Johannes von Freiburg oder Johannes Rumsich (* 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in Haslach bei Freiburg im Breisgau; † 10. März 1314 in Freiburg im Breisgau)Nach Lexikon des Mittelalters um 1250 geboren. war ein deutscher Dominikaner, Theologe und Kanonist.

Johannes von Freiburg studierte Theologie und kanonisches Recht und war ein Schüler des Dominikaners Ulrich von Straßburg, bei dem er vor 1272 Vorlesungen im Dominikanerkonvent in Straßburg hörte. Möglicherweise ist er identisch mit einem gleichnamigen Reisebegleiter von Albertus Magnus auf dessen Reisen nach Mecklenburg 1268.Verfasserlexikon Er war in Paris, aber wahrscheinlich nicht in Bologna.Lexikon des MittelaltersIm Verfasserlexikon wird bezüglich eines Aufenthalts in Paris auf eine Vermutung von P. A. Walz verwiesen (Hat Johannes von Freiburg in Paris studiert ?, Angelicum, Band 11, 1934, S. 245–249). In Paris war er vor 1277, als dort noch Thomas von Aquin und Johannes von Varzy lehrten. Eintrag in Lexikon des Mittelalters Er wirkte als Seelsorger und später (ab 1280 nachgewiesen) Lektor der Theologie und Prior seines Klosters in Freiburg.

Er veröffentlichte besonders über kanonisches Recht und speziell die Beichtpraxis und die Unterrichtung von Beichtvätern (Beichtstuhljurisprudenz, forum internum). Dabei setzte er das Werk von Raimund von Penyafort fort, dessen Summa (vor 1225) er kommentierte (Registrum,Additiones ad Summa Raymundi). Sein Hauptwerk ist die Summa confessorum (lateinisch für Bußsumme; vor 1290, rund 200 Handschriften, gedruckt zuerst Augsburg 1476), die stark kasuistisch geprägt ist und von Thomas von Aquin beeinflusst. Die vier Bücher behandeln in Buch 1 Vergehen gegen Gott, Buch 2 Vergehen gegen den Nächsten, Buch 3 Kirchenrechtliches wie Aufgabe des Priesters bei der Beichte, Buch 4 kirchliches Eherecht. Sie erfuhr auch deutschsprachige Bearbeitungen, so die RechtssummeVgl. M. Hamm, H. Ulmschneider (Hrsg.): Die ‚Rechtssumme‘ Bruder Bertholds. Eine deutsche abecedarische Bearbeitung der ‚Summa Confessorium‘ des Johannes von Freiburg. Untersuchungen I (= Texte und Textgeschichte. Band 1). Tübingen 1980. von Bruder Berthold. In einem Anhang Statuta summae confessorum ex sexto libro decretalium addita werden die im schon fertiggestellten ursprünglichen Text nicht berücksichtigten Dekrete von Papst Bonifaz VIII. (veröffentlicht 1298 im Liber Sextus) einbezogen. Von ihm stammen auch Quaestiones casuales (nach 1280), eine Sammlung von Rechtsfällen aus der Praxis.

Literatur

N. Brieskorn: Johannes von Freiburg. In: Lexikon des Mittelalters. Band 8, Sp. 576. Marlies Hamm: Johannes von Freiburg. In: Verfasserlexikon. Band 4, Sp. 605–611. Marlies Hamm, Helgard Ulmschneider: Die ‚Rechtssumme‘ Bruder Bertholds. Eine deutsche abecedarische Bearbeitung der ‚Summa Confessorum‘ des Johannes von Freiburg. Untersuchungen I. De Gruyter, Tübingen 1980. Georg Steer, Wolfgang Klimanek, Daniela Kuhlmann, Freimut Löser, Karl Heiner Südekum (Hrsg.): Die ‚Rechtssumme‘ Bruder Bertholds. Eine deutsche abecedarische Bearbeitung der ‚Summa Confessorum‘ des Johannes von Freiburg. Synoptische Edition der Fassungen B, A und C (= Texte und Textgeschichte. Band 11–14). 4 Bände (Band I–IV). Tübingen 1987. Marlies Hamm, Helgard Ulmschneider: Die ‚Rechtssumme‘ Bruder Bertholds. Eine deutsche abecedarische Bearbeitung der ‚Summa Confessorum‘ des Johannes von Freiburg. Synoptische Edition der Fassungen B, A und C (= Texte und Textgeschichte. Band 16–17). 2 Bände (Band VI–VII: Quellenkommentare). Tübingen 1991.

Anmerkungen

Kategorie:Katholischer Theologe (13. Jahrhundert) Kategorie:Kirchenrechtler (kanonisches Recht) Kategorie:Kirchenrechtler (13. Jahrhundert) Kategorie:Person des Christentums (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Dominikanerbruder Kategorie:Geboren im 13. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1314 Kategorie:Mann