mini|Élisabeth de Gramont, 1889 von Paul Nadar fotografiert Antonia Corisande Élisabeth de Gramont (* 23. April 1875 in Nancy; † 6. Dezember 1954 in Paris, 16. Arrondissement),16D 194, état civil, Archives départementales de Paris. war eine französische Adlige und Femme de lettres, die vor allem für ihre lange homosexuelle Beziehung mit Natalie Clifford Barney bekannt wurde. Mit dem Spitznamen „die rote Herzogin“ oder „Lily“ im Familienkreis schrieb sie unter ihren Ehenamen Élisabeth de Clermont-Tonnerre oder unter ihrem Mädchennamen Élisabeth de Gramont.

Leben Sie war eine Nachfahrin von Heinrich IV. und die Tochter von Antoine XI. Alfred Agénor, Duc de Gramont, Fürst von Bidache, und Isabelle de Beauvau-Craon, die nach ihrer Geburt an Kindbettfieber starb. Sie ist die Halbschwester des Duc de Guiche, eines engen Freundes von Marcel Proust, und auch die Nichte des Memoirenschreibers Comte de Gramont.

Nachdem sie im höchsten Adel aufgewachsen war, heiratete sie am 2. Juni 1896 in Paris im 8. Arrondissement, am nächsten Tag in der Kirche Saint Pierre de Chaillot Aimé François Philibert, Marquis und später Duc de Clermont-Tonnerre (1871–1940). Das Paar hatte zwei Töchter: Antonia-Béatrix-Corisande (1897–1930); ⚭ 26. April 1921 (ohne Zustimmung der Eltern und in Abwesenheit der Familie) André Gault (1879–1952), Sohn eines Börsenmaklers; aufgrund von Missverständnissen wurde die Ehe 1924 durch Scheidung aufgelöst. Keine Nachkommen. Isabelle-Gabrielle-Diane (1902–1950); ⚭ 1924 Comte Guy de Berlaymont (1892–1946); ihre Tochter ist Elisabeth de Berlaymont (* 1924); ⚭ (1) 1949 Comte Charles de Chabannes La Palice (1928–1988); ⚭ (2) Ahmed Hadj-Hamou (1920–1993)

Sie war eng mit Robert de Montesquiou, Remy de Gourmont, Oscar Vladislas de Lubicz-Milosz und Marcel Proust verbunden, den sie 1903 kennengelernt hatte und den der junge Haushalt manchmal auf sein Anwesen auf dem Land einlud. Die Herzogin veröffentlichte im Übrigen ein Buch zur Erinnerung an ihre Freundschaft mit Marcel Proust, mit dem sie bis zu ihrem Lebensende in Verbindung blieb. In ihren Mémoires erwähnt sie viele der Personen, die Proust zu Auf der Suche nach der verlorenen Zeit inspiriert haben. Sie war wütend über die geplante Wiederverheiratung (die dritte, da er zweimal verwitwet war) ihres Vaters, Herzog Agénor, mit einer viel jüngeren italienischen Adligen, die schließlich 1907 stattfand und ihm zwei Söhne schenkte.Alfred de Gramont, L'Ami du prince, Journal du comte de Gramont, hrsg. von Éric Mension-Rigau, Paris, Fayard, 2011, ISBN 978-2-213-63141-7. mini|Rue de la Faisanderie 3, 16. Arrondissement, letzter Wohnsitz von Élisabeth de Clermont-Tonnerre. 1906 malte Louise-Cathérine Breslau sie in dem Portrait de la duchesse de Clermont-Tonnerre à l’ombrelle.Auf www.artnet.com (online, abgerufen am 29. August 2022)

Im Frühjahr 1909 lernte sie Natalie Clifford Barney kennen und wurde am 1. Mai 1910 deren Geliebte, was ihr Jahrestag des Kennenlernens wurde. Obwohl sie beide untreu waren, hielt ihre Beziehung den Rest ihres Lebens. Am 20. Juni 1918 setzte Natalie einen symbolischen „Ehevertrag“ auf, der sie im Wesentlichen zumindest im Geiste, aber nicht körperlich aneinander band, ein Vertrag, der von beiden bis zum Tod eingehalten wurde. Am 24. Dezember 1920 ließ sie sich von ihrem Ehemann scheiden. Andererseits lud sie Romaine Brooks zu sich aufs Land ein und ließ sich von ihr porträtieren, obwohl diese eine Liaison mit Natalie hatte.

Sie war eigensinnig und für ihre Direktheit bekannt, verärgerte sie ihre gesamte engere Familie, als sie die wohlhabende Welt, in der sie aufgewachsen war, verließ, um den Sozialismus zu unterstützen, an den Paraden der Volksfront teilnahm und sich mit linken Politikern anfreundete. Dennoch bemühte sie sich in mehreren Büchern, den Lebensstil ihres sozialen Umfelds zu beschreiben.

Sie starb in der Rue de la Faisanderie im Pariser 16. Arrondissement (nachdem sie ab 1929 im Hotel Dreyfus in der Rue Mallet-Stevens 7 gewohnt hatteOlivier Cinqualbre, Robert Mallet-Stevens – L'œuvre complète, Édition du Centre Pompidou, Paris, 2005, S. 128.). Sie wurde in Glisolles in der privaten Grabkapelle der Clermont-Tonnerre begraben.

Werke Un collier de villes, Évreux, Charles Hérissey, 1910, OCLC 463770300 Histoire de Samuel Bernard et de ses enfants, Paris, Librairie ancienne Honoré Champion, 1914, Du bon ton, Paris, Ernest Flammarion, 1923, . Robert de Montesquiou et Marcel Proust, Flammarion, 1925 Mémoires: Au temps des équipages (Band 1), Paris, Bernard Grasset, 1928, , Neuausgabe 2017 Mémoires: Les Marronniers en fleurs (Band 2), Paris, Bernard Grasset, 1929, . Le Golf, Paris, Nouvelle Société d'Édition, 1930, OCLC|254628095 Louise-Catherine Breslau et Degas, Revue de Paris, Nr. 20, 1932 Mémoires: Clair de lune et taxi (Band 3), Paris, Bernard Grasset, 1932, . Mémoires: La Treizième Heure (Band 4) Paris, Bernard Grasset, 1935, . Almanach des bonnes choses de France, Paris, G. Crès, 1920, . Le Chemin de l’U.R.S.S, Paris, Rieder, 1933, . Le Diable chez la marquise, Illustrations von Chas-Laborde, 1938, . Autour de Saint-James, Paris, Éditions du Pavois, 1945, . Barbey d'Aurevilly, Paris, Bernard Grasset, 1946, . Marcel Proust, Paris, Flammarion, 1948, . La Famille des Clermont-Tonnerre depuis l'an 1070, Paris, Fasquelle, 1950 La Femme et la Robe: des modes et de leurs singularités, Paris; Genève, La Palatine, 1952 Souvenirs du monde de 1890 à 1940, Paris, Bernard Grasset, 1966, .

Siehe auch Haus Gramont Haus Clermont-Tonnerre

Literatur Alfred de Gramont: L'Ami du prince, Journal du comte de Gramont, hrsg. von Éric Mension-Rigau, Fayard, Paris, 2011, ISBN 978-2-213-63141-7. George D. Painter, Marcel Proust, Mercure de France, Paris, 1992, ISBN 978-2-7152-1724-9. Georges Martin: Histoire et généalogie de la Maison de Clermont-Tonnerre. Lyon, 2004, ISBN 2-901990-03-7. Francesco Rapazzini: Élisabeth de Gramont: avant-gardiste. Fayard, Paris, 2004, ISBN 978-2-213-61897-5.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Salonnière (Frankreich) ⚭Elisabeth #Gramont Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Frau