Tumiany () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Barczewo (ehemalige Stadt-und-Land-Gemeinde Wartenburg i. Ostpr.) im Powiat Olsztyński (ehemaliger Kreis Allenstein).
Geographische Lage Tumiany liegt am Nordufer des Daumen-Sees (polnisch Jezioro Tumiańskie) im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 22 Kilometer östlich der Kreis- und Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn. mini|Dorfstraße in Tumiany
Geschichte Der kleine Ort – Dorf und Gut – wurde 1375 gegründet und vor 1820 noch Königlich Daumen, nach 1871 nur noch Daumen (ohne Zusatz) genannt.Dietrich Lange: Daumen, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Im Jahre 1820 gab es in Daumen acht Feuerstellen bei 57 Einwohnern, und bei der Volkszählung am 3. Dezember 1861 waren es neun Wohngebäude bei 88 Einwohnern.GenWiki: Daumen
Als im Jahre 1874 der Amtsbezirk Hirschberg (polnisch Jedzbark) im ostpreußischen Kreis Allenstein errichtet wurde, wurde Daumen sowohl als Landgemeinde als auch als Gutsbezirk eingegliedert.Rolf Jehke: Amtsbezirk Hirschberg Im Jahre 1910 zählte das Dorf Daumen 180, das Gut Daumen im gleichen Jahr 28 Einwohner.
Der Gutsbezirk Daumen verlor am 30. September 1928 seine Eigenständigkeit, als er in die Landgemeinde Daumen eingemeindet wurde.GenWiki: Gut Daumen Die Einwohnerzahl der auf diese Weise neu formierte Gemeinde belief sich 1933 auf 217 und 1939 auf 173.Michael Rademacher:
In Kriegsfolge kam 1945 das gesamte südliche Ostpreußen und mit ihm das Dorf Daumen zu Polen. Daumen erhielt die polnische Namensform „Tumiany“ und ist heute eine Ortschaft im Verbund der Barczewo im Powiat Olsztyński, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. mini|links|Ausgrabungsfunde in Tumiany In Tumiany hat man eine reichhaltig bestückte archäologische Stelle entdeckt, deren Funde (zahlreiche Grabbeigaben) zur sogenannten „Olsztyn-Kultur“ aus dem 5. bis 7. Jahrhundert gehören. Die Ausgrabungsstelle zieht viele Touristen an.
Kirche Bis 1945 war Daumen in die evangelische Kirche Wartenburg (Ostpreußen)Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 490 (polnisch Barczewo) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die römisch-katholische St.-Anna-Kirche WartenburgsGenWiki: Wartenburg St. Anna eingepfarrt. Heute gehört Tumiany katholischerseits zur Pfarrei Bartołty Wielkie (Groß Bartelsdorf) im Erzbistum Ermland, evangelischerseits zur Christus-Erlöser-Kirche Olsztyn in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr Tumiany ist über einen Verbindungsweg von Bartołty Wielkie (Groß Bartelsdorf) aus direkt zu erreichen. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Weblinks
Bildarchiv Ostpreußen: Diashow Daumen
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1375 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Barczewo