Vollständiger Medaillenspiegel Die 27. Leichtathletik-Europameisterschaften wurden vom 10. bis 16. August 2026 in der zweitgrößten britischen Stadt Birmingham ausgetragen. Dies entschied das Council der European Athletic Association (EAA) auf seiner Sitzung am 11. November 2022 in der polnischen Hauptstadt Warschau. Birmingham mit dem Alexander Stadium setzte sich gegen das ungarische Budapest mit dem Nemzeti Atlétikai Központ durch. Birmingham war die erste britische Stadt, die Leichtathletik-Europameisterschaften austrug. Das Alexander Stadium war u. a. Schauplatz der Leichtathletikwettbewerbe der Commonwealth Games 2022.
Zuvor gab die EAA im Juni 2022 bekannt, dass die Europameisterschaften 2026 als eigenständige Veranstaltung unabhängig von den European Championships ausgetragen werden sollen, im Rahmen derer sie zuletzt 2018 und 2022 stattgefunden hatten.
Wettbewerbe Im Wettkampfprogramm gab es drei Veränderungen gegenüber den vorangegangenen Europameisterschaften in Rom: Die 4-mal-100-Meter-Mixed-Staffel wurde erstmals ausgetragen. Anstelle des 2024 in Rom ausgetragenen Halbmarathons stand wie immer bei Europameisterschaften in Jahren ohne Olympische Spiele der Marathon mit Einzel- und Teamwertung auf dem Programm. Das Gehen wurde zum ersten Mal über die Distanzen von Halbmarathon (21,0975 Kilometer) und Marathon (42,195 Kilometer) ausgetragen – alle Gehdisziplinen wurden zeitgleich auf derselben Strecke gemeinsam ausgetragen. Die Gehdisziplinen über die Distanzen von 20 und 35 Kilometer wurden dafür gestrichen.
Dadurch ergaben sich in Summe 52 Wettbewerbe – je 25 für Frauen und Männer sowie 2 Mixed-Wettbewerbe.
Organisation und Umfeld Übertragung in Deutschland, Österreich und der Schweiz In Deutschland waren sämtliche Vormittags- und Abendsessions bei ARD und ZDF zu sehen. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender wechselten sich dabei in der täglichen Berichterstattung ab. Zusätzlich übertrug Eurosport ebenfalls alle Sessions. Über deren gebührenpflichtigen Streamingdienste HBO Max und Discovery+ wurden darüber hinaus alle 50 Wettbewerbe übertragen. Für Eurosport kommentierten Sigi Heinrich und Markus Röhrig die Wettbewerbe, unterstützt wurden sie dabei von Alexandra Burghardt, Rico Freimuth und Simon Stützel.
In Österreich wurden die Europameisterschaften beim ORF sowie dessen Sportsender ORF Sport + übertragen; der Sportsender übertrug sämtliche Sessions. Die Kommentatoren waren Thomas König und Dietmar Wolff sowie bei den Gehdisziplinen Thomas Rathgeb. In der Schweiz hatte der SRF alle Sessions der Europameisterschaften übertragen. Als Experten waren Ellen Sprunger und Viktor Röthlin im Einsatz.
Außerdem übertrug die Europäische Rundfunkunion (EBU) kostenlos europaweit alle Wettbewerbe auf ihrer Streaming-Plattform Eurovision Sport.
Maskottchen und Logo mini|Das Maskottchen Bab the Bull während der Leichtathletik-Europameisterschaften 2026. Auf seiner Brust ist zudem das Logo der EM zu sehen. Das offizielle Maskottchen der Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 war „Bab the Bull“ (deutsch: Bab, der Stier). Das Maskottchen wurde am 2. Mai 2026 vorgestellt. Nach Angaben des Veranstalters stehe das Maskottchen für . Auch auf dem Logo der Leichtathletik-Europameisterschaften ist ein Stier abgebildet. Mit der Stadt ist das Tier seit Jahrhunderten eng verbunden, schon seit dem 16. Jahrhundert gilt der Stier als fester Bestandteil der Identität Birminghams: Im 12. Jahrhundert erhielt Birmingham das Recht, Märkte abzuhalten, was maßgeblich zum Aufstieg Birminghams zu einem bedeutenden englischen Handelszentrum beitrug. Zu diesen Märkten gehörten auch Viehmärkte, auf denen unter anderem Rinder gehandelt wurden. Im 16. Jahrhundert erhielt ein Mann namens John Cooper die Erlaubnis, an der Sankt-Martin-Kirche das sogenannte Bullbaiting abzuhalten. Dabei wurden die Stiere bzw. Bullen von mehreren Hunden gehetzt, während zahlreiche Zuschauer die Hatz frenetisch verfolgten. Der Ort, an dem diese Veranstaltungen stattfanden, wurde bald als Bull Ring bekannt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Bull Ring zu einem der wichtigsten Zentren Birminghams. Immer mehr Händler ließen sich dort nieder, und rund um den Bull Ring entstanden mehrere Markthallen.
Tickets Der Vorverkauf für Eintrittskarten der Leichtathletikwettbewerbe im Stadion begann am 11. August 2025, rund ein Jahr vor der Eröffnung der Europameisterschaften. Der reguläre Verkauf begann im September 2025. Die Preise der Eintrittskarten variierten je nach Kategorien im Stadion sowie der Finaldisziplinen der jeweiligen Sessions. Die Ticketpreise waren in die Kategorien A, B, C, D und E aufgeteilt, für die Kategorien C, D und E waren rabattierte Tickets für Kinder erwerbbar. Kategorie Preis (£) Preis in Euro Preis (Kinder) A 60–150 70–175 – B 45–100 52–117 C 30–70 35–82 15–35 £(17–41 €) D 20–50 23–58 10–25 £(12–29 €) E 10–26 12–30 5–13 £(6–15 €)
Wettkampfplan Mmorgens Aabends Q Qualifikation V Vorlauf ½ Halbfinale F Finale
+ Männer Datum → Mo10. Di11. Mi12. Do13. Fr14. Sa15. So16. Wettkampf ↓ M A M A M A M A M A M A M A 100 m V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V F 5000 m F 10.000 m F Marathon F 110 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F Halbmarathon Gehen F Marathon Gehen F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Zehnkampf F F+ Frauen Datum → Mo10. Di11. Mi12. Do13. Fr14. Sa15. So16. Wettkampf ↓ M A M AMAMAMAMAMA 100 m V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V F 5000 m F 10.000 m F Marathon F 100 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F Halbmarathon Gehen F Marathon Gehen F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Siebenkampf F F
+ Mixed Datum → Mo10. Di11. Mi12. Do13. Fr14. Sa15. So16. Wettkampf ↓MAMAMAMAMAMAMA 4 × 100 m F 4 × 400 m F
Sportliche Leistungen Die Resultate dieser EM lagen auf einem insgesamt hohen Niveau.
Folgende Rekorde wurden neu aufgestellt oder egalisiert: 19 Europameisterschaftsrekorde () in 18 Disziplinen (2024: 7 Rekorde in 7 Disziplinen) zwei Weltrekorde () in zwei Disziplinen (2024: kein ) zwei Europarekorde () in zwei Disziplinen (2024: kein ) 42 Landesrekorde () in 22 Disziplinen (2024: 18/11) Im Medaillenspiegel erreichte Italien mit zehn Goldmedaillen, je sechs Silber- und Bronzemedaillen wie 2024 Platz eins. Mit deutlich engerem Abstand als zuletzt folgte Großbritannien mit zehnmal Gold, achtmal Silber und zweimal Bronze auf Rang zwei (2024: 4 G/4 S/5 B, Pl. 3). Deutschland steigerte sich als Dritter auf sechs Gold-, zehn Silber- und fünf Bronzemedaillen (2024: 1 G/3 S/7 B, Pl. 12). Für die Niederlande gab es auf Rang vier 14 Medaillen (5 G/3 S/6 B – 2024: Pl. 6 mit 3 G/4 S/5 B). Drei Titel eroberte die Schweiz und je zwei EM-Siege gab es für Spanien, Schweden, Irland und Finnland.
Neun Sportlerinnen/Sportler konnten zwei Goldmedaillen oder mehr bei diesen Meisterschaften verbuchen. vier Goldmedaillen: Amy Hunt (Großbritannien) – 100 Meter, 200 Meter, 4-mal 100 Meter, 4-mal 400 Meter Mixed zwei Goldmedaillen: Nadia Battocletti (Italien) – 5000 Meter, 10.000 Meter Romell Glave (Großbritannien) – 100 Meter, 4-mal 100 Meter Matthew Hudson-Smith (Großbritannien) – 400 Meter, 4-mal 400 Meter Henriette Jæger (Norwegen) – 400 Meter, 4-mal 400 Meter Karsten Warholm (Norwegen) – 400 Meter Hürden, 4-mal 400 Meter Mixed Dina Asher-Smith (Großbritannien) – 4-mal 100 Meter, 4-mal 100 Meter Mixed Jeremiah Azu (Großbritannien) – 4-mal 100 Meter, 4-mal 100 Meter Mixed Zharnel Hughes (Großbritannien) – 4-mal 100 Meter, 4-mal 100 Meter Mixed Folgende Europameister von 2026 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen: Sportlerin/Sportler Land EM-Titel 2026 frühere Titel Titel gesamt(Anzahl) Dina Asher-Smith 4-mal 100 Meter/4-mal 100 Meter Mixed 100 Meter (2018/2024), 200 Meter (2016/2018), 4-mal 100 Meter (2018/2024) 8 Jakob Ingebrigtsen 5000 Meter 1500 Meter (2018/2022/2024), 5000 Meter (2018/2022/2024) 7 Femke Broeders-Bol 4-mal 400 Meter 400 Meter (2022), 400 Meter Hürden (2022/2024), 4-mal 400 Meter (2022/2024) 6 Matthew Hudson-Smith 400 Meter/4-mal 400 Meter 400 Meter (2018/2022), 4-mal 400 Meter (2014/2022) 6 Zharnel Hughes 4-mal 100 Meter/4-mal 100 Meter Mixed 100 Meter (2018), 200 Meter (2022), 4-mal 100 Meter (2018/2022) 6 Karsten Warholm 400 Meter Hürden/4-mal 400 Meter Mixed 400 Meter Hürden (2018/2022/2024) 5 Amy Hunt 100 Meter/200 Meter/4-mal 100 Meter/4-mal 100 Meter Mixed 4-mal 400 Meter (2024) 5 Gianmarco Tamberi Hochsprung Hochsprung (2016/2022/2024) 4 Armand Duplantis Stabhochsprung Stabhochsprung (2018/2022/2024) 4 Miltiadis Tendoglou Weitsprung Weitsprung (2018/2022/2024) 4 Nadia Battocletti 5000 Meter/10.000 Meter 5000 Meter (2024), 10.000 Meter (2024) 4 Gesa Felicitas Krause 3000 Meter Hindernis 3000 Meter Hindernis (2016/2018) 3 Jaroslawa Mahutschich Hochsprung Hochsprung (2022/2024) 3 Jessica Schilder Kugelstoßen Kugelstoßen (2022/2024) 3 Jeremiah Azu 4-mal 100 Meter/4-mal 100 Meter Mixed 4-mal 100 Meter (2022) 3 Lieke Klaver 4-mal 400 Meter 4-mal 400 Meter (2022/2024) 3 Eveline Saalberg 4-mal 400 Meter 4-mal 400 Meter (2022/2024) 3 Leonardo Fabbri Kugelstoßen Kugelstoßen (2024) 2 Kristjan Čeh Diskuswurf Diskuswurf (2024) 2 Julian Weber Speerwurf Speerwurf (2022) 2 María Pérez García Halbmarathon Gehen 20 km Gehen (2024) 2 Angelica Moser Stabhochsprung Stabhochsprung (2024) 2 Gashau Ayale Marathon Mannschaft Marathon Mannschaft (2022) 2 Maru Teferi Marathon Mannschaft Marathon Mannschaft (2022) 2 Bukayawe Malede Marathon Mannschaft Marathon Mannschaft (2022) 2 Abbie Donnelly Marathon Mannschaft Halbmarathon Mannschaft (2024) 2 Imani Lansiquot 4-mal 100 Meter 4-mal 100 Meter (2018) 2 Myrte van der Schoot 4-mal 400 Meter 4-mal 400 Meter (2024) 2
Regelungen für die Jahresbesten bis zu Streckenlängen von 400 Metern Wie seit den Europameisterschaften 2016 waren die zwölf Jahresschnellsten in den Sprints und Hürdensprints bis einschließlich 400 Meter auch hier in Birmingham direkt für die Halbfinals qualifiziert. Dort wurden zur Ermittlung der Finalteilnehmer jeweils drei Läufe ausgetragen. Alle anderen Athleten mussten sich zunächst in einer Vorrunde für die Semifinalteilnahme qualifizieren.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: Weltrekord Europarekord Championshiprekord nationaler Rekord Weltjahresbestleistung (World Lead) europäische Jahresbestleistung (European Lead) persönliche Bestleistung (Personal Best) Egalisierung der persönlichen Bestleistung persönliche Saisonbestleistung (Season Best) Egalisierung der persönlichen Saisonbestleistung nicht am Start (did not start) Wettkampf nicht beendet (did not finish) disqualifiziert IWR internationale Wettkampfregeln TR technische Regel
Resultate Männer 100 m
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Romell Glave 10,09 2 Jeremiah Azu 10,16 3 Owen Ansah 10,19 4 Elvis Afrifa 10,22 5 Dominik Kopeć 10,29 6 Chituru Ali 10,34 7 Marcell Jacobs 12,26 8 Simon Verherstraeten 13,12 Finale am 11. August 2026 um 21:47 UhrWind: −0,4 m/s
200 m
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Owen Ansah 19,95 2 Zharnel Hughes 20,16 3 Fausto Desalu 20,251 Timothé Mumenthaler 20,251 5 Oskars Grava 20,28 6 Delvis Santos 20,55 7 Filippo Dezza 20,58 8 William Reais 20,63 Finale am 14. August 2026 um 21:25 UhrWind: +2,5 m/s
400 m
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Matthew Hudson-Smith 44,17 2 Muhammad Kounta 44,40 3 Jonas Phijffers 44,41 4 Attila Molnár 44,45 5 Jean Paul Bredau 44,93 6 Maksymilian Szwed 45,06 7 Patrik Simon Enyingi 45,36 8 Daniel Segers 45,48 Finale am 12. August 2026 um 20:50 Uhr
800 m