Aichig ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Bayreuth im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken. Die Gemarkung Aichig hat eine Fläche von 1,265 km². Sie ist in 576 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 2195,46 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Bauernhöfen.

Geographie Das ehemalige Dorf Aichig bildet mittlerweile mit Grunau im Westen eine geschlossene Siedlung. Sie liegt im Tal und am Westhang des Roten Mains südwestlich der Bahnstrecke Weiden–Bayreuth.

Beschreibung mini|Plan von Aichig und Grunau (19. Jahrhundert) Bis in die Mitte der 1950er Jahre war Aichig nur ein bescheidenes Bauerndorf mit einer kleinen Gemarkung, ohne eigene Kirche. Die bemerkenswertesten Objekte waren das sogenannte Aichiger Schloss und ein Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert.Siedlungswachstum außerhalb der eigenen Gemarkung bei kurier.de vom 28. August 2007, abgerufen am 21. August 2022

Das entlang der Straße nach Kemnath gelegene Straßendorf war in einen nördlichen und einen südlichen Teil gegliedert. Diese Struktur blieb bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu unverändert. Lediglich im nördlichen Bereich der Sonnenstraße entstand bereits Ende der 1930er Jahre eine separate Kleinsiedlung; die zwölf einheitlich konzipierten Siedlungshäuser stehen heute an der Grenze zum in den 1970er Jahren entstandenen Neubauviertel Grunau, dessen Flächen damals zu den Gemeinden Oberkonnersreuth und Sankt Johannis gehörten.

Ende der 1950er Jahre entstand nördlich der Sternstraße ein erstes Wohngebiet (Aichig-Südwest) mit Einfamilienhäusern. An den Ortskern anschließend entwickelten sich auf der Dorfgemarkung in den 1960er Jahren die Baugebiete Aichig-Südost, Mostholz und Aichig-Nordwest. Die Eingemeindungen von Oberkonnersreuth (1972) und Aichig (1976) nach Bayreuth führten zu einem dynamischen Wachstum Aichigs an Wohn- und Gewerbeflächen vor allem in westlicher Richtung. Heute grenzt die Wohnbebauung im Westen nahtlos an jene von Grunau. Voneinander unterscheidbar sind die Bereiche durch die Straßennamen: Aichig vergab (mit Ausnahme der Mostholzstraße) Namen von Himmelskörpern, die Stadt Bayreuth für Grunau Namen von deutschen Mittelgebirgen. Das im Norden angesiedelte Gewerbegebiet Aichig mit einem Hotel und Arztpraxen wird auch als „Grunaupark“ bezeichnet.

Geschichte Zur Realgemeinde Aichig gehörten Eremitenhof, Geiersnest, Mooshügel und Wunau. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Aichig 15 Anwesen (1 Halbhof, 1 Wirtshaus, 1 Ziegelhütte, 12 Tropfhäuser). Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Amt St. Johannis.R. Winkler: Bayreuth, S. 338.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Aichig bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Aichig dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Sankt Johannis zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Aichig, zu der Bauernhöfen gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Ab 1862 gehörte Aichig zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).R. Winkler: Bayreuth, S. 461. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 1,262 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Aichig am 1. Juli 1976 nach Bayreuth eingemeindet.

Baudenkmäler Polarstraße 10: Zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Walmdach und Portal mit Dreiecksgiebel, bezeichnet mit „1730“, sogenanntes Aichiger Schloss Kemnather Straße 77: Bauernhof Sandstein-Säule an der Kemnather Straße zur Markierung der Stadtgrenze mit Bayreuther Stadtwappen und Inschrift von 1939

ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 12: Am zweigeschossigen, stark erneuerten Bau von Anfang des 18. Jahrhunderts ist der Türsturz bezeichnet „1729“.A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth, S. 87. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Aichig Jahr 1822 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 157 200 204 215 212 205 214 205 202 214 235 259 260 251 244 237 238 232 233 384 407 401 436 660HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 18 28 28 27 30 29 44 59 Quelle

Ort Aichig Jahr 1819 1822 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 138 157 185 191 188 238 218 382 418 644 1672Häuser 18 25 27 26 41 56 376Quelle Dort als Eichig aufgelistet.

Religion Aichig ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannis gepfarrt.

Verkehr Zentrale Achse des alten Dorfkerns ist die Kemnather Straße, die als Bundesstraße 22 bis vor wenigen Jahren den Verkehr zwischen Bayreuth und Weiden zu bewältigen hatte. Mittlerweile wurde sie durch eine Aichig umgehende Verkehrsführung entlastet.

Die Bayreuther Stadtbuslinie 307 erschließt Aichig im Rahmen des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) im 30-Minuten-Takt.Fahrplan bei stadtwerke-bayreuth.de, abgerufen am 20. August 2022

Von 1910 bis 1973 existierte an der nahe Aichig verlaufenden Bahnstrecke Weiden–Bayreuth der Eisenbahn-Haltepunkt Eremitage.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Bayreuth) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Bayreuth Kategorie:Gemarkung in der kreisfreien Stadt Bayreuth