Die LORA ist eine ballistische Kurzstreckenrakete (SRBM) aus Israel. Der Kürzel LORA steht für Long Range Attack.
Entwicklung LORA wurde erstmals im Jahr 2003 erwähnt und entstand in Zusammenarbeit mit Israel Aerospace Industries und IMI Systems. Im Jahr 2006 wurde das System erstmals auf der Eurosatory präsentiert. Offiziell vorgestellt wurde LORA im Jahr 2007 sowie 2011 auf der Pariser Luftfahrtschau. Vermutlich war LORA im Jahr 2006 einsatzbereit.Christopher F. Foss: Jane’s Armour and Artillery 2011-2012. Jane’s Information Group, 2011, ISBN 978-07106-2960-9. S. 1073. Im Juni 2024 wurde die von Flugzeugen gestartete Ausführung Air LORA vorgestellt.
Varianten LORA: Ausführung aus dem Jahr 2006 für den Start ab Landfahrzeugen. Reichweite 250–430 km. LORA Naval: Ausführung für den Start ab Schiffen. Reichweite 250–430 km. Air LORA: Ausführung aus dem Jahr 2024 für den Start ab Kampfflugzeugen. Reichweite über 400 km.
Technik Raketen Die LORA-Raketen werden in versiegelten, vor Witterungseinflüssen schützenden Transport- und Startbehältern aus dem Herstellungswerk geliefert. Die Raketen können ohne Kontrolle fünf Jahre in den Behältern transportiert und gelagert werden. Die Rakete wird von einem einstufigen, kartuschierten Komposit-Feststofftreibsatz angetrieben. Die Steuerung erfolgt mittels einer Trägheitsnavigationsplattform und GNSS. Die Steuerung ist während des gesamten Fluges bis zum Einschlag im Ziel aktiv. Die Kurskorrekturen erfolgen durch vier trapezförmige Steuerflügel am Raketenheck. Die Reichweitensteuerung erfolgt nicht durch Schubterminierung, sondern durch Anpassen der Flugbahn. Daher kann die Flugbahn der Raketen neben der üblichen Wurfparabel auch einer semi-ballistischen Kurve gleichen. Dabei beträgt das Apogäum 45 km. Die Raketen können mit unterschiedlichen Gefechtsköpfen bestückt werden. Die Standardrakete ist mit einem 440-kg-Splittergefechtskopf mit Aufschlagzünder, Verzögerungszünder oder Näherungszünder ausgerüstet. Weiter steht ein 600-kg-Penetrationsgefechskopf mit Aufschlag- und Verzögerungszünder zur Verfügung. Beim Zielanflug wird die Rakete auf einen Winkel von 60 bis 90° zur Erdoberfläche eingeschwenkt. Dadurch befindet sich der Gefechtskopf im Moment der Detonation direkt über dem Ziel und entfaltet eine optimale Penetrations- bzw. Flächenwirkung. Die minimale Einsatzdistanz beträgt 30 km. Die maximale Einsatzdistanz steht in Abhängigkeit zum verwendeten Gefechtskopf und beträgt 250 bis 300 km. Weiter soll auch ein kleiner 240-kg-Splittergefechtskopf zur Verfügung stehen, mit welchem eine Einsatzdistanz von 430 km erreicht wird. Nach Herstellerangaben erzielt die LORA-Rakete einen Streukreisradius (CEP) von rund 10 m.
Startplattformen Sämtliche Komponenten eines LORA-Systems können auf vierachsigen 16 Tonnen-Lastkraftwagen installiert werden. Eine Batterie besteht aus einem Feuerleitstand (C3-System), zwei bis vier LKWs für den Raketennachschub sowie zwei bis vier Start- und Transportfahrzeugen für die Raketen. Auf dem Start- und Transportfahrzeug ist ein Werfergestell für den containerartigen Raketenbehälter montiert. In diesem Behälter werden vier Raketen transportiert und auch daraus gestartet. Das Werfergestell lässt sich in der Horizontalen drehen sowie in der Vertikalen auf 60 oder 90° anstellen. Die Startvorbereitungen dauern 3 bis 10 Minuten. LORA kann auch ab dem Mehrfachraketenwerfer Lynx gestartet werden. Diese Mehrfachraketenwerfer können auch auf Schiffen abgestellt werden und von dort die Raketen starten. Weiter existiert auch ein Starter basierend auf einem ISO-Container. Im September 2026 testete die Deutsche Marine diese containerbasierte Version auf einer Fregatte und startete im Nordatlantik eine LORA-Rakete.Marine testet erfolgreich weitreichende Rakete faz.net 2. September 2026.
Kriegseinsatz Am 29. November 2018 beschossen die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte 15 mutmaßliche Ziele der Hisbollah und des Irans in Syrien mit LORA-Raketen.
Im Zuge des Kriegs um Bergkarabach 2020 beschossen die Aserbaidschanischen Streitkräfte mit LORA-Raketen eine Brücke über den Fluss Akari.
Verbreitung – 2 Batterien.Trade Register auf sipri.org, abgerufen am 22. August 2022 – unbekannte Anzahl.
Literatur Christopher F. Foss: Jane’s Armour and Artillery 2011-2012. Jane’s Information Group, Vereinigtes Königreich, 2011, ISBN 978-07106-2960-9.
Weblinks
LORA bei Israel Aerospace Industries LORA – Werbefilm bei youtube.com über die LORA
Einzelnachweise
Kategorie:Kurzstreckenrakete Kategorie:Boden-Boden-Rakete Kategorie:Militärische Ausrüstung (Israel)