Paul de Pidoll (* 3. April 1882 in Luxemburg-Stadt, Luxemburg als Paul Franz Karl Freiherr von Pidoll zu Quintenbach; † 6. Dezember 1954 in Biscarrosse, Frankreich) war ein luxemburgischer Maler, Xylograph und Buchillustrator.
Leben Paul de Pidoll wurde 1882 in Steinsel/Luxemburg als Sohn des Kunstmalers Karl von Pidoll zu Quintenbach und dessen Ehefrau Marguerite Fernande de Scherff geboren. Nach dem Besuch des Joachimsthalschen Gymnasiums in Berlin begann er bereits in jungen Jahren als Autodidakt mit der Malerei.
Im Ersten Weltkrieg siedelte er in die Cité-Jardin de Paris über und änderte seinen Namen in Paul de Pidoll. Dort war er Schüler von Fernand Sabatté und stellte 1929 im Salon des Artistes Français in Paris aus. Hierbei erhielt er einen 2. Preis. mini|Paul de Pidoll, Buchillustration 1923 Zuerst malte er hauptsächlich Ölgemälde und Aquarelle, später spezialisierte er sich insbesondere auf Holzschnitte, Buchillustrationen und Ölgemälde von antiker Töpferei. Mit der Illustration von Octave Mirbeaus Serie Les Jardins des Supplices gelang ihm 1923 der Durchbruch, und seitdem gilt er als bedeutender Künstler: „Pidoll übertraf alles in der Zweifarben-Xylografie.“ Seine Werke erzielen derzeit auf Auktionen hohe Verkaufspreise.
Paul de Pidoll heiratete 1917 in Paris die Textildesignerin Andrée Maybaun-Mulder. Nachdem seine Frau als Halbjüdin im Zweiten Weltkrieg von den Nazis deportiert und getötet worden war, zog er an den Étang de Biscarrosse, wo er 1945 erneut heiratete. Er starb 1954 kinderlos in Biscarrosse. Sein Nachlass wurde in die Bibliothèque nationale in Paris (Signatur Cc92) überführt.
Werke (Auswahl)
Concours de gravure – Javel et Bourdeau, Holzschnitt um 1923, Bibliothèque nationale, Paris Bäume, Holzschnitt von 1923 Kirche und Schloss Bourscheid, Ölgemälde 1928 Ansicht von Bourscheid, Holzschnitt 1933, Musées de Luxembourg Stillleben mit altgriechischer Töpferei, Ölgemälde 1938
Illustrierte Bücher (Auswahl)
Octave Mirbeau: Les Jardins des Supplices, 1923 Remy de Gourmont: Le Chemin de velours, 1923 Jérôme Doucet: La Grande Douleur des sept artists, 1923 Paul Bourget: Héléne, 1923 Hermann Sudermann: Le Chemin-des-chats, 1924 Charles Baudelaire: Le Spleen de Paris, 1926 Paul Reboux: Le Phare, 1926 Georges Roth: La Geste de Cûchulainn, 1927 Jérôme Doucet: Verrières, 1929 Gerbert de Montreuil: Le Roman de la Violette, 1931 Jérôme Doucet: Triptychen, 1942
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Frankreich) Kategorie:Illustrator (Frankreich) Kategorie:Freiherr Kategorie:Luxemburger Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann