mini|Schloss Pretzfeld Das Schloss Pretzfeld ist ein Schloss in Pretzfeld, einem Markt im Landkreis Forchheim in Oberfranken in Bayern. Das Bauensemble ist unter der Denkmalnummer D-4-74-161-15 als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen.
Geschichte Das Schloss Pretzfeld wurde 1145 (oder 1182) als Sitz des „Hademar de Bretevelt“ (breites Feld) erwähnt. Die Burg gehörte ab 1375 denen von Wiesenthau, ab 1522 denen von Stiebar. 1710/18 erfolgte ein völliger Umbau von Schloss und Nebengebäuden. 1754 erhielt der kurbayerische Minister Graf von Seinsheim das Lehen. 1852 kaufte der Nürnberger Kaufmann Josef Kohn (1810–1885) das Schloss, das durch Heirat an die Familie Herrmann ging, die heutigen Besitzer.Website Schloss Pretzfeld.
Siemens-Labor für Halbleiterentwicklung 1946–2002 1944 war der bekannte Physiker Walter Schottky mit seiner Familie von Berlin nach Pretzfeld umgezogen. Dort wurde das Siemens-Labor im Schloss Pretzfeld 1946 unter der Leitung von Eberhard Spenke gegründet. Im Jahr 1954 gelang dort erstmals die Gewinnung von Reinstsilizium als Ausgangsmaterial für die Produktion elektronischer Bauelemente. 1990 erfolgte unter dem Namen eupec die Zusammenlegung des Siemens-Labors mit den Halbleiteraktivitäten der Firma AEG. Erst 2002 wurde der Standort aufgegeben. Pretzfeld - Wiege der modernen Silizium-Elektronik ( Fraunhofer IISB) Die Wiege der Leistungselektronik, Bayerische Staatszeitung Nr. 38, 20. September 2019, S. 17
Beschreibung Der dreigeschossige Gebäudekomplex des Schlosses besteht aus zwei im Winkel aneinanderstoßenden Gebäudetrakten vom Ende des 16. Jahrhunderts, einem im Norden und einem mit Strebepfeilern gestützten im Osten mit Walmdächern und dem in den Hof nach Süden vorspringenden Gebäudetrakt mit einem Mansardwalmdach, der im Kern spätmittelalterlich ist, und an den ein achteckiger Treppenturm mit einem Zeltdach angebaut ist. Die Schlosskapelle (1589–91, 1764 umgestaltet) befindet sich in der Verlängerung des Durchfahrtshauses am Südflügel, mit nach Osten ausbuchtendem polygonalem Chor, Satteldach und Haubendachreiter. Die Schlosshofummauerung aus dem 16. bis 18. Jahrhundert weist ein Rundbogentor, Maulscharten und halbrund vorspringende Rondelle auf. Im Westen ist ihr der Stadel aufgesetzt, ein eingeschossiger Putzbau von 1736/37 mit Walm- bzw. Halbwalmdach. Die ehemalige Amtsknechtswohnung und Lange Stallung wurden um 1710 parallel zum Ostflügel errichtet. Vom Schlosspark aus dem 18. Jahrhundert bestehen noch Reste des Wegesystems mit langer Achse zu einem Rondell mit barocker Sandsteinskulptur.
Literatur Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Franken, Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken. Deutscher Kunstverlag, München 1999, S. 864.
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