Das FFH-Gebiet und europäische Vogelschutzgebiet Isole di Cerboli e Palmaiola (deutsch: Inseln Cerboli und Palmaiola) liegt im Toskanischen Archipel nahe der Insel Elba. Das etwa 21 ha große Schutzgebiet umfasst die sechs Inseln Cerboli und Palmaiola nordöstlich von Elba, Topi nördlich von Cavo, Scoglietto nördlich von Portoferraio und die beiden Gemini-Inseln vor der Südküste Elbas. Das 1995 eingerichtete Schutzgebiet ist Teil des Nationalparks Toskanischer Archipel und wird vom Nationalpark verwaltet.

Bedeutung Die unbewohnten Inseln dienen als Nistplatz für viele Seevögel. Die etwa sechs Kilometer voneinander entfernten Inseln Cerboli und Palmaiola stellen mit ihrer zerklüfteten und schwer zugänglichen Felsküste sowie wegen der niedrigen Macchia geschützte Nist- und Aufzuchtplätze für die Jungtiere dar. Auf der Insel Cerboli niesten beispielsweise zwischen 25 und 50 Brutpaare des Sepiasturmtauchers. Auf den beiden Inseln sind zudem einige Endemiten unter den Wirbellosen und Reptilien heimisch.

Schutzzweck Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie sind für das Gebiet gemeldet:

EUCode

Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Fläche [ha] 1240

Mittelmeer-Felsküsten mit Vegetation mit endemischen Limonium-Arten 10,5 1430

Halo-nitrophile Gestrüppe (Pegano-Salsoletea) 0,5 5320

Euphorbia-Formationen an Steilküsten 2,5 5330

Thermo-mediterrane Gebüschformationen und Vorwüsten (sonstige Gesellschaften) 0,04 8330

Völlig oder teilweise unter Wasser liegende Meereshöhlen

Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor: Bild EUCode

Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px 6137 Europäischer Blattfingergecko Euleptes europaea Reptilien

Folgende Vogelarten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie sind für das Gebiet gemeldet:

Bild Anhang I EUCode Art wissenschaftlicher Name 150px|Alpensegler A228 Alpensegler Apus melba 150px|Fahlsegler A227 Fahlsegler Apus pallidus 150px|Sepiasturmtaucher A010 Sepiasturmtaucher Calonectris diomedea 150px|Kolkrabe A350 Kolkrabe Corvus corax 150px|Wanderfalke * A103 Wanderfalke Falco peregrinus 150px|Korallenmöwe * A181 Korallenmöwe Larus audouinii 150px|Schwarzkopfmöwe * A176 Schwarzkopfmöwe Larus melanocephalus 150px|Blaumerle A281 Blaumerle Monticola solitarius 150px|Grauschnäpper A319 Grauschnäpper Muscicapa striata 150px|Krähenscharbe * A392 Mittelmeer-Krähenscharbe Phalacrocorax aristotelis desmarestii

Gefährdung Das Schutzgebiet ist durch anthropogene Einflüsse gefährdet. Vor allem im Sommer stören Touristen, die auf den Inseln brütenden Vögel, wenn sie mit Booten vor den beiden großen Insel Cerboli und Palmaila zum Baden vor Anker gehen oder die Grotten an der Küste besichtigen. Gefährdet sind die Brutplätze zum Teil auch durch vereinzelte Landgänge, insbesondere durch mitgeführte Hunde. In der Vergangenheit wurden zudem auf der Insel Cerboli Survival-Kurse abgehalten. Eine Wiederaufnahme der Kurse könnte die Lebensräume auf verschiedene Weise bedrohen, ebenso wie die Bestrebungen auf den Inseln touristische Einrichtungen zu errichten.

Als natürliche Faktoren wirken sich negativ, die im Schutzgebiet in nicht unbedeutender Anzahl vorkommenden Steppenmöwen aus. Letztere treten als Nahrungskonkurrenten oder Räuber auf. Zudem ist vereinzelt ist erneut eine Rekolonisierung der Inseln durch Ratten zu beobachten, die in der Vergangenheit mit Hilfe verschiedener Projekte mühsam ausgerottet worden waren.Regione Toscana (Hrsg.): Scheda Natura 2000: Isole di Cerboli e Palmaiola. o. O. 2019, S. 1 (PDF).

Weblinks Isole di Cerboli e Palmaiola in der Datenbank der European Environment Agency (EEA) (englisch) IT5160011 – Isole di Cerboli e Palmaiola auf regione.toscana.it (italienisch)

Einzelnachweise

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