mini|hochkant|Mary Peltola (2022) Mary Peltola (geborene Sattler; * 31. August 1973 in Anchorage, Alaska) ist eine US-amerikanische Politikerin der Demokratischen Partei. Von September 2022 bis Januar 2025 vertrat sie den einzigen Sitz des Bundesstaats Alaska im US-Repräsentantenhaus. Damit wurde Alaska im Kongress erstmals durch eine indigene Frau vertreten. Seit 2026 kandidiert sie für einen Sitz Alaskas im Senat der Vereinigten Staaten.
Biografie Mary Peltola gehört dem indigenen Volk der Yup’ik an und ist die Tochter einer Yup’ik aus Alaska und eines weißen Lehrers und Kleinflugzeugpiloten aus Nebraska. Ihre Kindheit verbrachte sie überwiegend im ländlichen Südwesten Alaskas, unter anderem in Bethel, Kwethluk, Tuntutuliak und Platinum. In ihrer Familie gehörten Elch- und Seehundfleisch zur Ernährung; die Sommer verbrachte sie am Kuskokwim River, wo sie unter anderem auf Versorgungsbooten arbeitete und beim Säubern, Trocknen und Räuchern von Lachs half.
Peltola besuchte im Laufe ihrer Ausbildung die University of Northern Colorado, die University of Alaska Fairbanks, die University of Alaska Southeast und die University of Alaska Anchorage, schloss jedoch kein Hochschulstudium ab. Während ihrer Collegezeit belegte sie 1993 den zweiten Platz bei einem Wettbewerb im Rahmen der World Eskimo-Indian Olympics; 1995 wurde sie beim National Congress of American Indians zur Miss National Congress of American Indians gewählt, wobei sie unter anderem zwei Yup’ik-Tänze aufführte.
Im September 2023 starb ihr Ehemann Eugene Peltola Jr. bei einem Flugunglück in Alaska.Shawna Mizelle, Husband of Alaska Rep. Mary Peltola dies in plane crash, CNN vom 13. September 2023. Wenige Monate zuvor war bereits Peltolas Mutter gestorben.
Politik Peltola absolvierte 1996 ein Praktikum im Repräsentantenhaus von Alaska und kandidierte im selben Jahr im Alter von 23 Jahren erstmals selbst für einen Sitz in der Kammer, unterlag jedoch knapp. 1998 trat sie erneut an und wurde in das Repräsentantenhaus von Alaska gewählt, dem sie anschließend zehn Jahre lang angehörte. Dort vertrat sie einen weitgehend ländlich geprägten Wahlkreis und leitete zeitweise den parteiübergreifenden Bush Caucus, in dem Abgeordnete aus den abgelegenen Regionen Alaskas zusammenarbeiteten. Zu ihren dortigen politischen Schwerpunkten gehörten die Bekämpfung von Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen, die Förderung der Yup’ik-Sprache sowie eine stärkere staatliche Unterstützung für ländliche Gemeinden.
Sie verzichtete 2008 auf eine erneute Kandidatur und schied 2009 aus dem Staatsparlament aus. 2010 unterstützte sie die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski bei deren Wiederwahlkampagne; von 2011 bis 2013 gehörte sie dem Stadtrat von Bethel an. Außerhalb politischer Ämter arbeitete sie unter anderem für ein Goldminenprojekt sowie als Lobbyistin.
Ein langfristiger Schwerpunkt Peltolas wurde die Fischereipolitik am Kuskokwim River, wo sinkende Lachsbestände und Einschränkungen der Subsistenzfischerei erhebliche Auswirkungen auf die Lebensweise der dortigen indigenen Bevölkerung haben. 2017 übernahm sie die Geschäftsführung der Kuskokwim River Inter-Tribal Fish Commission, die indigene Gemeinschaften gegenüber den für Fischereiregeln zuständigen staatlichen und bundesstaatlichen Behörden vertritt. Die Sicherung der Lachsbestände und der Zugang zur traditionellen Fischerei blieben auch später zentrale Themen ihrer politischen Arbeit.
mini|Vereidigung von Mary Peltola durch Nancy Pelosi Peltola bewarb sich im Juni 2022 für die Nachwahl des einzigen Sitzes von Alaska im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Der republikanische Kongressabgeordnete Don Young, der Alaska fast 50 Jahre vertreten hatte, war im März 2022 im Alter von 88 Jahren verstorben. In der offenen Vorwahl am 11. Juni belegte sie mit 10,1 % den vierten Platz. In der eigentlichen Nachwahl am 16. August konnte sie sich in der zweiten Runde mit 51,5 % durchsetzen. Dabei besiegte sie unter anderem die frühere Gouverneurin Sarah Palin. Sie wurde daraufhin am 13. September 2022 durch Nancy Pelosi vereidigt. Bei ihrer Vereidigung trug sie traditionelle indigene Mukluk-Stiefel; in ihrer ersten Rede im Plenum verwies sie darauf, sowohl die erste Alaska Native im Repräsentantenhaus als auch die erste Frau auf Alaskas einzigem Sitz in der Kammer zu sein. Ihre Legislaturperiode im Repräsentantenhaus des 117. Kongresses lief bis zum 3. Januar 2023.
Die Primary (Vorwahl) für die regulären Wahlen 2022 konnte sie mit 36,8 % ebenfalls vor Palin abschließen. Dadurch trat sie am 8. November 2022 erneut gegen Palin sowie weitere Bewerber an. Sie konnte sich in der dritten Runde mit 54,9 % der Stimmen durchsetzen und war dadurch auch im Repräsentantenhaus des 118. Kongresses vertreten. Während ihrer vollen Amtszeit schloss sie sich sowohl der als gemäßigt geltenden demokratischen Blue Dog Coalition als auch dem überwiegend republikanisch geprägten Congressional Western Caucus an.
In der Kongresswahl 2024 musste sie sich dem Republikaner Nick Begich III mit 51,3 % zu 48,7 % geschlagen geben.Liz Ruskin: Nick Begich III wins Alaska’s U.S. House race, Alaska Public Media vom 20. November 2024 Damit schied sie zum 3. Januar 2025 aus dem Repräsentantenhaus aus. Anschließend zog sie nach Anchorage und war für eine Lobbyingfirma tätig; im Herbst 2025 war sie zudem Fellow am Institute of Politics der University of Chicago, wo sie ein Seminar über indigene Identität leitete.
Für die Senatswahl 2026 kandidiert Peltola gegen den republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan. Bei Alaskas parteiunabhängiger offener Vorwahl am 18. August 2026 qualifizierten sich beide für die Hauptwahl im November; nach Auszählung von 80 Prozent der Stimmen lag Peltola zu diesem Zeitpunkt mit 48,0 Prozent vor Sullivan mit 42,8 Prozent. Da in Alaska die vier bestplatzierten Kandidaten der offenen Vorwahl in die Hauptwahl einziehen, war das Vorwahlergebnis noch keine Entscheidung zwischen Peltola und Sullivan. Peltola hatte bis Mitte August 2026 in diesem Wahlzyklus mehr als 18,5 Millionen US-Dollar an Wahlkampfspenden eingeworben.
Ausschüsse Peltola war Mitglied in folgenden Ausschüssen des Repräsentantenhauses: Committee on Education and Labor Early Childhood, Elementary, and Secondary Education Health, Employment, Labor, and Pensions Workforce Protections Committee on Natural Resources National Parks, Forests, and Public Lands Water, Oceans, and Wildlife
Positionen Ein Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit ist der Rückgang der Lachsbestände, der insbesondere für indigene Gemeinschaften im ländlichen Alaska wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung hat. Peltola verbindet dabei den Schutz von Fischbeständen und anderen natürlichen Ressourcen mit einer grundsätzlich positiven Haltung zur Öl- und Gasförderung in Alaska. Auch im Kongress wich sie bei Fragen wie Waffenrecht, Grenzsicherung sowie Öl- und Gasförderung wiederholt von Positionen vieler anderer demokratischer Abgeordneter ab.
Im Senatswahlkampf 2026 befürworten sowohl Peltola als auch ihr republikanischer Gegenkandidat Dan Sullivan die für Alaskas Wirtschaft wichtige Öl- und Gasindustrie; Peltola hebt zugleich den Schutz der Fischbestände als einen Schwerpunkt ihrer Politik hervor. Darüber hinaus positionierte sie sich im Wahlkampf gegen Teile der Wirtschaftspolitik der Regierung von Präsident Donald Trump. Sie befürwortet außerdem Maßnahmen für einen besseren Klimaschutz sowie eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts.
Weblinks
Webpräsenz beim Kongress (englisch) Peltola bei Ballotpedia (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten für Alaska Kategorie:Mitglied des Repräsentantenhauses von Alaska Kategorie:Mitglied der Demokratischen Partei (Vereinigte Staaten) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Indianischer Bürgerrechtler Kategorie:Indigenenaktivist (Vereinigte Staaten) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Frau