Hiwwe wie Driwwe (deutsch „Hüben wie drüben“) ist die einzige komplett im pennsylvania-deutschen Dialekt verfasste Zeitung.

Beschreibung Redaktionelles Ziel der Zeitung ist einerseits, die unterschiedlichen sozioreligiösen Gruppen in Pennsylvania und anderen Staaten der USA und in Kanada miteinander zu vernetzen, und andererseits, die Nachfahren der pfälzischen Auswanderer des 18. Jahrhunderts in Nordamerika mit den Nachfahren der damals in der Pfalz und angrenzenden Regionen Verbliebenen zu verbinden. Grundlage hierfür ist die gemeinsame Sprache. Bei Gründung erfolgte eine enge Abstimmung mit dem Center for Pennsylvania German Studies (Millersville University of Pennsylvania) und dessen Direktor, Richard Beam (1925–2018). Publizistisches Vorbild war unter anderem der Pälzer Feierowend (1949–1967), eine Wochenendbeilage der Tageszeitung Die Rheinpfalz. Die Redakteure in Ludwigshafen pflegten seinerzeit enge Verbindungen zu Preston A. Barba, der in der Zeitung The Morning Call (Allentown, PA) die alle zwei Wochen erscheinende Wochenendbeilage S Pennsylfawnisch Deitsch Eck (1935–1969) betreute. In den Jahren zwischen 1949 und 1967 erschienen immer wieder pennsylvaniadeutsche Gedichte im „Feierowend“, pfälzische Texte im „Eck“. Den ersten erfolgreichen Ansatz eines publizistischen Austauschs zwischen der alten und der neuen Welt hatte es mit der Zeitung Der Pfälzer in Amerika (1884–1917) bereits Jahrzehnte zuvor gegeben. Hier wurden jedoch überwiegend pfälzische Lokalnachrichten für in den USA lebende Pfälzer und deren Nachfahren redaktionell zusammengestellt. Der Titel Hiwwe wie Driwwe zitiert in Teilen den Titel eines Theaterstücks, das in den 1980er und 1990er Jahren auf dem Spielplan eines kleinen Mundarttheaters in Ludwigshafen stand (Theater im Hemshof: Hiwwe wie Driwwe oder De doote Otto). Er passte gut zur Idee einer „transatlantischen Lokalzeitung“, die ab 1993 entstand. Hiwwe wie Driwwe wurde im Dezember 1996 in Ebertsheim (Rheinland-Pfalz) gegründet, erscheint in einer Auflage von 2.000 Exemplaren zweimal jährlich und wird in den USA, Kanada und Deutschland gelesen. Die Marke ist durch Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt geschützt. Alleiniger Eigentümer ist Dr. Michael Werner (Ober-Olm). Zwischen 1997 und 2012 wurde die Zeitung in Deutschland gedruckt. 90 % der Auflage wurden in die USA verschickt, 2 % nach Kanada. 8 % der Auflage blieben in Deutschland. Seit 2013 erfolgt der Druck in Pennsylvania im Rahmen einer auf Dauer angelegten Kooperation mit dem Pennsylvania German Cultural Heritage Center (Kutztown University of Pennsylvania). Die Verbreitungsstruktur hat sich damit nicht geändert. Hiwwe wie Driwwe ist derzeit das einzige deutschsprachige Periodikum in Pennsylvania. Insgesamt hat eine Ausgabe der Zeitung bis zu 5.000 Leser. Die Marke ist durch eine Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt geschützt. Eigentümer ist Michael Werner.

Redaktion mini|Michael Werner ist Gründer und Herausgeber der Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“ Gründer und Herausgeber ist der pfälzische Publizist Michael Werner, der in der Nähe von Mainz lebt. Seit 2015 besteht das Redaktionsteam aus: Michael Werner (Editor Online), Patrick Donmoyer (Editor Print) und Douglas Madenford (Co-Editor).Interview mit Hiwwe wie Driwwe Herausgeber Dr. Michael Werner, auf YouTube.com Patrick Donmoyer ist seit 2012 Site Manager des Pennsylvania German Cultural Heritage Center in Kutztown (PA) und Moderator der einzigen pennsylvaniadeutschen Fernsehsendung Die deitsch Schtunn auf BCTV (Berks County Television, Reading). Seit Januar 2021 ist er auch Mitherausgeber von Hiwwe wie Driwwe. Douglas Madenford arbeitet als Deutschlehrer in State College (PA) und ist ein pennsylvaniadeutscher Blogger, YouTuber und Musiker. Seit 1997 haben mehr als 100 zeitgenössische pennsylvaniadeutsche Autoren und auch zahlreiche pfälzische Mundartdichter in der Zeitung publiziert. Von Zeit zu Zeit erscheinen auch Texte, die in anderen rheinfränkischen Siedlungsmundarten verfasst sind, z. B. in Riograndenser Hunsrückisch (Brasilien) oder Russlanddeutsch.

# Jahr Herausgeber 1. 1997–2021 Michael Werner (Ebertsheim / Ober-Olm) 2. 2021 – heute Michael Werner (Ober-Olm) und Patrick Donmoyer (Kutztown, PA)

Internetangebot Seit 2002 existiert ein zur Zeitung gehörendes Internetangebot. Es ist der derzeit umfassendste Internetauftritt zum Pennsylvaniadeutschen, der auch durchgängig im Dialekt geschrieben ist. Rund 60.000 Besucher jährlich (Stand: 2018) rufen die Inhalte ab, zu denen u. a. auch ein von Douglas Madenford entwickelter Online-Sprachkurs mit 41 Video-Lektionen gehört. 50 % der Besucher stammen aus den USA, 2 % aus Kanada. Aus dem deutschen Sprachraum stammen 40 % der Besucher, 36 % aus Deutschland und jeweils 2 % aus der Schweiz und Österreich. Seit Einrichtung des Angebots waren die folgenden Programme bzw. Kolumnen online verfügbar: # Jahr Autor Programm 1. 2002– Michael Werner: 'S Katz Deitsch Schtick Blog in Pennsylvanisch-Deitsch 2. 2002–2003 Paul Bittner: Pennsylvania German Web Radio (WGPA Bethlehem) Audio Podcast 3. 2002–2006 C. Richard Beam: 'S Pennsylvanisch Deitsch Eck (Shopping News, Ephrata) Texts 4. 2007 Alice Spayd: Pennsylvania German Web Class (Online Lessons) Audio Podcast 5. 2008–2023 Michael Werner: Hiwwe wie Driwwe Web TV Videos 6. 2009–2021 Douglas Madenford: Nau loss mich yuscht ebbes saage Blog 7. 2011–2013 Virgil Schrock: Interviews with Pennsylvania Germans Videos 8. 2013–2014 Douglas Madenford: Pennsylvania Dutch 101 (Online Lessons) Videos 9. 2014–2021 Douglas Madenford & Chris LaRose: Ask a Pennsylvania Dutchman Videos 10. 2015–2021 Patrick Donmoyer: Die Pennsylvanisch-Deitsch Schtunn (BCTV Reading) Videos 11. 2016–2021 Douglas Madenford: Your PA Dutch Minute Videos 12. 2017 Peter Zacharias & Edwin Zacharias: Pennsylvania German Dictionary Online Dictionary 13. 2017–2021 Luella Reed Sebo: Easy Deitsch (Online Lessons) Videos 14. 2018–2021 Jeffrey Tapler: „Uncle Jeffrey“ (Community News) Videos 15. 2024- Michael Werner: Der Pälzylvanier Personalities Blog mit Fotogalerien (deutsch)

Seit einigen Jahren ist Hiwwe wie Driwwe auch in den sozialen Netzwerken aktiv – Youtube (seit 2007), Facebook (seit 2008), Twitter (2011–2023) und Instagram (seit 2020).

Archiv mini|Deutsch-Pennsylvanisches Archiv Ab 1993 ist durch die Beschäftigung mit dem Pennsylvaniadeutschen und der Arbeit an Hiwwe wie Driwwe in Zusammenarbeit mit dem Center for Pennsylvania German Studies in Millersville (PA) in Rheinland-Pfalz ein privates Archiv pennsylvaniadeutscher Literatur entstanden, das derzeit (2016) ca. 1.500 Bücher, Ton- und Videodokumente sowie einen Korpus von ca. 16.000 pennsylvaniadeutschen Schrifttexten (gedruckte Werke, unveröffentlichte Texte, Manuskripte, Briefe etc.) umfasst. Weitere Schwerpunkte liegen in den Bereichen pfälzische und pennsylvaniadeutsche Geschichte, Volkskunde und Sprache. Über die Jahre gab es immer wieder auch Schenkungen von Dritten, etwa C. Richard Beam (Millersville, PA), Werner Enninger (Universität Essen) und Heinz Helfrich (Universität Landau). So sind unter anderem Materialien des Essen Delaware Amish Project Team (EDAPT), eines auf mehrere Jahre angelegten soziolinguistischen Forschungsvorhabens der Universität Essen in den 1970er Jahren, heute Bestandteil des Archivs. Im Rahmen eines auf sechs Jahre angelegten Projektes wurde das Material zwischen 2016 und 2022 als Sonderbestand in die Bibliothek des Mennonitischen Forschungszentrums auf dem Weierhof (Pfalz) übertragen.gem. Übereinkunft zwischen Hiwwe wie Driwwe und dem Mennonitischen Forschungszentrum auf dem Weierhof vom April 2016. Seit Anfang 2023 ist der Bestand bibliographisch erschlossen und wird interessierten Forschern unter der Bezeichnung Deutsch-Pennsylvanisches Archiv (Registratur DPA) zur Verfügung gestellt. Künftig betreut die Leiterin der Einrichtung, Astrid von Schlachta, das Archiv in alleiniger Verantwortung. Michael Werner steht nach 30-jähriger Aufbauarbeit Forschenden und Interessierten weiter auf Anfrage zur Verfügung. Die Artefakte des Archivs, zu denen auch Werke namhafter pennsylvanisch-deutscher Volkskünstler zählen, wurden im September 2023 in den Bestand des Auswanderermuseums Oberalben im Landkreis Kusel überführt.

# Jahr Leiter des Deutsch-Pennsylvanischen Archivs 1. 1993–2016 Dr. Michael Werner (Ebertsheim / Ober-Olm) 2. 2016–2023 Dr. Michael Werner (Ober-Olm) und Prof. Astrid von Schlachta (Weierhof, Pfalz) 3. seit 2023 Prof. Astrid von Schlachta (Weierhof, Pfalz)

Buchreihe Zwischen 2002 und 2021 arbeitete Hiwwe wie Driwwe eng mit dem Verlag Edition Tintenfass von Walter Sauer (Neckarsteinach) zusammen. In dem Jahr erbaten Verlag und Zeitung von den Lesern eine pennsylvaniadeutsche Übersetzung des Kinderbuchs Der Struwwelpeter. Fünf Jahre später erreichte Hiwwe wie Driwwe eine Übertragung von Earl C. Haag aus Pennsylvania. Unterstützt vom Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland konnte das Buch 2010 veröffentlicht werden.

Seit dieser Zeit sind in enger Zusammenarbeit weitere pennsylvaniadeutsche Kinderbücher entstanden, die unter dem Namen Hiwwe wie Driwwe Series erschienen sind. Das Lektorat unterstützen seit den ersten Projekten Mark L. Louden, Direktor des Max-Kade-Instituts in Madison (WI), und Alice B. Spayd aus Fredericksburg (PA) als Muttersprachlerin.

Seit 2021 kooperiert Hiwwe wie Driwwe mit dem AGIRO Verlag in Neustadt an der Weinstraße. # Jahr Buch Hiwwe wie Driwwe Series 1. 2006 Walter Sauer, Michael Werner et al. (Hrsg.): Mit Pennsylvaanisch-Deitsch darich’s Yaahr. A Pennsylvania German Reader for Grandparents and Grandchildren. Published by the German-Pennsylvanian Association. 2. 2010 Earl C. Haag: Der Schtruwwelpitter (Original: Der Struwwelpeter, deutsch, 1845) 3. 2012 Michael Werner: Es globbt beim Sammy in der Nacht (Original: Es klopft bei Wanja in der Nacht, deutsch, 1985) HwD Series No. 1 4. 2013 Walter Sauer: Es Haus, wu der Jack gebaut hot (Original: The House that Jack built, englisch, 1853) HwD Series No. 2 5. 2014 Earl C. Haag: Der Schtruwwelpitter. 2nd Edition (Original: Der Struwwelpeter, deutsch, 1845) HwD Series No. 3 6. 2014 Michael Werner: Kumm, mer gehne Baere yaage (Original: We’re going on a bear hunt, englisch, 1989) HwD Series No. 4 7. 2016 Rachel Yoder: Penny Olive HwD Series No. 5 8. 2016 Walter Sauer: Ebbes weeich die Watzelkinner HwD Series No. 6 9. 2017 Mark L. Louden: De glee Brins (Original: Le petit prince, französisch, 1943) HwD Series No. 7 10. 2018 Mark L. Louden, Walter Sauer & Michael Werner: Die erschte dausend Wadde in Pennsilfaanisch Deitsch (Original: The First 1000 Words in English, englisch, 1979) HwD Series No. 8 11. 2018 Rachel Yoder & Douglas Madenford: Davey Applebutter HwD Series No. 9 12. 2019 Michael Werner: En neier Sound im neie Land – 32 new songs in Pennsylvania Dutch HwD Series No. 10 13. 2019 Walter Sauer: Die Schtori vum Peter Haas (Original: The Tale of Peter Rabbit, englisch, 1902) HwD Series No. 11 14. 2021 Michael Werner: Hiwwe wie Driwwe – Der Pennsylvania ReiseVERführer. Mit einem Grußwort von Malu Dreyer. HwD Series No. 12 15. 2022 Michael Werner & Patrick Donmoyer: 25 Yaahre Hiwwe wie Driwwe – Celebrating a Quarter Century of Transatlantic Friendship. Morgantown (PA). 16. 2024 Walter Sauer, Mark L. Louden & Rose A. Fisher: Oh was iss es so schee in Panama (Original: Oh wie schön ist Panama, 1978). Neckarsteinach. HwD Series No. 13 17. 2025 Michael Werner: Elwedritsche – Dunkle Gefährten. Neustadt an der Weinstraße. HwD Series No. 14

Award for Pennsylvania German Literature