Wohl heute noch und morgen ist ein deutsches Volkslied, das vermutlich seinen Ursprung im 18. Jahrhundert hat.Wohl heute noch und morgen (1808), Volksliedarchiv, (Abgerufen am 31. August 2022).

Entstehung Der Zupfgeigenhansl verweist auf Schlesien als Herkunftsort,Hans Breuer (Hg.): Der Zupfgeigenhansl, Leipzig 1912. S. 26. während der Deutsche Liederhort, in dem eine völlig andere Melodie als im Zupfgeigenhansl überliefert ist, den Odenwald als Provenienz angibt.Ludwig Erk, Franz Magnus Böhme (Hrsg.): Deutscher Liederhort. 3 Bände. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1893–94 S. 276f; S. 555. Lediglich die erste Strophe ist um 1730 belegt, weitere Strophen wurden von Albert Ludwig Grimm 1808 im badischen Mosbach aufgezeichnet.Heinz Rölleke (Hrsg.): Das Volksliederbuch. Köln 1993. S. 149. Von Clemens Brentano stammt indes die letzte Strophe, die für Des Knaben Wunderhorn hinzugedichtet wurde, wodurch der Text in Form eines Happy End eine starke Abwandlung erfährt.Achim von Arnim, Brentano, Clemens: Des Knaben Wunderhorn. Bd. 2. Heidelberg 1808.

Inhalt Das Lied ist arrangiert als Wechselgesang zwischen einem Jungen und einem Mädchen. Der männliche Sänger verabschiedet sich und verspricht seine Wiederkehr zu unrealistischen Bedingungen, worauf die weibliche Stimme die Unmöglichkeit eines Wiedersehens betont, das dann allerdings nach einem Traum des Mädchens im Garten ihres Vaters doch zu den vom Jungen genannten scheinbar unmöglichen Bedingungen überraschend stattfindet. Eine gewisse Textgleichheit besteht mit dem schlesischen Volkslied Und in dem Schneegebirge.Hans Breuer (Hg.): Der Zupfgeigenhansl, Leipzig 1912. S. 26.Und in dem Schneegebirge (1600) Volksliedarchiv, (Abgerufen am 31. August 2022).

mini|Notenzeilen aus dem Zupfgeigenhansl (1912)

Liedtext 1. „Wohl heute noch und morgen, da bleibe ich bei dir, wenn aber kommt der dritte Tag, so muß ich fort von hier.“

2. „Wann kommst du aber wieder, Herzallerliebster mein?“ „Wenn‘s schneiet rote Rosen und regnet kühlen Wein.“

3. „Es schneiet keine Rosen, es regnet keinen Wein: so kommst du auch nicht wieder, Herzallerliebster mein!“

4. In meines Vaters Garten legt ich mich nieder und schlief, da träumet mir ein Träumelein, wie‘s schneiet über mich.

5. Und als ich nun erwachte, da war es lauter Nichts; es warn die roten Röselein, die blühten über mich.

6. Der Knabe kehrt zurücke, geht zu dem Garten ein, trägt einen Kranz von Rosen und einen Becher Wein.

7. Hat mit dem Fuß gestoßen wohl an das Hügelein. Er fiel, da schneit es Rosen, da regnet’s kühlen Wein.Text übernommen aus: Hans Breuer (Hg.): Der Zupfgeigenhansl, Leipzig 1912. S. 26. Weitere Fassungen u. a. in Deutscher Liederhort (1856, Nr. 154 „Träumelein“, nur Strophen 1–4)

Einzelnachweise

Weblinks Youtube: Wohl heute noch und morgen (Wenn's schneiet rote Rosen).

Kategorie:Volkslied Kategorie:Lied (18. Jahrhundert)