mini|hochkant|Flache und breite Westwoodfelge aus Stahlblech, meist nur noch bei traditionell gestalteten Rädern eingesetzt mini|hochkant|Hohlkammerfelge aus Stahlblech mini|Moderne doppelt geöste Hohlkammerfelge aus Aluminium mini|hochkant|Schlauchreifenfelge aus Stahlblech Die Fahrradfelge ist das außenliegende ringförmige Metall-, Holz- oder Kunststoffprofil eines Laufrads, das den Reifen, den Schlauch bzw. Dichtmilch und das Felgenband aufnimmt. Die Felge wird im Regelfall über Stahlspeichen mit der Nabe des Fahrrads verbunden. Besonders aerodynamische Felgen werden auch mit angeformten Streben gefertigt oder von einer durchgehenden Scheibe getragen.

Felgentypen mini|Doppelt geöste Aluminium-Hohlkammerfelge für Drahtreifen, nach innen zeigende „Haken“ erkennbar (Campagnolo Omega Strada Hardox Baujahr 1991) mini|hochkant|Blick auf die Bruchstelle einer doppelt geösten Aluminium-Hohlkammerfelge. Sichtbar ist der freiliegende Napf zur Aufnahme der Speichennippel Man unterscheidet folgende Felgentypen:

Drahtreifenfelgen oder Hakenfelgen Das sind in allen Ausführungen Tiefbettfelgen. In den Bildern ist im „Maul“ der Felge eine nach innen gerichtete Kante zu erkennen, die „Haken“ genannt wird. Gegen diese Kante drückt der Schlauch den Wulst des Mantels. Der Wulst wird durch den „Haken“ in der Felge gehalten, während radial eingearbeitete Drähte oder hochfeste Faserbündel verhindern, dass sich der Wulst des Mantels streckt. Die englische Bezeichnung für diese Bauart ist clincher. Wulstreifenfelgen oder Westwoodfelgen Der Wulst des Reifenmantels enthielt früher keinen Draht und war voluminöser als bei heutigen Reifentypen. Wulstreifenfelgen waren in der Regel breiter als die heutigen Felgen und wurden aus Stahlblech gefertigt. Sie ließen keine hohen Reifendrücke zu, da der Reifenwulst weniger sicher in der Felge verankert lag, als bei heutigen Hakenfelgen. Hohlkammerfelgen Hohlkammerfelgen besitzen einen doppelten Felgenboden, der einen Hohlraum einschließt. Um eine ausreichende Stabilität bei geringem Gewicht erreichen zu können, werden Schlauchreifenfelgen sowie höherwertige Drahtreifenfelgen aus Stahl oder Aluminium häufig als Hohlkammerfelgen gefertigt. Felgen mit einfachem U-Profil-Querschnitt wie einfache Drahtreifenfelgen oder die traditionellen, breiten Wulstreifenfelgen enthalten meist zumindest kleinere Hohlräume, die durch Umbördeln des Randes bei Stahlfelgen gebildet werden oder bei Aluminiumfelgen zum Verbinden der Enden des Strangpressprofils durch Stahlstifte dienen. Felgen für schlauchlose Reifen Viele höherwertige Felgen werden als „Tubeless-ready“ vermarktet und sind ab Werk unter anderem durch eine besondere Gestaltung des Felgenbetts, luftdichte Felgenbänder und chemische Beständigkeit gegen die Dichtemulsionen für den Einsatz von Schlauchlos-Bereifung vorbereitet. Erstmals wurden 1998 von Continental und Rigida spezielle Felgen angeboten, die die Verwendung von schlauchlosen Reifen ermöglichen. Das Felgenbett war hier mit einer in Nuten eingelegten Gummidichtung abgedeckt. In der Folge wurde vor allem im Mountainbikesport der Einsatz von schlauchlosen Bereifungen durch Adaption weitgehend handelsüblicher Draht- oder Faltbereifungskomponenten realisiert, bei denen spezielle Felgenbänder, Einschraubventile und eine Dichtemulsion in üblichen ETRTO-konformen Felgen zum Einsatz kommen., Bike-Magazin online v. 10. Juli 2015 Schlauchreifenfelgen Schlauchreifenfelgen sind Hohlkammerfelgen ohne Flanken. Sie bestehen also nur aus dem Grundkörper mit einer konkav geformten Fläche, auf welcher der Schlauchreifen (Schweiz: Collé oder auch Tubolare) mit Reifenkitt aufgeklebt wird. Schlauchreifen lassen die höchsten Drücke zu und sind bei Bahnrennen vorgeschrieben.

Bei montiertem Reifen ist oft nicht erkennbar, ob eine Drahtreifenfelge ein Hohlkammerprofil hat oder nicht.John Allen: On-Road Wheel Repairs. In: sheldonbrown.com

Wenn Felgenbremsen (Seitenzug-, Mittelzugbremsen, Cantilever, V-Bremsen) verwendet werden sollen, müssen die Seitenflanken der Felgen als Reibfläche für die Bremsklötze ausgebildet sein. Wulstreifenfelgen wurden früher auch mit Gestängebremsen mit hufeisenförmigen Halterungen verwendet, die die Bremsklötze von unten gegen das Felgenbett zogen.

Bezeichnungen Der Felgen-Nenndurchmesser ist der Durchmesser der Felgenschulter. Auf der Felgenschulter sollte der innere Rand des Reifens aufliegen. Die Reifenbezeichnung nach ETRTO besteht aus der Reifenbreite gefolgt vom Felgennenndurchmesser.

Die Felgenschulter ist Teil des Felgenbetts. Das Felgenbett verläuft meist vertieft zwischen den beidseitigen Felgenschultern. Der innere Rand des Reifens wird längs einem großen Stück des Felgenumfangs in die Vertiefung geschoben, um den Reifen an einer radial gegenüberliegenden Stelle seitlich aus dem Felgenmaul herausziehen und danach diesen Reifenrand von der Felge abziehen zu können.

Die Felgenflanke ist der seitliche Rand der Felge, der an die Felgenschulter anschließt und den inneren Rand des Reifens seitlich stützt.

Auf der Innenseite der Felgenflanke von Hakenfelgen befindet sich ein angeformter Überstand, der als Felgenhorn bezeichnet wird. Das Felgenhorn stützt den seitlichen Wulst der Reifenflanke ab.Diskussion „Schwalbe Procore“, Beitrag von „mani100“ vom 10. März 2016, im Forum der IBC (Internet Bike Community), auf www.Mtb-News.de

Die Maulweite ist die Breite der Felge zwischen den beidseitigen Felgenflanken bzw. Felgenhörnern.

Speichen und Nippel Üblicherweise werden 32 Speichen aus verzinktem oder rostfreiem Stahl verwendet. Bis in die 1990er Jahre hinein waren 36 Speichen der Standard. Felgen für Tandems oder Lastenfahrräder haben meist 40 oder 48 Nippellöcher. Rennräder verwenden zur Reduzierung von Gewicht und insbesondere des Luftwiderstands 28, 24 bis hinunter zu zwölf Speichen mit ausgeprägten Aero-Felgen am Vorderrad von Rennrädern. Auch Mountainbike-Felgen haben oft 32 Speichenlöcher.Georg Böger: Techniktips: Reifen und Felgen, Abschnitt ""Standard" mit Folgeschäden", Mai 2000 Bei Felgen von Kinderfahrrädern und Klappfahrrädern kommen häufig nur 24, 20 oder 16 Speichen zum Einsatz.

Gelochte Felgen Hier sitzen die Speichennippel direkt auf dem Material des Felgenbodens auf. Das ist bei Felgen in einfacher U-Form üblich, da diese in der Regel eine ausreichende Wandstärke aufweisen. Gelochte Hohlkammerfelgen ohne Verstärkung kommen selten vor. Gepunzte Felgen Die Speichen laufen von der Felge abwechselnd zum rechten oder linken Flansch der Nabe. Bei großen Laufrädern und schmalen Felgen ergibt sich daraus nur eine geringe Schrägstellung der Speichen. Besonders bei kleinen Laufrädern ist es jedoch nötig, die Auflagefläche des Speichennippels entsprechend anzuschrägen, um eine einseitige Belastung des Felgenbodens und der Speiche zu vermeiden. Traditionell wird das oft durch einen konvexen Felgenboden erreicht, in dem die Nippellöcher abwechselnd rechts und links außerhalb der Mittellinie angebracht werden. In die aus dünnem Stahlblech gefertigten Wulstreifenfelgen wurden zur Aufnahme der Nippelköpfe häufig auch halbkugelförmige Vertiefungen gepunzt. Die Nippellöcher wurden dann in dieser Vertiefung rechts und links außermittig an der entsprechend geneigten Stelle angebracht. Heute werden die Nippellöcher in Aluminiumfelgen durch eine Neigung des Stanzwerkzeugs oder Fließbohrers gleich im richtigen Winkel ins Material gedrückt. Einfach geöste Felgen miniatur|Französische Wolber GTA 2-Felge, einfach geöstBei geösten Felgen werden die Nippellöcher durch einen feinen Metallring verstärkt (ähnlich wie Ösen, die in Textilien oder Leder verwendet werden). Der Stahlring verhindert, dass sich der Nippel bei starker Anzugskraft in das weichere Grundmaterial der Felge einarbeitet. Zusätzlich verringert sich die Reibung zwischen dem Speichennippel und der Felge, ebenso wie die Gefahr, dass sich im Felgenboden Risse bilden. Wenn eine Öse mit einem etwas größeren Durchmesser verwendet wird, kann sich die konische Sitzfläche des Speichennippels selbstständig im richtigen Winkel ausrichten, ohne dass eine entsprechende seitliche Neigung des Lochs erforderlich ist. Ähnliche Effekte lassen sich auch erzielen, wenn statt der Ösen Unterlegscheiben zwischen Nippel und Felgenboden verwendet werden. Doppelt geöste Felgen Bei Hohlkammerfelgen werden anstelle der flachen Ösenringe oft höhere Hülsen („Näpfe“) verwendet, die den Hohlraum zwischen beiden Felgenböden überbrücken. Wenn sich die Hülsen durch entsprechende Ausbildung des oberen und unteren Rands in beiden Öffnungen der Felgenböden zugleich abstützen, spricht man von doppelt geösten Felgen. Eine Verformung und Rissbildung im Felgenboden durch hohe Speichenspannung ist hier ausgeschlossen. Auch erleichtern die Einsätze das Einlegen der Speichennippel beim Einspeichen, die bei Hohlkammerfelgen sonst gerne in den Hohlraum rutschen.

Material mini|Fahrradfelge aus Holz mit Schlauchreifen

Metallfelgen werden aus einem Profil gefertigt, das in die endgültige Kreisform gebogen und am Stoß zusammengefügt wird. Sie werden heute meist aus einer Aluminiumlegierung gefertigt, die gegenüber Stahl ein geringeres Gewicht und eine bessere Bremswirkung von Felgenbremsen ermöglicht. Aluminium-Leichtmetallprofile werden im Strangpressverfahren hergestellt und dann in Form gebogen. Die Verbindung am Stoß erfolgt entweder durch Schweißen oder durch Einpressen von Verbindungsinserts (z. B. Stahlstifte) in die Hohlkammern des Felgenprofiles. Erster Hersteller von Aluminiumfelgen war 1936 die Firma Altenburger GmbH & Co. KG in Jestetten.

Im hochpreisigen Bereich für Rennräder oder Mountainbikes werden auch Faserverbundwerkstoffe verwendet, vor allem mit Kohlenstofffasern verstärkter Kunststoff (CFK), umgangssprachlich auch Carbon oder Kohlefaser genannt. In Kombination mit Felgenbremsen ist die Bremswirkung bislang jedoch deutlich geringer als bei Aluminiumfelgen. Zunehmend werden im hochpreisigen Bereich auch Scandiumlegierungen verwendet.

Bei preiswerten Kinderrädern kommen auch Laufräder zum Einsatz, deren Felge, Nabe sowie Speichen als Einheit aus Kunststoff-Spritzguß hergestellt wird.

Ein geringer Anteil an Radfelgen, eigentlich Ganz-Laufräder, insbesondere für kleine Kinderräder oder Fahrräder mit Hilfsmotor werden wie Motorradfelgen aus einer Aluminiumlegierung druckgegossen. Große Felgen (mit etwa 26 Zoll Durchmesser) weisen dabei häufig radial gekreuzte Speichen auf, um Drehmoment von der – immer integrierten – Nabe besser übertragen zu können.

Bis in die 1960er Jahre wurden Schlauchreifenfelgen aus Holz vor allem im Bahnradsport verwendet. Im Straßenradsport wurden sie vereinzelt bei Profirennen sogar noch bis in die 1990er eingesetzt.

Form alternativtext=Drei Laufräder sind auf einem Messestand montiert. Die Felgen werden von links nach rechts weniger tief.|mini|Laufräder mit 50, 35 und 30 mm Felgenhöhe (von links nach rechts) Neben den flachen Querschnitten haben sich besonders im Radsport sowie bei hochwertigen Reiserädern und Trekkingrädern Profilfelgen mit tropfenförmigem Querschnitt durchgesetzt. Diese werden auch als Aero- oder V-Felgen bezeichnet und sind deutlich steifer als flache Felgen. Der bessere Strömungswiderstandskoeffizient (cw) dieser Felgen spielt überwiegend im Radsport eine Rolle, da er sich erst ab Geschwindigkeiten von etwa 40 km/h deutlich bemerkbar macht.

Bei steifen Hohlkammerfelgen kann die Speichenzahl reduziert werden. Dann muss jedoch der Felgenboden stärker ausgeführt werden, weshalb Tropfenprofile oft schwerer sind und damit ein höheres Massenträgheitsmoment haben.

Größen

Felgengrößen werden unter anderem von der ETRTO standardisiert. Felgen müssen die Vorgaben des Nenndurchmesser, der Felgenhornhöhe und -tiefe, Maße der Übergangsradien und einige andere vorgegebene Größen wie den Ventillochdurchmesser einhalten, um den zugehörigen Reifen sicheren Halt zu geben.