rahmenlos|links|hochkant=0.3 mini|hochkant|Baroness Evans of Bowes Park, Lordsiegelbewahrerin und Vorsitzende des Oberhauses, mit hermelinverbrämter Robe und der Cap of Maintenance auf dem Stab, bei der Parlamentseröffnung (2022) mini|Heinrich VIII. Prozession zur Parlamentswahl, links neben dem Schwertträger der Würdenträger mit der Cap of Maintenance auf dem Stab (1512)
Die Cap of Maintenance, Hat of Maintenance, (Mütze oder auch Hut der Be„haupt“ung) oder Cap of Dignity (Ehren-, Würdemütze), ist eine ehemals vom Papst an den englischen Herrscher verliehene Mütze. Der Name bezeichnet außerdem eine historische, bis heute überdauerte zeremonielle Kopfdeckung der Schwertträger einiger bedeutender englischen Städte.
Die Verleihung der Kopfbedeckung durch den britischen Monarchen ist für die jeweilige Stadt eine hohe Ehre. Damit ausgezeichnet wurden, eventuell neben anderen, die Orte Appleby-in-Westmorland, Bristol, Canterbury, Coventry, Gloucester, King’s Lynn, Kingston upon Hull, Kirkby-in-Kendall (Cumbria), Lincoln, London, Newcastle upon Tyne, Norwich (Juli 1406), Shrewsbury, Thetford, Worcester und York. Sie wird von dafür bestimmten Personen als Zeichen des Adels oder einer besondere Ehre getragen. In dieser Art ist sie häufig in der britischen Heraldik abgebildet. Die Form ähnelt öfter etwas der einer Schiebermütze.
Ursprung Der Ursprung dieses durch den Souverän an eine Stadt oder eine Ortschaft verliehenen Würdesymbols ist unklar, auch seit wann und warum der Schwertträger diese Kopfbedeckung trägt, während er das Schwert hält. Dass sie jedoch eng zusammen gehören, zeigt sich in dem wichtigen Teil der Zeremonie der Einsetzung eines Herzogs, bei dem ihm das Schwert umgürtet wird und ihm eine Cap of Maintenance aufgesetzt wird. Zur Herkunft und Bedeutung des Namens könnte vermutet werden, dass er mit dem altfranzösischen Verb maintenir – „halten“ oder „bewahren“ – zusammenhängt.
Es gibt wahrscheinlich eine Verbindung zur „Cap of Estate“ oder zur „Dignity“, die manchmal auch als Cap of Maintenance bezeichnet wird, ähnlich dem königlichen Symbol mit zwei Spitzen oder Hörnern hinten, das von bestimmten Familien als heraldisches Zeichen getragen wird, in der Heraldik als „Chapeau Gules, mit Hermelin umrandet“ bezeichnet. Früher trugen die Könige zur Krönung, darunter auch noch George VI. (1895–1952), die Cap of Maintenance unmittelbar vor dem Gottesdienst auf dem Weg zur Westminster Abbey.
Königliche Insigne mini|Jakob I. (1566–1625) in Staatsrobe mit Cap of Maintenance Die vom Papst an den englischen Monarchen überreichte Cap of Maintenance sollte jedoch nicht mit der Ständekappe des Landesherren verwechselt werden, die bei königlichen Anlässen und Zeremonien in England getragen wurde. Die Tradition, dass der König neben seiner Krone eine Mütze aus Hermelinfell und karmesinrotem Samt trägt, geht bis in die frühe normannische Zeit, etwa nach 1100, zurück. Eine der ersten grafischen Abbildungen findet sich auf einem großen Siegel von König Edward III. Die schwarzen Tupfen im weißen Fell sind, oder imitieren, die für Hermelinkleidung übliche Ausschmückung mit Hermelinschweifen mit den schwarzen Schwanzenden.
Die Cap of Maintenance gehört zu den Insignien des britischen Souveräns bei seiner Krönung, vor der Salbung, wie zuletzt bei George VI.Fortunino Matania (1937): Abbildung George VI., in Robe und mit der Cap of Maintenance, vor seiner Krönung. The Print Collector – Heritage-Images. Abgerufen am 15. Juli 2022. Bei Staatsprozessionen wurde sie von einem Adeligen vorweg getragen (anders als bei Krönungen), wie bei der Fahrt zur Westminster Abbey, bei der Prozession in der Abbey und dann, wenn sie während des ersten Teils des Krönungsgottesdienstes auf dem Thronsessel Platz nehmen. Die Kappe hatte um 1900 auch in dem aufgeschlagenen Hermelinrand der Samtmützen überdauert, die als eingenähte Ausfütterung der Königskrone sowie von denen der Prinzen und Peers getragen wurden.
Zur Krönung von Richard I. (1157–1199), genannt Richard Löwenherz, trug Godfrey de Lucy den königlichen Hut, das „pileum regium“,Pileus suppoztationis John Cowell, Thomas Manley, J. Streater: Nomothetes the Interpreter: Containing the Genuine Signification of Such Obscure Words and Terms Used Either in the Common Or Statute Lawes of this Realm. 1672, S. PI (englisch). Abgerufen am 19. Juli 2022. während der Prozession zur Kirche; und während der Zeremonie legte der Erzbischof dem König das geweihte Tuch auf den Kopf, darüber die von de Lucy mitgeführte Mütze; anschließend setzte er ihm die Krone auf.The York Cap ov Maintenance. In: The Gentleman's Magazine and Historical Review, Band 220, S. 177 (englisch). Abgerufen am 18. Juli 2022.
Die Cap of Maintenance wurde beispielsweise sowohl Heinrich VII. als auch Heinrich VIII. verliehen. Heinrich der VII. erhielt sie wohl zweimal, 1488 von Papst Innozenz VIII. und 1496 von Papst Alexander VI., beide Male zusammen mit einem Schwert. Heinrich der VIII. bekam sie mit einem Schwert am 14. März 1513 von Papst Leo X. König Jakob VI. erhielt 1507 beides von Papst Julius II.König Heinrich VIII. in Prozession von Westminster Abbey zur Parlamentseröffnung, 4. Februar 1512. Kopie aus dem 17. Jahrhundert nach einem Original aus dem 16. Jahrhundert (Grafik). Bei ihrer Krönung hatten die Könige die Kappe in der Regel auf dem Weg zur Westminster Abbey auf, unmittelbar vor der Zeremonie.
Eine der Aufgaben des Monarchen ist es, das Parlament nach der Legislaturperiode zu eröffnen und zu schließen. Bei solchen Anlässen werden Samtroben, Perücken und all die anderen Utensilien, die mit der britischen Führungsschicht assoziiert werden, zur Schau gestellt. Auf dem Weg wird die Mütze nach der Eröffnung des Parlaments direkt vor dem Monarchen mitgeführt, in der Regel vom Vorsitzenden des Oberhauses.The queen isn't meant to get involved in U.K. politics. Boris Johnson just dragged her in. (Foto). 21. Juni 2017 (englisch). Abgerufen am 11. Juli 2022. In der übrigen Zeit wird die Mütze in einer Blechkiste aufbewahrt, zusammen mit dem „Stab zum Aufstellen“.Cap of Maintenance RCIN 250090. Royal Collection Trust (englisch). Abgerufen am 18. Juli 2022.
Regierende Königinnen zeigten sich stattdessen eher mit dem Staatsdiadem von George IV. als mit der Cap of Maintenance, wie auch Königin Elisabeth II. Diese ließ zudem Ende 2019 verlauten, dass sie künftig keinen echten Pelz mehr tragen wird.„che/DPA“: Königin Elisabeth II: Die Queen trägt keinen echten Pelz mehr. Zeitschrift Stern, 6. November 2019. Abgerufen am 15. Juli 2022. Darauf zurückgeführt, brach in Kanada die Pelzjagd, eine wesentliche Erwerbsquelle eines Teils der einheimischen Bevölkerung, schlagartig zusammen.John Last: With fur out of fashion, Indigenous trappers are endangered – Falling prices, rising costs, and anti-fur sentiment jeopardize a centuries-old way of life. National Geographic, 26. Mai 2022. Abgerufen am 15. Juli 2022.
Ortsvarianten, Auswahl Eine Reihe englischer Städte und Gemeinden verwenden eine Cap of Maintenance, die von einem Zeremonienbeamten, meist einem Schwertträger, getragen wird. Neben dem gleichzeitig mitgeführten Zeremonienschwert und -streitkolben symbolisiert sie, dass der Bürgermeister der Vertreter des Landesherrn ist. Sie erschien als Teil der Insignien von Gloucester, auf den Siegeln der Städte Wallingford und wahrscheinlich Staines, in den Wappen von Osbaston (Leicester)Foto der Toreinfahrt von Osbaston Hall. und Kingston upon Hull (Mai 1443). Für King’s Lynn ist es fraglich, ob sie dort jemals getragen wurde. Während der Stuart-Restauration warfen die Bürger von Salisbury Schwert und Mütze als republikanischen Tand weg.
Frühe Urkunden, die das Recht auf den Gebrauch eines Zeremonienschwertes gewährten, erwähnten oft zusätzlich das Recht auf die Cap of Maintenance. Ursprünglich scheint sie ein Privileg der Herzöge gewesen zu sein.Encyclopædia Britannica. Ausgabe 1911, S. 442, Stichwort: „Maintenance“. Abgerufen am 11. Juli 2022. Möglicherweise hatte es jedoch einen rein praktischen Ursprung, wenn sie dazu diente, den Sitz einer Krone zu verbessern oder den Kopf vor blankem Metall auf der Krone zu schützen. Wahrscheinlich besteht ein Zusammenhang mit der Kappe des Standes [„cap of estate“] beziehungsweise der Kappe der Würde [„cap of dignity“], die manchmal auch als „Cap of Maintenance“ bezeichnet wird und ähnlich aussieht, aber hinten zwei Spitzen oder Hörner hat. Diese scheint ursprünglich ein Privileg der Herzöge gewesen zu sein. An ihr ist das Wappen anstelle des sonst üblichen Kranzes befestigt.Charly Proctor: What is the Sword of State and Cap of Maintenance? Royal Central, 14. Oktober 2019. Abgerufen am 13. Juli 2022.
Die Formen waren jedoch vielfältig. Die Kopfbedeckungen von London, Coventry und Newcastle ähneln den kegelförmigen Mützen, die von Personen von Rang vor und um 1400 getragen wurden. Die von Coventry und Newcastle ziert dagegen eine goldene Kordel mit Quaste. Die von Bristol und Gloucester haben aufgekrempelte Ränder, die der flachen Form von Bristol nachfolgten, zumindest seit der Regierungszeit von Edward IV., das war von 1461 bis 1470 und von 1471 bis 1483. Diese karminroten Samtmützen oder -kappen sind, genau genommen, Hüte mit flachem Deckel und einem breiten Rand, den Hüten der Beefeater von Exeter nicht unähnlich, goldbestickt und mit angehängter goldener Kordel mit Quaste ausgeschmückt. Als 1463 eine Kleiderordnung gegen allzu aufwändige Garderobe erlassen wurde, wurde die Cap of Maintenance davon ausdrücklich ausgenommen.
Im Zusammenhang mit dem Schwertträger von York hieß es:
Muscovy Hat
Die Kopfbedeckung des Schwertträgers des Bürgermeisters der City of London wird Muscovy Hat („Moskowitischer Hut“) genannt. Es ist anzunehmen, dass ihre Geschichte noch wesentlich weiter zurückreicht als die mit 1393 früheste Datierung der Verleihung einer Ehrenkappe an den Schwertträger von York. Bis in das 19. Jahrhundert war der Muscovy Hat Bestandteil des Wappens von London.
Bristol Die Version in Bristol besteht aus Fehfell und hat keine Krempe.
Coventry Coventry verfügte 1895 über zwei Mützen, eine aus Pelz mit goldener Kordel und eine aus rotem Samt.
Exeter mini|Samtkappe in Exeter Die Cap of Maintenance in Exeter, vom Aussehen her aus dem 16. Jahrhundert, soll dem Schwertträger von Heinrich VII. im Jahr 1497 verliehen worden sein, zusammen mit einem Schwert. Sie ist aus besticktem Samt in Hutform mit gerade abstehender Krempe gearbeitet. Es hieß, der erhaltene schwarze Samtstulpen soll noch vom ursprünglichen Exemplar stammen. Wenn der Bürgermeister mit seiner Begleitung in der Prozession zur Kathedrale ging, lief der Schwertträger mit dem Hut auf dem Kopf vor dem Magistrat, er nahm ihn erst ab, nachdem der Bürgermeister sich gesetzt und er das Schwert vor ihm abgelegt hatte. In dem Moment, wenn die Prozession wieder aufbrach, nahm er das Schwert und setzte sich den Hut wieder auf. In anderer Quelle wurde dagegen gesagt, dass es ganz ungewöhnlich war, dass in Exeter der Hut bei Prozessionen meist auf einem Kissen vor dem Bürgermeister her getragen wurde.
Das andere Schwert, zusammen mit der Cap of Maintenance, wurde der Stadt von Heinrich II. bei seinem Besuch hier am 7. Oktober 1497 verliehen, nach seinem Sieg über die Anhänger des später hingerichteten, so genannten Perkin Warbeck. Er dankte den Bürgern herzlich für ihren treuen und tapferen Dienst gegen die Rebellen, versprach ihnen die Fülle seiner Gunst und (als zusätzliche Ehre für die besagte Stadt) ein Schwert, das von seiner eigenen Seite genommen wurde, sowie eine Cap of Maintenance. Er ordnete an, dass in Zukunft dieses Schwert auf allen öffentlichen Plätzen der Stadt vor dem Bürgermeister getragen werden solle, wie es sein edler Vorgänger, König Eduard der Vierte, zu dem gleichen Zweck bereits getan hatte, und dass die genannte Kappe entsprechend getragen werden solle, woraufhin ein Schwertträger gewählt und vereidigt wurde, um diesem Amt beizuwohnen.
Gloucester