Die Metzgergasse 17 ist ein geschütztes Kulturdenkmal aus der Blütezeit Alsfelds im Vogelsbergkreis in Hessen. Das Bauwerk zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Beispielen repräsentativer bürgerlicher Fachwerkarchitektur der frühen Neuzeit in Oberhessen und gehört zu den architektonisch herausragenden Kulturdenkmalen der Alsfelder Altstadt.
Beschreibung mini|Blick von der Metzgergasse aus Das Gebäude, das im 16. Jahrhundert von einem wohlhabenden Bürger als Wohnhaus errichtet wurde, zeugt von herausragender Baukunst und einem hohen Anspruch an repräsentative Gestaltung. Besonders eindrucksvoll sind die Mannfiguren an der Hauptfassade, die mit ihrem imposanten Querschnitt und geschweiftem Profil die Pracht des Bauwerks unterstreichen. Der markante Geschossüberstand wird durch kunstvoll gestaltete Balkenköpfe sowie Tau- und Seilbänder akzentuiert.
Ein bemerkenswertes Merkmal des Gebäudes ist das Eichenfachwerk, das bewusst in seinem natürlichen Zustand belassen wurde. Die unverfälschte Farbgebung des Holzes hebt nicht nur die handwerkliche Qualität und die zeitgenössischen Baupraktiken hervor, sondern verleiht dem Gebäude auch einen einzigartigen Charakter, der im Laufe der Jahrhunderte durch die natürliche Alterung entstanden ist.
Nach der Blütezeit der Stadt wurde es als Scheune genutzt.
Lage Das Gebäude befindet sich zwischen Unterer Fulder Gasse und Grabbrunnen in der Alsfelder Altstadt. Unmittelbar gegenüber (Hausnr. 18) richtete die jüdische Gemeinde 1830 die Alsfelder Synagoge ein.
Das Straßenstück vor dem Gebäude war einst Teil des Burggässchens, es wurde später Teil der Metzgergasse, die Alsfelder Metzgergasse wird schon im Wörterbuch von Jacob Grimm erwähnt.Jacob Grimm; Deutsches Wörterbuch - Band 2,Ausgabe 6 - Seite 2157: "METZGERGASSE , f . gasse in der die metzger wohnen : metzgergasse , platea lanionum STIELER 636 ; häufig durch ganz Süddeutschland und vereinzelt auch in Oberhessen ( Alsfeld ) , vgl . FÖRSTEMANN Germ" Bis zu deren Abbruch 1847 befand sich die landgräfliche Burg in der Nähe.
Aufgrund seiner Lage in der Mitte des Viertels wollte der Stadtplaner Georg Gonsior das Gebäude in den 1960er Jahren zugunsten eines Parkplatzes abreißen lassen.
Literatur Herbert Jäckel: Alsfeld – Europäische Modellstadt, Geschichts- und Museumsverein Alsfeld, Alsfeld 1975, S. 106 Peer Zietz: Stadt Alsfeld (Kulturdenkmäler in Hessen), Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1724-6 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland). Susanne Engelns: Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept – Städtebaulicher Denkmalschutz, Denkmalgebiet Alsfeld Altstadtsanierung 2.0, Nassauische Heimstätte/Stadt Alsfeld, Kassel 2018, S. 45
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturdenkmal in Alsfeld Kategorie:Fachwerkhaus in Alsfeld Kategorie:Erbaut im 16. Jahrhundert