Euro dotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis für ihre Forschungen zum programmierten Zelltod der Endothelzellen des Menschen.

Leben Stefanie Dimmeler besuchte Schulen in Hagnau und Stetten sowie das Gymnasium in Markdorf. Von 1986 bis 1991 studierte sie Biologie an der Universität Konstanz, wo sie 1991 ihr Diplom mit einer Arbeit über Einfluß von Ebselen auf Ca2+-Ströme in humanen Thrombozyten am Lehrstuhl für Biologische Chemie ablegte. 1993 promovierte sie ebenfalls in Konstanz über Nitric oxide-stimulated ADP-ribosylation zur Dr. rer. nat.

Von 1993 bis 1995 war Dimmeler wissenschaftliche Assistentin in der Biochemischen und Experimentellen Abteilung des Chirurgischen Instituts der Universität zu Köln und danach von 1995 bis 2001 in der Medizinischen Klinik, Abteilung Kardiologie, der Universität Frankfurt am Main, wo sie seit 1997 die Arbeitsgruppe Molekulare Kardiologie leitet. 1998 habilitierte sie sich im Fach Experimentelle Medizin zum Thema Endotheldysfunktion in der Atherosklerose – Untersuchungen zur Apoptose von Endothelzellen. Seit 2001 hat sie eine Professur für Molekulare Kardiologie der Universität Frankfurt inne. Seit 2008 ist sie Direktorin des Instituts für Kardiovaskuläre Regeneration im Zentrum für Molekulare Medizin der Goethe-Universität Frankfurt. Von 2008 bis 2012 war sie Mitglied des Deutschen Ethikrates. 2017 wurde Stefanie Dimmeler zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Seit Dezember 2020 ist Stefanie Dimmeler Vorstandssprecherin des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. (DZHK). Darüber hinaus ist Stefanie Dimmeler Sprecherin des Cardio-Pulmonary Institute, eines mit ca. 40 Millionen Euro von 2019–2026 geförderten Exzellenzclusters der DFG. Dieses Cluster wurde kürzlich bis 2032 verlängert.

Forschung Stefanie Dimmeler konzentriert sich in ihrer Forschung vor allem auf die molekularbiologische Untersuchung der Endothelzellen, also der Zellen, die die Auskleidung der Blutgefäße darstellen. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Apoptose, auch bekannt als Programmierter Zelltod, des Gewebes. Dimmeler untersucht in diesem Kontext die notwendigen Botenstoffe, die Entwicklung der Schädigung dieser Zellstrukturen sowie die Möglichkeiten, diese Prozesse zu regenerieren. Diese Grundlagenforschung soll vor allem ein besseres Verständnis der Prozesse bei der Arteriosklerose liefern und hierfür Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Sie lieferte zudem erste Ergebnisse zur Stammzellentherapie mit Hilfe von Progenitorzellen aus dem Knochenmark zur Behandlung von Infarktpatienten. Aktuelle Arbeiten beschäftigen sich zudem mit der Regulation von Gefäßwachstum und Stammzellen durch kleine Genschnipselchen, sogenannte microRNAs und der Aufklärung der Mechanismen die Herzalterung verursachen.

Auszeichnungen Neben einer Reihe von Stipendien und Mitteln der Forschungsförderung wurde Stefanie Dimmeler mit folgenden Preisen für ihre wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet:

1991: Preis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft 1994: Fritz-Külz-Preis der Deutschen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie 1998: Forschungspreis der Deutschen Stiftung für Herzforschung 1999: Preis der Herbert-und-Hedwig-Eckelmann-Stiftung 2000: Fraenkel-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2002: Alfried-Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer 2004: Forßmann-Preis der Ruhr-Universität Bochum 2005: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft 2007: Ernst-Jung-Preis für Medizin 2007, zusammen mit Andreas M. Zeiher 2008: Science4Life Venture Cup Preis 2010: Forschungspreis der GlaxoSmithKline-Stiftung 2014: Madrid Award for Stem Cell Therapy 2014 & 2015: Thomson Reuters "Highly Cited Researchers" (Top 1% of highly cited researchers) 2015: Louis B. Jaques Plenary Lecture, International Society of Thrombosis and Haemostasis 2015: ERC Advanced Investigator Grant 2015: Thomas W. Smith Memorial Lecture at Scientific Sessions 2016: Michael Oliver Memorial Lecture of the British Atherosclerosis Society 2016: Paul Dudley White Lecture at the Scientific Sessions of the AHA 2017: Willi Pitzer Preis, Bad Nauheim 2018: Selby Travelling Fellowship of the Australian Academy of Science 2020: Gold Medal of the European Society of Cardiology 2021: Paul Morawitz Preis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie 2022: Otto-Warburg-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Molekularbiologie und Biochemie 2022: Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften 2024: Heart Center Lecture Prize, Munster, Germany 2024: Ehrendoktorin der Universität Bern seit 2014: Thomson Reuters “Highly Cited researcher” 2025: Top 2 female Scientist in Germany (research.com) 2025: Hector Wissenschaftspreis 2026: Preis der Feldberg Foundation 2026: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Weblinks

Institut für kardiovaskuläre Regeneration (engl.)

Leaders in Cardiovascular Research https://academic.oup.com/cardiovascres/article/116/14/e202/6007715 Perfectly placed: Stefanie Dimmeler on theimportance of finding the right niche - PubMed Stefanie Dimmeler: Passionate, Persistent, and Highly Productive | Circulation Research

Einzelnachweise

Kategorie:Biochemiker Kategorie:Zellbiologe Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied des Deutschen Ethikrates Kategorie:Leibnizpreisträger Kategorie:Absolvent der Universität Konstanz Kategorie:Ehrendoktor der Universität Bern Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Frau