mini|Blick vom Querlstein auf das Kirchfeld. Im Hintergrund der Grimming Das Kirchfeld, auch Kühfeld oder Güetenfeld, ist eine weite, fast ebene Weide in der Gemeinde Wörschach im österreichischen Bundesland Steiermark. Die Weide liegt im Süden des Toten Gebirges, in einer Höhe von .
Beschreibung Die durch Rodung entstandene Weide liegt etwa 100 m oberhalb der Niederhüttenalm am südöstlichen Fuß des Hochmölbingkamms. Der wenig verkarstete Hauptdolomit bietet hier gute Voraussetzungen für die Bodenbildung und ist die Grundlage für die beste Weidefläche in der Warscheneckgruppe. Auf dem Kirchfeld finden sich unzählige, teilweise vom Weidevieh betretene, moorige Lacken unterschiedlicher Größe. Um die Verbuschung der Weidefläche zu vermeiden, werden bis heute Latschenkiefern geschwendet.
Flora und Fauna mini|Das Seelein ist die größte Lacke am Kirchfeld. Die rote Färbung (Blutsee) entsteht durch eine Algenblüte. Vermutlich Haematococcus pluvialis oder Chlamydomonas nivalis mini|„Algenauftriebe“ von Oscillatorien Die Weide liegt an der Baumgrenze. Lockere Bestände von Lärchen und Fichten sind von Latschenkiefern (Pinus mugo) durchsetzt. In den größeren Lacken wächst Schnabel-Segge (Carex rostrata), Blasen-Segge (Carex vesicaria) und Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium). Am Kirchfeld wächst das seltene Erzherzog-Johann-Kohlröschen (Nigritella archiducis-joannis).Eugen Bregant, Detlef Rainer Ernet: Ein zweiter Fund des Erzherzog-Johann-Kohlröschens (Nigritella archiducis-joannis TEPPNER & KLEIN) in der Steiermark. In: Notizen zur Flora der Steiermark. Band 10, 1988, S. 23–28 ().
Die Lacken sind ein wichtiges Laichgebiet für Grasfrösche (Rana temporaria), Erdkröten (Bufo bufo) und Bergmolche (Triturus alpestris). 2007 konnte am Kirchfeld der Höhengrashüpfer (Chorthippus alticola rammei) nachgewiesen werden.Werner Weißmair: Neuer Fund des Höhengrashüpfers Chorthippus alticola rammei (EBNER 1928) im Toten Gebirge, Steiermark (Orthoptera). In: Beiträge zur Entomofaunistik. Band 9, 2008, S. 186–188 (). Die Art hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in den slowenischen Karawanken und in den Julischen Alpen.
Am Grund der Tümpel bilden sich oft dicke Mattern von Cyanobakterien der Gattung Oscillatoria. Zusammen mit Sedimentanteilen, Kieselalgen und anderen Einzellern steigen häufig flockenartige Gebilde von mehreren Zentimeter Größe vom Substrat an die Gewässeroberfläche, wenn die durch Photosynthese entstandenen Sauerstoffbläschen den Matten hinreichend Auftrieb verleihen.
Geschichte In einer Urkunde vom 7. Juli 1382 wird „die alben ze Niderhu(e)tten pey Gu(e)tenveld auf dem Sumper“ genannt. Güetenfeld ist althochdeutsch „in demo guotin velde“ und bedeutet „auf dem guten Feld“.
Neben der größten Lacke, die schon als kleiner See bezeichnet werden kann, wurde eine Kulturschicht gefunden, die mittels der Radiokarbonmethode auf das 12./13. Jahrhundert datiert wurde. Dieses Alter deckt sich mit der Gründung der Schwaigen im Tal und belegt eine erste Almwirtschaft im Gebiet.
Sagen Eine Sage berichtet von einer versunkenen Kirche auf dem Kühfeld, deren Glocke nunmehr im Kirchturm von Niederhofen in Stainach-Pürgg hängen soll.
Wanderwege Der markierte Weg 281 führt von der Niederhüttenalm zum Kirchfeld.
Literatur Franz Mandl: Die schönsten Almen im Herzen Österreichs, A&M, 2003, ISBN 3-902397-68-3.
Weblinks
Einzelnachweise Franz Mandl: Die schönsten Almen im Herzen Österreichs. S. 78–79.
Kategorie:Wörschach Kategorie:Totes Gebirge