Langlingen (niederdeutsch ) ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen.

Geografie Geografische Lage Langlingen liegt südöstlich von Celle an der Aller. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Flotwedel an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Wienhausen hat.

Gemeindegliederung Für die Gemeinde sind fünf Ortsteile ausgewiesen: Wiedenrode () Hohnebostel () Fernhavekost Nienhof () Neuhaus ()

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war im Jahr 1257.Heinrich Schmidt: Über Langlingens älteste Urkunde. In: Gemeindeverwaltung Langlingen (Hrsg.): 700 Jahre Langlingen. Geschichte und Entwicklung. Georg Ströher, Celle 1969, S. 3. Die Edelherren von Meinersen waren in Langlege begütert. Ihnen gehörten hier 1 Hof und der sog. „Stegemann“-Hof mit zugehöriger Fischerei (visweyde; in der Aller) als Lehen der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Diese Güter gaben die Edelherren als Afterlehen vor 1353 an Kersten von Langlingen, der es dann weiterhin als herzoglich-lüneburgisches Lehen besaß.Peter Przybilla: Die Edelherren von Meinersen, Hrsg.: Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Hahnsche Buchhandlung Hannover 2007, S. 503–504 Von 1360 bis 1827 war das Geschlecht von Spörcken hier begütert.Ernst Ludwig von Lenthe: Archiv für Geschichte und Verfassung des Fürstenthums Lüneburg. Bände 3–4, 1859, S. 469.

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1257 Langelege, 13. Jahrhundert Langlaghe, 1330 bis 1352 to langheleghe, 1330 bis 1352 Kersten van langhlege, 1352 Kerstene van Langhelghe, 1354 Cristiano de langhelghe, 1360 to lanclegen, um 1460 Langelde, 1487/88 Langelege, 1490 Karsten van Langeling und um 1496 tho Langeling. Erst am Ende des 15. Jahrhunderts verändert sich das Zweitglied -lege zu -ling, später zu -lingen.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1968 wurden Nienhof sowie Wiedenrode und am 1. Januar 1973 wurde die Nachbargemeinde Hohnebostel eingegliedert.

Politik Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Langlingen setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Dies ist die gemäß § 46 NKomVG festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2001 und 3000, die einer Samtgemeinde angehört. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:Ergebnis Kommunalwahl 2021

Bei den letzten Kommunalwahlen ergaben sich folgenden Sitzverteilungen: Wahljahr CDU SPD Grüne parteilos FDP Gesamt 2021 7 4 1 1 - 13 Sitze 2016Ergebnis Kommunalwahl 2016 7 4 2 - - 13 Sitze 2011 8 4 1 - - 13 Sitze 2006 9 3 1 - - 13 Sitze 2001 8 5 0 - - 13 Sitze

Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann (CDU) trat 2006 die Nachfolge von Wilhelm Linneweh an. Seine Stellvertreter sind Mark Heidmann (CDU) und Jan-Christof Meyer (SPD).

Wappen Blasonierung: „In Blau eine aufgerichtete silberne Türangel, begleitet unten links von einem silbernen Wagenrad, rechts von einem silbernen Kammrad, oben beiderseits von einer goldenen Ähre“. Die Türangel ist dem Familienwappen der früheren Ortsherren, derer von Spörcken, entlehnt.

Städtepartnerschaften Seit März 1998 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Czarne aus Polen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|St. Johannis mini|Rittergut Langlingen Baudenkmäler Liste der Baudenkmale in Langlingen Evangelische Johanniskirche Langlingen aus dem Mittelalter, im Kirchenkreises Celle. Es wird vermutet, dass sie bereits bestanden hatte, als Langlingen in einer zu Wienhausen aufgesetzten Urkunde Herzog Albrechts I. von Braunschweig erstmals urkundlich im Jahre 1257 genannt wurde. Am alten Chor befand sich ein jetzt nicht mehr vorhandener Stein, möglicherweise eine Grabplatte, mit der Jahreszahl MCCCXXXVIII (1338).Mithoff, Hector Wilhelm Heinrich: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen, 7 Bde., Hannover 1871–1880, Band IV, S. 114. Bei Renovierungsarbeiten in der St. Johanniskirche (1994–1996) wurden an der Decke einen Himmel voller Engel darstellende Malereien entdeckt und freigelegt. Rittergut Langlingen, von 1360 bis 1827 im Besitz der Familie von Spörcken; Herrenhaus von 1725, 1827 wurde das Gut an den Pächter Mylius verkauft, dessen Familie es bis heute besitzt. Wohn- und Wirtschaftsgebäude Hauptstraße 46 von 1619 in Fachwerk Wohn- und Wirtschaftsgebäude Hauptstraße 54 von 1776 in Fachwerk Dorfmuseum Hauptstraße 44 Pfarrhaus von 1878 Scheune Kirchstraße 1 von um 1880; heute Gemeindehaus der Kirche Küster- und Lehrerwohnhaus Kirchstraße 3 von 1911, heute Gesundheits-Zentrum Wohnhaus Am Rotbusch 1 von 1890 und Stall von 1785 Wiedenrode: Wohn- und Wirtschaftsgebäude Unter den Linden 16 von 1619 in Fachwerk

Naturdenkmäler Eiche mit einem Brusthöhenumfang von 7,00 m (2016).

Verkehr Langlingen ist über Landstraßen mit den Bundesstraßen B 188 und B 214 an das Verkehrsnetz angebunden. Zudem besaß Langlingen einen Bahnhof an der Bahnstrecke Gifhorn Stadt–Celle, auf welchem der Schienenpersonenverkehr jedoch 1981 eingestellt wurde.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes

Ernst Wilhelm von Spörcken (* 8. April 1665; † 15. Januar 1726 in Lüneburg), Gutsbesitzer, Jurist, Legations- und Kammerrat, Gesandter, Abt und Landschaftsdirektor des Lüneburger Klosters St. Michaelis Georg Otto Dietrich König (* 10. Juli 1783; † 5. Mai 1856 in Schwarmstedt), Superintendent in Dransfeld Ulrich Beer (* 11. Februar 1932; † 11. Mai 2011 in Eisenbach), Psychologe Rainer Robra (* 15. Oktober 1951 in Nienhof), Chef der Staatskanzlei und Europaminister des Landes Sachsen-Anhalt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Wilfried Hasselmann (* 23. Juli 1924 in Celle; † 9. Januar 2003 in Nienhof) war mehrfacher niedersächsischer Landesminister und Landesvorsitzender der CDU in Niedersachsen. Er lebte von 1950 bis zu seinem Tode in Nienhof. Rolf Meyer (* 1951 in Liebenau; † 2014), deutscher Politiker und Landtagsabgeordneter (SPD)

Literatur Helmut Schmidt-Harries: Langlingen – Nachrichten aus alter und neuer Zeit aus einem Dorf an der Aller. Celle 2003. Matthias Blazek, Günther Bütepage: Dorfgeschichte Wiedenrode. Langlingen 2004. Matthias Blazek: Dorfchronik Nienhof. Langlingen 2005. Ulrike Hindersmann: Langlingen. In: Rittergüter der Lüneburger Landschaft. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1680-5, S. 289–298.

Weblinks

Website der Samtgemeinde Aller-Haus Langlingen

Einzelnachweise

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